FAQ Energie & Wohnen

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Stand: 07. November 2022

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„Ich interessiere mich für allgemeine Infos zum Hamburger Energienetz…“

Woher beziehen Hamburger*innen ihren Strom?

Grundsätzlich können Hamburger*innen auf eine Vielzahl an Anbietern auf dem Strommarkt zurückgreifen. In Hamburg ist die Vattenfall Europe GmbH der Anbieter der Grundversorgung, in die man automatisch fällt, wenn man keinen anderen Energieversorger eigens ausgewählt hat. Die Hamburger Energiewerke versorgen etwa 154.000 Haushalte mit Strom.

Woher beziehen Hamburger*innen ihre Wärme?

In Hamburg werden rund 26 Prozent der 251.000 Wohngebäude mit Erdgas beheizt, etwa 37 Prozent mit Fernwärme, rund 20 Prozent mit Öl und rund drei Prozent mit einer Wärmepumpe.

Welche Wärmeversorger gibt es in Hamburg?

In Hamburg gibt es sieben Wärmeversorger: Hamburger Energiewerke, HanseWerk-Natur, URBANA, enercity, innogy, EAM Energie Plus und Vattenfall.

Wie viele Kund*innen haben die Hamburger Energiewerke? Wie kann ich als Mieter*in herausfinden, woher ich meine Wärme beziehe?

Die Hamburger Energiewerke haben einen Marktanteil von etwa 25 Prozent bei der Fernwärmeversorgung in Hamburg. Als Mieter*in kann man über seine Nebenkostenabrechnung einsehen, woher die Wärme im eigenen Haushalt bezogen wird.

 

„Ich frage mich, wie die Politik in dieser Situation für Entlastung sorgt…“

Inwiefern wird die Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme gesenkt?

Die Mehrwertsteuer auf Gas wird rückwirkend von 19 Prozent auf 7 Prozent im Zeitraum Oktober 2022 bis April 2023 gesenkt. Das Gleiche gilt auch für Fernwärme.

Welche Entlastungen plant der Bund aktuell konkret zu den steigenden Energiekosten?

Neben der Mehrwertsteuersenkung und der Einmalzahlung von 300 Euro Energiegeld im September übernimmt der Bund für den Monat Dezember 2022 die Abschlagskosten für Gas und Fernwärme. Bei Mieter*innen, die einen direkten Vertrag mit dem Anbieter haben, entfällt die Abschlagszahlung im Dezember oder spätestens im Januar. Werden die Kosten über die Vermieter*in abgerechnet, wird die Soforthilfe über die Jahresrechnung gutgeschrieben, die im Jahr 2023 versendet wird. Außerdem tritt voraussichtlich ab März 2023 die Gaspreisbremse in Kraft. Gas darf dann nicht teurer als 12 Cent pro Kilowattstunde werden; Fernwärme nicht teurer als 9,5 Cent für ein Jahr. Für Haushalte und kleine und mittlere Unternehmen gilt ab Januar 2023 darüber hinaus die Strompreisbremse. Diese deckelt die Strompreise auf 40 Cent pro Kilowattstunde. Die Gas- und Strompreisbremse gilt jeweils für einen Basisverbrauch von 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs.

Welche Entlastungen plant Hamburg aktuell konkret zu den steigenden Energiekosten?

Hamburg hat einen Notfallfond Energiekrise mit 125 Millionen Euro eingerichtet. Darin enthalten sind 15 Millionen Euro für Härtefallhilfen, um die Sperrung von Energie- und Wasseranschlüssen zu vermeiden. Auch die kulturelle Infrastruktur wie Stadtteilkulturzentren und Bürgerhäuser und Jugendeinrichtungen sollen bei Bedarf aus dem Fond unterstützt werden.

 

„Ich habe eine Preissteigerung für Wärme erhalten…“

Warum unterscheiden sich Abschläge und Nachzahlungen von Anbieter zu Anbieter?

Die angebotenen Preise unterscheiden sich je nach Versorger. Die Preishöhe hängt dabei von der jeweiligen Einkaufsstrategie sowie internen Kostenstruktur des jeweiligen Versorgers ab.

Wie kommt der Preis für Wärme zustande?

Der Preis für Wärme setzt sich je nach Heizungstechnologie unterschiedlich zusammen. Bei einer gasbetriebenen Zentralheizung werden beispielsweise neben den verbrauchten Kilowattstunden zumeist noch Grundkosten des Versorgers in Rechnung gestellt. Durch diese Grundkosten sind etwa Wartungsarbeiten abgedeckt.

Wo bekomme ich Beratung zum Prüfen der Rechnung?

Die Verbraucherzentrale Hamburg und der Verein ‚Mieter helfen Mietern‘ bietet Informationen und Beratungsangebote für Strom- und Gasrechnungen.

Wo bekomme ich Informationen, wenn ich die Kosten nicht tragen kann?

Zunächst ist es ratsam, sich direkt an den Energieversorger zu wenden, oft kann eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Falls das Problem hier nicht gelöst werden kann, können sich leistungsempfangende Personen an das Jobcenter oder Sozialamt wenden. Auch Beratungsstellen helfen bei finanziellen Fragen oder Problemen weiter.

Wann werden Preissteigerungen voraussichtlich wieder zurückgenommen?

Mit der Gewinnung anderer Gasbezugsquellen, beispielsweise durch den Bau von LNG-Terminals an den Küsten, reduziert sich die Abhängigkeit von russischem Erdgas stetig. Dazu kommt der fortschreitende Ausbau Erneuerbarer Energien. Mittelfristig werden die Preise daher voraussichtlich wieder sinken, ein genauer Zeitpunkt ist jedoch nicht absehbar.

 

„Ich habe eine Preissteigerung für Strom erhalten…“

Wieso steigt der Strompreis aktuell überhaupt?

Auf dem deutschen Strommarkt setzen die teuersten Kraftwerke, die zur Deckung des Strombedarfs benötigt werden, den Großhandelspreis an der Strombörse fest. In den vergangenen Monaten waren das die Gaskraftwerke. Hohe Gaspreise bedeuten in dieser Situation hohe Strompreise.

Hilft ein Anbieterwechsel, um Stromkosten zu sparen?

Ein Anbieterwechsel kann helfen, die Kosten für Strom zu reduzieren. Bei einer Preiserhöhung des bisherigen Anbieters haben Kund*innen ein außerordentliches Kündigungsrecht.

Wie kann ich privat mit einer Solaranlage zur Energiewende beitragen?

Durch die Installation einer Photovoltaik-Anlage können Eigenheimbesitzer einen Großteil ihres Strombedarfs durch Solarstrom decken und müssen daher weniger Strom vom Versorger beziehen.

 

Wohnen

Habe ich Anspruch auf Wohngeld?

Das Wohngeld soll Bürger*innen mit geringen Einkommen als Wohnkostenzuschuss finanziell unterstützen. Ob Du Anspruch darauf hast, kannst Du unter online im Wohngeldrechner prüfen. Außerdem gibt es eine Hotline, die Dir bei Fragen zum Wohngeld hilft: Wohngeldhotline: 040 / 4 28 28 6000 (Mo-Fr 8-17 Uhr)
Ein Wohngeldantrag wird in den Wohngeldstellen der Bezirksämter gestellt.

Für September bis Dezember 2022 wird einmalig ein Heizkostenzuschuss II an alle Wohngeldberechtigten Haushalte gezahlt. Dieser beträgt einmalig 415 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt. Bei zwei Personen sind es 540 Euro und für jede weitere Person im Wohngeld-Haushalt kommen 100 Euro dazu.
Ab Januar 2023 tritt voraussichtlich eine Wohngeld-Reform in Kraft. Dadurch werden deutlich mehr Haushalte einen Anspruch auf Wohngeld haben und die Höhe des Wohngeldes soll steigen. Alle wichtigen Infos zum Wohngeld findest Du hier.

Die Energiekosten steigen. Was kann ich als Hausbesitzer*in jetzt tun?

Gestiegene Energiekosten stellen für viele Menschen gerade einen Grund dar, ihre Wohnung oder ihr Haus auf Herz und Nieren zu prüfen. Grundsätzlich ist kaum ein Haus wie das andere, weswegen meist zunächst eine Einzelfallprüfung notwendig ist. Hier sind die Hamburger Energielotsen oder ein privates Energieberatungsunternehmen eine erste Anlaufstelle, um anhand des Energieausweises und einer Betrachtung der Immobilie zunächst zu prüfen, ob eine Sanierungsfähigkeit überhaupt gegeben ist und wenn ja, welche Einsparpotentiale vorliegen. So kommt eine Dämmung der Außenwände, der Kellerdecke und/oder des Dachs in Frage, ein Austausch der Fenster auf Dreifachverglasung sowie möglicherweise ein Heizungstausch. Durch die hohen Energiepreise lohnt sich eine energetische Investition so gut wie immer, insbesondere durch den hohen Wert von Immobilien in Hamburg. Wo es dennoch an der Finanzierung hapert, helfen die Kfw und die Ifb mit Krediten. Übrigens sind viele gängige Ansichten inzwischen überholt: So lohnt sich beispielsweise eine Wärmepumpe auch, wenn der Einbau einer Fußbodenheizung oder die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen (PV) nicht möglich ist. Und durch die enormen Effizienzsteigerungen der PV in den letzten Jahren sind inzwischen auch manche Dächer geeignet, die lange als ungeeignet galten (teilverschattet oder Ausrichtung nach Norden). Es lohnt sich also, sich hier zu informieren und auf den neusten Stand bringen zu lassen. Zurücklehnen kann, sich wer schon vor einigen Jahren aufs richtige Pferd gesetzt hat: Zum Beispiel Bauherr*innen, die sich für eine Passivhausbauweise entschieden haben, oder schon vor längerer Zeit eine Wärmepumpe installiert haben. Denn durch die hohe Nachfrage sind gerade sowohl Beratung, als auch Handwerk und Material knapp und es kann unter Umständen zu längeren Wartezeiten kommen.

Über 30 Prozent der Hamburger Haushalte nutzen Fernwärme, die von Hamburg verantwortet wird. Was bedeutet das für die Preisentwicklung?

Aufgrund des gestiegenen Großmarktpreises von Erdgas sind in den letzten Monaten auch die Heizkosten vieler Fernwärmekund*innen in Hamburg gestiegen. Mit dem dritten Entlastungspaket und den enthaltenen Maßnahmen, wie beispielsweise die Übernahme der Abschlagszahlung für Gas- und Wärmekund*innen im Dezember und die Einführung einer Gaspreisdeckelung ab März 2023, hat die Bundesregierung bereits finanzielle Hilfe für Verbraucher*innen auf den Weg gebracht. Auch wenn zum aktuellen Zeitpunkt (Ende Oktober 2022) die Gasspeicher zu knapp 98% gefüllt sind und die Gaspreise am Großmarkt langsam sinken, ist eine mögliche Gasmangellage diesen Winter noch nicht auszuschließen. Daher ist es nach wie vor wichtig auch weiterhin Heizenergie zu sparen. Dass dies möglich ist und die Hamburger*innen solidarisch zusammenstehen, zeigen erste Analysen des Verbrauchsverhaltens. Danach ist der Gasverbrauch in Privathaushalten im Vergleich zum Durchschnitt der letzten beiden Vorjahre um 20% gesunken.

Wer hilft mir, wenn mein Arbeitseinkommen trotz Energiepreispauschale für die Heizkostennachzahlung oder Nebenkostenabrechnung nicht reicht?

Das Jobcenter Hamburg hilft auch, wenn bei Arbeitnehmer*innen durch sehr hohe Belastungen bei den Wohnkosten nur ein zeitweiliger Unterstützungsbedarf auftritt. Die Voraussetzung ist, dass kein gleichzeitiger Anspruch auf Heizkostenzuschuss und Wohngeld. besteht. Das kann selbst mit dem Online-Wohngeldrechner überprüft werden. Um einen möglichen Anspruch konkret prüfen zu können, braucht das Jobcenter dafür einen Antrag auf Grundsicherungsleistungen. Wichtig ist, diesen Antrag beim Jobcenter team.arbeit.hamburg für den Monat zu stellen, in dem die hohen Mehrkosten der Nachzahlung bezahlt werden müssen, weil nur in diesem Monat die Bedürftigkeit besteht. Wer Hilfe braucht, sollte also schnell handeln und online einen Termin für die Antragstellung im Jobcenter buchen.

Was kann ich tun, wenn ich meine Energierechnung akut nicht zahlen kann?

Wende Dich als erstes an Deinen Anbieter. Oft kann eine Ratenzahlung vereinbart werden. Falls das das Problem nicht löst, wende Dich ans Jobcenter Hamburg. Dieses kann prüfen, ob Du Anspruch auf staatliche Hilfen wie Heizkostenzuschuss oder Grundsicherung hast. Das Jobcenter Hamburg hilft auch, wenn bei Arbeitnehmer*innen durch sehr hohe Belastungen bei den Wohnkosten nur ein zeitweiliger Unterstützungsbedarf auftritt. Die Voraussetzung ist, dass kein gleichzeitiger Anspruch auf Heizkostenzuschuss und Wohngeld besteht.

Um Energie- und Wassersperren zu vermeiden, informiert die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft über eine Internetseite sowie über Infoblätter über Hilfs- und Beratungsangebote. Wer Zahlungsschwierigkeiten hat, sollte so schnell wie möglich mit den Anbietern sprechen und prüfen, ob Anspruch auf staatliche Hilfen wie Wohngeld, Heizkostenzuschuss oder Grundsicherung besteht, die hier helfen können. Bei einmaligen Rückständen hilft oft auch die Vereinbarung eines Zahlungsaufschubs oder einer Ratenzahlung. Hamburg plant auch eine Einrichtung eines Härtefallfonds zur Vermeidung von Energiesperren. Der Härtefallfond wird ergänzend zu den Sozialleistungen und den Entlastungspaketen des Bundes eingerichtet. Die Ausgestaltung des Härtefallfonds wird derzeit im Senat erarbeitet und Gespräche mit den Grundversorgern für Strom und Gas in Hamburg geführt.

Soll ich mir jetzt einen Heizlüfter kaufen?

Einige Menschen überlegen nun, wie sie ganz persönlich über den Winter kommen und spielen mit dem Gedanken, sich einen Heizlüfter zu kaufen, also Wärme durch Strom aus der Steckdose zu erzeugen. Dies wäre aus zweierlei Gründen eine völlig falsche Entscheidung: Zum einen ist dies ein noch viel teurerer Weg, als mit Erdgas zu heizen. Diese Art der Wärmeerzeugung ist physikalisch sehr ineffizient, sodass größere Mengen von sowieso schon teurerem Strom benötigt würden. Zum anderen würde dies möglicherweise dazu führen, dass die Stromnetze lokal durch die kurzfristige und gleichzeitige Nachfrage überlasten und es dadurch zu Stromausfällen kommt – also genau das, was gerade mit allen Mitteln zu verhindern versucht wird!

Ich absolviere einen Freiwilligendienst in Hamburg (z.B. FSJ, FÖJ) und habe zunehmend Probleme damit, mit dem Taschengeld zurecht zu kommen. Habe ich in meiner jetzigen Situation zumindest Anrecht auf Wohngeld?

Der Bund hat angekündigt, das Wohngeld ab 2023 deutlich auszubauen. Hierzu gehört auch, die Bedingungen zur Antragsberechtigung so anzupassen, dass deutlich mehr Haushalte Wohngeld beziehen können. Es lohnt sich also in den Freiwilligendiensten spätestens ab 2023 einen Antrag an das entsprechende Bezirksamt zu stellen, auch wenn ein vorheriger Antrag nicht erfolgreich war. Ob man wohngeldberechtigt ist, kann ganz schnell über den Wohngeldrechner herausgefunden werden. Achte darauf, ob die Änderungen ab 2023 dort bereits umgesetzt wurden.

 

Hilfreiche Links:

Jobcenter

Verbraucherzentrale Hamburg

Verein „Mieter helfen Mietern“

Infos zum Wohngeld

Energiespartipps

Du hast weitere Fragen? Komm gern auf uns zu!