FAQ Kultur & Vereine

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Stand: 07. November 2022

Gehen in den Stadtteilkulturzentren, Theatern und Museen nun die Lichter aus, weil die hohen Energiepreise nicht bezahlt werden können?
    Unbedingtes Ziel ist, die Kultureinrichtungen trotz stark gestiegener Energiepreise offen zu halten. Prognostiziert wird ein Anstieg der Kosten um das bis zu 5-fache. Wie hoch die zusätzlichen Belastungen für die einzelnen Einrichtungen sein werden, wird derzeit abgeschätzt. Eine EU-Verordnung regelt für den Ernstfall, also leere Gasspeichern, wer Vorrang bei einer Mangellage hat. Kultur gehört nicht zu einem gesondert geschützten Bereich und würde darum nach den Vorgaben des „Notfallplans Gas“ Energie einsparen müssen. Ändern kann diese Einschätzung die Bundesnetzagentur, die für die Energiezuweisung verantwortlich ist, denn es könnten z.B. durch zu niedrige Temperaturen in Museen und Depots vom Gesetz her schützenswerte wertvolle Kulturgüter beschädigt werden.

 

Werden die Eintrittspreise für Kultureinrichtungen nun teurer, weil Strom- und Heizkosten gestiegen sind?
    Ob die Einrichtungen durch gestiegene Preise die erhöhten Energiekosten auffangen können und wollen, ist eine individuelle Entscheidung.

 

Gibt es zusätzliche finanzielle Mittel für die Kultureinrichtungen?
    Im Haushaltsplan, der im Dezember 2022 vom Parlament für die Haushaltsjahre 2023/24 beschlossen wird, sind keine gestiegenen Energiekosten berücksichtigt, da zum Zeitpunkt der Aufstellung diese Entwicklungen nicht absehbar waren. Die Bürgerschaft wird im November eine Nachbewilligung von Mitteln („Notfallfonds Energiekrise“) mit einem Startkapital von 125 Millionen Euro beschließen, die anteilig auch den Kulturinstitutionen zur Verfügung stehen. Ist es einer durch städtische Zuwendungen finanzierten Kultur- oder Stadtteileinrichtung nicht mehr möglich, die Energiekosten trotz Einsparbemühungen aufzufangen, kann sie sich an die BKM wenden und mit entsprechenden Nachweisen eine ergänzende Zuwendung beantragen. Vom Bund wurde ein „Kulturfonds Energie“ angekündigt, der sich aus den Resten des Corona-Sonderfonds für Kulturveranstaltungen speist (ca. 1,8 Milliarden Euro).

 

Was können die Kultureinrichtungen selbst gegen die gestiegenen Energiekosten überhaupt unternehmen?
    Sie können Energie überall dort einsparen, wo es möglich ist, ohne ihre Funktionsfähigkeit zu gefährden, beispielsweise durch LED-Lampen, weniger Heizen oder angepasste Lüftung. Die Behörde für Kultur und Medien (BKM) ist im engen Austausch mit den Kultureinrichtungen um zu klären, wie und wo Energiekosten reduziert werden können. Die Kulturminister*innen aller Länder erarbeiten gemeinsam passende Maßnahmen. Die Behörde für Umwelt, Energie, Klima und Agrarwirtschaft (BUKEA) hat einen Energiesparplan zu Einsparpotenzialen für den öffentlichen Bereich zusammengestellt, den auch die Kultureinrichtungen als Leitlinie nutzen können.

 

Wie ist die Lage der Sportvereine?
    Sport ist für unsere Gesellschaft essentiell. Er stärkt die physische und psychische Gesundheit, fördert Zusammenhalt und soziales Engagement, betreibt aktiv Inklusion und Integration und ermöglich dadurch gesellschaftliche Teilhabe. In Hamburg haben wir über 800 Sportvereine- und verbände mit knapp 500.000 Mitgliedern. Damit ist der organisierte Sport in Hamburg die größte zivilgesellschaftliche Organisation. Eine Umfrage des Deutschen Olympischen Sportbundes im Oktober in Zusammenarbeit mit den 16 Landessportbünden zur Lage der Vereine in der Energiekrise hat ergeben, dass die Lage der Sportvereine teilweise angespannter ist, als während der Corona-Pandemie. Während der Corona-Pandemie mit den Lockdowns sind viele Mitglieder aus den Vereinen ausgetreten. Reserven der Vereine wurden während dieser Zeit z.T. aufgebraucht. Durch die schnellen und zielgerichteten staatlichen Hilfen wurde den Vereinen unter die Arme gegriffen und mit einer Mitgliederkampagne in Hamburg über 20.000 Mitglieder (wieder)gewonnen. Durch die Energiekrise befürchten fast die Hälfte der Vereine starke Auswirkungen wie z.B. Einschränkungen des Trainingsbetriebs, einzelne Abteilungsschließungen oder Mitgliederrückgänge. Vereinzelt fühlen sich Vereine in ihrer Existenz bedroht. Während bei den öffentlichen Sportstätten in den Bezirken die Energiekosten übernommen werden, haben gerade Vereine mit vereinseigenen Sportanlagen enorme Mehrbelastungen zu stemmen. Die Vereine sind auch in dieser Krise abhängig von schnellen finanzielle Entlastungen. Wir nehmen die Sorgen und Nöte der Vereine ernst und setzen uns bei jeder Gelegenheit für diese ein. Der Sport muss bei allen staatlichen Förderungen mit bedacht werden.

 

Ich bin ehrenamtlich für einen gemeinnützigen Verein aktiv, der muss jetzt von den wenigen Spendengeldern mehr für Energie, Miete etc. bezahlen. Ich mache mir Sorgen, dass der Verein es mit seinen wichtigen Projekten nicht über den Winter schafft.
        • Gemeinnützige Vereine müssen in Hamburg ihre wichtige Arbeit und Projekte nicht nur mit privaten Spenden umsetzen. Sie können bis zu 5.000 Euro in ihrem Bezirksamt beantragen, und sogar bis zu 30.000 Euro bei der Sozialbehörde. Wichtig dabei ist, dass die Arbeit mit Engagierten im Vordergrund steht. Das Engagement Dock berät darüber hinaus in Hamburg zu den Themen Fördermittel, Antragstellung und Vereinsentwicklung. Mehr dazu findest Du in den

      Förderrichtlinien .