FAQ Mobilität

Zurück

Stand: 3. Februar 2023
(Die Antwort öffnet sich mit Klick auf die Frage)

Wann kommt endlich das 49-Euro-Ticket?

Aktuell laufen noch die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern, es müssen noch Finanzierungsfragen geklärt werden. Hamburg ist bereit und kann jederzeit das Deutschlandticket einführen – der hvv hat sogar schon einen Vorverkauf gestartet, Du kannst dir unter www.hvv.de/de/49euro schon das Deutschlandticket sichern. Derzeit scheint eine Einführung im April oder Mai wahrscheinlich. Wenn Du ein Abo oder Profiticket hast, wird dein Ticket zum Start des Deutschlandtickets automatisch durch den hvv umgestellt.

Wird es wieder einen Tankrabatt zur Entlastung von uns Bürger*innen wie im Sommer geben?

Ein weiterer Tankrabatt ist derzeit nicht geplant. Wir halten es auch für falsch, einen solchen Tankrabatt fortzuführen. Bereits im Sommer hat sich gezeigt, dass der Rabatt nicht wie geplant bei den Bürger*innen ankam. Außerdem würden wir damit wieder das klimaschädliche Autofahren unterstützen – gerade in einer Energiekrise wäre das kontraproduktiv. Noch dazu erreicht dieser Rabatt nur diejenigen, die überhaupt ein Auto besitzen – in Hamburg haben rund 43% der Haushalte kein Auto und gingen daher leer aus. Dies ist besonders deshalb fatal, weil diese autolosen Haushalte im Durchschnitt zu den Hamburger Haushalten mit geringeren Einkommen gehören, die Unterstützung umso dringender bräuchten.

Wie kann ich selbst in meiner Mobilität Energie sparen? Wie bin ich am energiesparendsten unterwegs?

Die Antwort ist ganz klar: zu Fuß, mit dem Rad und dem öffentlichen Nahverkehr bist Du am energiesparendsten unterwegs. Wenn Du doch mal ein Auto brauchst, achte auf treibstoffarmes Fahren, fahre also weitsichtig, bremse nicht knapp vor der Ampel aus voller Fahrt und beschleunige nicht unnötig. Die Heizung verbraucht übrigens auch viel Energie – bei vereisten Scheiben ist das Eiskratzen also besser als Auftauen mit der Klimaanlage. Da auch die Herstellung eines Autos viel Energie kostet, ist es am sinnvollsten, sich ein Auto mit anderen zu teilen, z. B. über switch und stationäres Carsharing.

So wichtig der Beitrag von jeder Person von uns ist, liegen die großen Einsparpotenziale jedoch vor allem in Wirtschaft, Industrie, Verwaltung und auch in den Verkehrsunternehmen, und dort legen wir dementsprechend auch den Schwerpunkt.

Was tut eigentlich die Hochbahn zum Energiesparen?

Die Hochbahn setzt Energiesparmaßnahmen in den Bahnen und Bussen, in den Büros und Werkstätten um. Z. B. wird die Effektbeleuchtung an Bussen, Bahnen und an Stationen fast vollständig abgeschaltet – die Sicherheitsbeleuchtung bleibt natürlich an. Außerdem wurden, wie in allen öffentlichen Büros, gemäß der Energiesparverordnung der Bundesregierung unter anderem die Temperaturen in Büros und Werkstätten und U-Bahnen abgesenkt. Frieren musst Du aber in der U-Bahn nicht, denn geheizt wird trotzdem, die Temperatur wird nur etwas abgesenkt. Und Du kommst ja eh mit Winterjacke von draußen rein und behältst die an.

Wäre es nicht besser, statt der E-Busse wieder Dieselbusse einzusetzen?

In den Abend- und Nachtzeiten fahren bereits unabhängig von der aktuellen Situation weniger Busse, als in der Hauptverkehrszeit. Der öffentliche Nahverkehr ist jedoch ein wichtiges Transportmittel, das alle Menschen nutzen können – auch diejenigen ohne Auto, ohne Führerschein, die Jungen und die Alten. Ein Mobilitätsangebot ist auch in den Abend- und Nachtstunden deshalb so wichtig und spart damit insgesamt wieder Energie, wenn Menschen deshalb nicht den privaten Pkw nutzen.

Die Busse und Bahnen sind abends und nachts fast leer – das kostet doch unnötig Energie, kann man da nicht was machen?

In den Abend- und Nachtzeiten fahren bereits unabhängig von der aktuellen Situation weniger Busse, als in der Hauptverkehrszeit. Der öffentliche Nahverkehr ist jedoch ein wichtiges Transportmittel, das alle Menschen nutzen können – auch diejenigen ohne Auto, ohne Führerschein, die Jungen und die Alten. Ein Mobilitätsangebot ist auch in den Abend- und Nachstunden deshalb so wichtig und spart damit insgesamt wieder Energie, wenn Menschen deshalb auf den privaten Pkw verzichten.

Wäre es nicht gut, wir würden alle Baumaßnamen für Straßen, U-Bahnen und Schnellbahnen pausieren?

Klar, Baustellen kosten Energie, sowohl Gas als auch Strom. Hier wird in der Bauabwicklung bereits darauf geachtet, möglichst effizient und energiesparend zu arbeiten. So wurden beispielsweise die Bauplanungen der U5 komplett überarbeitet und erreichten dadurch eine Einsparung an CO2-Emissionen um zwei Drittel. Eine Pausierung der Baumaßnahmen ist jedoch nicht sinnvoll, dies würde zu steigenden Kosten, Arbeitslosigkeit im Baugewerbe und einer Verzögerung von wichtigen Infrastrukturprojekten führen. Außerdem brauchen wir dringend z. B. den Ausbau des schienengebundenen Nahverkehrs, um hier attraktive Alternativen zum privaten Pkw zu schaffen – denn diese stellen immer noch den größten Energieverbrauch im Mobilitätssektor dar.

Ein Tempolimit auf Autobahnen würde doch Energie sparen, warum gibt es das nicht?

Aktuell sind Gas und Strom die Herausforderung, nicht der Treibstoff. Trotzdem: Wir Grünen sind ganz klar für ein Tempolimit und in der aktuellen Situation ist es erst recht unumgänglich! Das Tempolimit auf Autobahnen wird auf Bundesebene geregelt, wir versuchen von Hamburg aus alles, damit es endlich kommt. Doch leider gibt es da noch ein paar Widersacher*innen. Übrigens gab es zur Ölkrise 1973 bereits sechs Monate lang ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen.

Würde nicht auch Tempo 30 in der Stadt beim Energiesparen helfen?

Der Schluss liegt nahe, allerdings zeigen Studien, dass eine Absenkung von Tempo 50 auf Tempo 30 in der Stadt nicht dazu führt, dass weniger Treibstoff verbraucht wird, sondern nahezu gleich viel. Tempo 30 in der Stadt ist aber aus vielen anderen Gründen sinnvoll und trägt zum Energiesparen bei: allen voran aus Sicherheitsgründen nicht nur für Fußgänger*innen, Radfahrer*innen oder Rollstuhlfahrer*innen, Kinder und Ältere, sondern auch für die Autofahrer*innen. Tempo 30 macht das zu Fuß gehen und das Radfahren attraktiver, so gelingt der Wechsel zur autounabhängigen und ressourcenschonenden Mobilität. Außerdem würde Tempo 30 zu weniger Lärm und weniger Feinstaubemissionen sowie einer höheren Lebensqualität in der Stadt führen.

Würde es nicht auch helfen, den Autoverkehr einzuschränken, z. B. durch autofreie Sonntage, wie während der Ölkrise der 1970er?

Wegen der Ölkrise 1973 gab es insgesamt vier autofreie Sonntage in Deutschland, durch die Kraftstoff und CO2 eingespart wurden. Das ist auf jeden Fall ein interessanter Gedanke, aber aktuell sind Gas und Strom die Herausforderung, nicht Treibstoff. Und wie das Tempolimit auf Autobahnen haben autofreie Sonntage derzeit noch nicht genügend Unterstützung.

 

Du hast weitere Fragen?