Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich mit einem gemeinsamen Antrag für die Möglichkeit gleichberechtigter Doppelspitzen im Bezirksverwaltungsgesetz ein. Bislang ist eine geteilte Führungsverantwortung auf Bezirksebene nur im Innenverhältnis möglich. Die beiden Regierungsfraktionen sprechen sich dafür aus, dass die Doppelspitze auch im Außenverhältnis, etwa in der Zusammenarbeit mit Senat und Verwaltung, rechtlich anerkannt wird, und beide Co-Vorsitzenden jeweils die gleiche Aufwandsentschädigung erhalten. Der Antrag wird in der kommenden Bürgerschaftssitzung am 2. März beraten (siehe Anlage).
Dazu Lisa Kern, bezirkspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die Arbeit in der Bezirkspolitik stellt hohe Anforderungen an ehrenamtlich tätige Abgeordnete. Gerade in der Fraktionsführung ist die Vereinbarkeit von Mandat, Beruf und Familie eine große Herausforderung. In einer gleichberechtigten Doppelspitze lassen sich Aufgaben sinnvoll verteilen, wovon die Vorstandsarbeit profitiert. Einige Bezirksfraktionen haben bereits eine Doppelspitze, die jedoch nur nach innen, in die Fraktion hinein, wirken darf. Im Außenverhältnis, etwa bei der Vertretung gegenüber Senat und Verwaltung, gibt es bisher keine rechtliche Basis für eine Doppelspitze. Die Co-Vorsitzenden sind weder gleichberechtigt noch erhalten sie eine gleiche Aufwandsentschädigung. Mit unserem Antrag schaffen wir die Möglichkeit einer tatsächlich gleichberechtigten Doppelspitze, die den Namen verdient und zeitgemäß ist. Sie erleichtert es den beiden Co-Vorsitzenden, ihr Mandat sinnvoll in den Berufs- und Familienalltag zu integrieren. Damit steigert sie die Attraktivität des Ehrenamts und motiviert potenzielle Nachwuchskräfte, sich zu engagieren.“
Dazu Anja Quast, bezirkspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg: „In den Bezirksversammlungen wird die Politik vor Ort in den Quartieren gemacht. Hier brauchen wir in den Fraktionsspitzen in ganz besonderem Maße Menschen, die die Situation und Bevölkerung in den Stadtteilen kennen und ihre Lebenssituation in die Politik tragen. Für die Bezirksversammlungen, deren Mitglieder rein ehrenamtlich arbeiten, ist die Option einer Doppelspitze daher sehr sinnvoll. Denn Menschen, die aufgrund ihrer familiären Situation, im Beruf, in Ausbildung und Studium oder gesundheitlich stark eingebunden sind, haben oft sehr viel Respekt vor der hohen Arbeitsbelastung im Fraktionsvorsitz auf Bezirksebene. Gleiches gilt für Interessierte, die bisher erst wenig Führungserfahrung sammeln konnten. Die Änderung des Bezirksverwaltungsgesetzes ermöglicht nun eine Erleichterung und einen einfacheren Zugang zu dieser Position.“


Neuste Artikel
Rechtspolitik
Entlastung für Beschäftigte – Heilfürsorge für den Justizvollzug kommt
Beschäftigte im Justizvollzug leisten täglich unter hohen körperlichen und psychischen Belastungen einen unverzichtbaren Beitrag für die öffentliche Sicherheit und Resozialisierung von Gefangenen. Anders als Polizei und Feuerwehr hatten sie bislang keinen Zugang zur Heilfürsorge. Mit einem interfraktionellen Antrag wollen die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen und Linken das ändern und die Heilfürsorge auf den Justizvollzugsdienst…
Umwelt
21. Parlamentsforum Südliche Ostsee – SPD, CDU, Grüne und Linke fordern Saubere Luft als nachhaltige Entwicklungschance
Vor dem Hintergrund der neuen EU-Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft für Europa sollen auch im südlichen Ostseeraum künftig sozial ausgewogene und wirksame Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, die zugleich Energie- und Versorgungssicherheit sowie wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit berücksichtigen. Die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen und Die Linke sprechen sich dafür aus, die nachhaltige Entwicklung der Region weiter aktiv…
Tourismus
Vorteile von ChatGPT und Co nutzen – Reiseziel Hamburg fit für das KI-Zeitalter machen
Künstliche Intelligenz verändert den modernen Tourismus und die Art und Weise, wie Reisen geplant werden. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen die Vorteile von KI für den Hamburger Tourismus aktiv nutzen und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken. Ein gemeinsamer Bürgerschaftsantrag sieht vor, den Online-Auftritt der Stadt Hamburg so zu optimieren, dass das vielfältige touristische Angebot…
Ähnliche Artikel
Bezirke
Neue grüne Bezirksamtsleitung in Altona und grün-rote Koalition in Eimsbüttel – Storm und Alam: „GRÜNE sorgen für stabile politische Verhältnisse und Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg!”
Gestern Abend wählte die Altonaer Bezirksversammlung den grünen Kandidaten Sebastian Kloth zum neuen Bezirksamtsleiter. Ebenfalls in dieser Woche hat sich die neue Eimsbütteler Regierungskoalition, bestehend aus GRÜNEN und SPD, auf einen unabhängigen Kandidaten für die Bezirksamtsleitung geeinigt: den Verwaltungsexperten Christian Zierau, vorgeschlagen von der grünen Bezirksfraktion. Selina Storm, Landesvorsitzende der GRÜNEN Hamburg, zu Altona: „Herzlichen…
Bezirke
Kloth übernimmt Bezirksamt Altona – Kern: „Ein grüner Gewinn für den Bezirk Altona“
Altonas Bezirksversammlung hat am Donnerstagabend Sebastian Kloth zum neuen Bezirksamtsleiter gewählt. Der 44-Jährige, bislang Baudezernent in Altona, folgt auf Stefanie von Berg, die im Sommer in die Umweltbehörde gewechselt war. Mit der Wahl bleibt die Spitze des Bezirksamts in grüner Hand. Die Grüne Fraktion gratuliert Sebastian Kloth herzlich zu seiner Wahl und wünscht ihm für…
Bezirke
Denkmalgeschützter Bildungsort – Rot-Grün fördert klimafreundliche Sanierung der Villa Mutzenbecher
Das schiefergedeckte Dach der denkmalgeschützten Villa Mutzenbecher muss saniert werden. Für eine klimafreundliche Modernisierung wird unter anderem das Dach mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet, die optisch an Schieferschindeln angelehnt sind und für erneuerbare Energie sorgen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen die Sanierung des Bildungsortes im Niendorfer Gehege mit 450.000 Euro aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2030….