Viele Tausend Menschen in Deutschland warten auf eine lebensrettende Organspende. Um die Abläufe in Hamburger Entnahmekliniken zu optimieren und so mehr Organspenden zu realisieren, hat der Senat ein Gesetz mit entsprechenden Vorgaben entworfen. Die Regierungsfraktionen von Grünen und SPD setzen sich mit einem Zusatzantrag, der am Donnerstag in den Gesundheitsausschuss eingebracht wird, für eine größere Verbreitung von Organspendeausweisen ein. Bisher geben vor allem die Passstellen der Kundenzentren mit den Ausweispapieren immer auch einen Organspendeausweis aus. Weitere Möglichkeiten, wie zum Beispiel des Landesbetriebs Verkehr, sollen geprüft werden.
Dazu Christiane Blömeke, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Das neue Transplantationsgesetz schafft wichtige Vorgaben und klare Zuständigkeiten in den Hamburger Entnahmekliniken. Das bedeutet für alle Beteiligten mehr Sicherheit und Transparenz. Aber das Gesetz alleine reicht nicht aus, wenn zu wenige Menschen zur Organspende bereit sind. Daher wollen wir den Organspendeausweis verstärkt verbreiten. Er wird schon heute bei der Ausgabe von Personalausweisen und Reisepässen zusammen mit einer Informationsbroschüre ausgehändigt. Diese Praxis wollen wir auch auf andere Stellen ausweiten. Aus meiner Sicht gehören Führerschein und Organspendeausweis zusammen. Beim Landesbetrieb Verkehr soll daher intensiv geprüft werden, wie im Kundenkontakt mehr Menschen für das Thema sensibilisiert werden können. Denn ein zu Lebzeiten ausgefüllter Organspendeausweis – der klar dokumentiert, ob man im eigenen Todesfall spenden möchte oder nicht – ist für alle Beteiligten eine enorme Erleichterung. Bei den Führerschein- und Zulassungsstellen erreichen wir viele Menschen, so dass wir die Hoffnung haben, hier auch mehr Organspender zu gewinnen.“
Dazu Sylvia Wowretzko, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Jeden Tag sterben auch in Hamburg Menschen, deren Leben durch ein verfügbares Spenderorgan gerettet werden könnte. Es ist deshalb wichtig, die Zahl der in den Kliniken realisierten Organspenden von Menschen, die dazu bereit sind, zu erhöhen und insgesamt die Bereitschaft zur Organspende zu stärken. Der Organspendeausweis bietet für die Steigerung der Spendebereitschaft ein gutes Instrument. Deshalb wollen wir prüfen, an welchen weiteren Stellen die Stadt den Organspendeausweis überreichen kann. Ich freue mich zudem, dass die SPD in der GroKo durchsetzen konnte, dass verbindliche Freistellungsregelungen für Transplantationsbeauftragte in den Krankenhäusern geschaffen und diese auch finanziert werden sollen und die Organentnahme höher vergütet werden sollen als bisher.“
Hintergrund:
Der Organspendeausweis soll die Auseinandersetzung der Bürgerinnen und Bürger mit der Frage fördern, ob sie im Falle ihres Todes mit einer Organspende einverstanden sind oder nicht. Der Ausweis ermöglicht es auch, die Ablehnung einer Organspende zu dokumentieren. Im Fall der Fälle ist es von großer Bedeutung, dass schnell Klarheit darüber herrscht, wie ein Verstorbener/eine Verstorbene zur Frage der Organspende stand.


Neuste Artikel
Migration
Starke Stimmen für Integration – Rot-Grün will Landesintegrationsbeirat gesetzlich verankern
Menschen mit Migrationsgeschichte sollen auch künftig eine starke und verlässliche Stimme in Hamburgs Politik haben. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen die Arbeit des Landesintegrationsbeirats daher erstmals auf eine gesetzliche Grundlage stellen. Ziel des rot-grünen Antrags ist es, die Beteiligung von Menschen mit Migrationsgeschichte dauerhaft zu stärken und die bewährte Arbeit des Beirats langfristig…
Bergedorf
Neuer Standort am Holzhafenufer – Rot-Grün unterstützt Neubau der Mundhalle in Bergedorf
Da der bisherige Standort Ende 2026 aufgegeben werden muss, ist ein Neubau der Bergedorfer Mundhalle am Holzhafenufer in Moorfleet nötig. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen dessen Finanzierung mit 270.000 Euro aus dem Sanierungsfonds 2030, dazu kommen 400.000 Euro aus dem Investiven Quartiersfonds. In Kombination mit Eigenmitteln der Genossenschaft Mundhalle eG ist die Finanzierung…
Fraktionsvorstand
Aktuelle Stunde – Imhof: „Während die CDU auf billige Empörung setzt, verbessern wir den Alltag der Menschen in unserer Stadt“
Für gewöhnlich melden die demokratischen Fraktionen für die Aktuelle Stunde der Bürgerschaft eigene Themen mit dem Ziel einer spannenden und vertieften Auseinandersetzung an. Aber statt eigene Ideen vorzubringen und eine konstruktive Debatte anzuregen, hat sich die CDU-Fraktion heute zu einem undifferenzierten Rundumschlag gegen grüne Politik entschieden. Dieser erscheint allein parteipolitisch motiviert und entbehrt jeder sachlichen…
Ähnliche Artikel
Gesundheit
Stärkung von Standort Bergedorf und UKE-Campus – Görg: „Hamburg zeigt Weitsicht bei der Gesundheitsversorgung“
Mit den heute unterzeichneten Letters of Intent bekräftigt der Senat ein zentrales Vorhaben für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung: Die Standorte Bergedorf und der neue UKE-Campus sollen ihren Stärken entsprechend weiterentwickelt werden für eine bestmögliche Behandlung von Patient*innen. Besonders erfreulich ist aus Sicht der Grünen Fraktion die geplante Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) im neuen Stadtteil Oberbillwerder…
Gesundheit
Eröffnung der psychiatrischen Schwerpunktambulanz in der Repsoldstraße – Görg: „Obdachlose Menschen mit psychischen Erkrankungen erhalten hier endlich gezielt Unterstützung“
Am 1. April eröffnet die psychiatrische Schwerpunktambulanz in der Repsoldstraße 27. Damit schafft Hamburg ein wichtiges Angebot für psychisch erkrankte, suchtkranke und obdachlose Menschen, die bislang kaum Zugang zu psychiatrischer Versorgung hatten. Im September 2025 wurden in der Repsoldstraße 27 bereits 30 Übergangsplätze für Menschen, die von Sucht und Wohnungslosigkeit betroffen sind, eingerichtet. Die Schwerpunktambulanz…
Gesundheit
Stadtteilklinik Wilhelmsburg – Rot-Grün treibt pragmatische Standortlösung voran
Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich für zügige Fortschritte bei der Realisierung einer neuen Stadtteilklinik in Wilhelmsburg ein und treiben eine pragmatische Klärung der Standortfrage voran. Die Fraktionen ersuchen den Senat, ergänzend zum bisherigen Fokus auf Groß-Sand auch alternative Flächen im Stadtteil zu prüfen, um die medizinische Versorgung bedarfsgerecht und zügig auszubauen. Über…