In der heutigen Bürgerschaftssitzung wird die Senatsdrucksache zum Biotopverbund in Hamburg debattiert (21/15508). Mit Beschluss der Drucksache müssen zukünftig die Biotopverbände auch in der Bauleitplanung der Stadt berücksichtigt werden. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion begrüßt diesen Schritt als einen wichtigen Beitrag für den Naturschutz und das grüne Hamburg.
Dazu Ulrike Sparr, umweltpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Mit der Aufnahme des Biotopverbundes in das Hamburger Landschaftsprogramm haben wir einen großen Fortschritt im Sinne des Naturschutzes und für Hamburgs Grün erzielt. Ab jetzt muss bei jeder Erstellung eines Bebauungsplans abgewogen werden, ob das konkrete Vorhaben es wirklich wert ist, ein vorhandenes Biotop zu zerstören. Damit erhält der Schutz der Natur einen erheblich größeren Stellenwert als zuvor. Alster und Elbe mit ihren Uferzonen, eine Vielzahl kleinerer Gewässer, Wiesen und Moore – die besondere Natur macht Hamburg erst zu dem, was es ist. Damit Tier- und Pflanzenarten überleben können, brauchen sie nicht nur isolierte grüne Flecken in einer Betonwüste, sondern die Gelegenheit, sich zwischen verschiedenen Biotopen zu bewegen! Hinzu kommt: Wenn wir die Natur schützen, schützen wir auch uns selbst! Der Biotopverbund umfasst beinahe das ganze Grüne Netz und ist damit ein wichtiger stabilisierender Faktor für das Hamburger Stadtklima. In heißen Sommern können solche Naturzonen drei bis vier Grad kühler sein als Häuserschluchten.“
Hintergrund:
Ob Libellen, Erdkröten oder Fischotter – damit Tiere und Pflanzen in der Natur überleben können, brauchen sie nicht nur einen geeigneten Lebensraum, sondern auch die Chance, von einem Biotop zum nächsten zu gelangen. Nur so können sich Populationen bilden, die groß genug sind, um das Überleben der Arten zu sichern, und nur so können Tiere und Pflanzen wieder in einen Lebensraum einwandern, aus dem sie einmal vertrieben wurden.
Der Biotopverbund macht fast ein Viertel der Hamburger Landesfläche aus. Damit überschreitet der Stadtstaat erheblich den gesetzlichen Mindestwert von 15 Prozent. Der Biotopverbund umfasst alle Naturschutzgebiete, die meisten Flächen des Grünen Netzes und die wertvollsten Landschaftsschutzgebiete. Das Bundesnaturschutzgesetz fordert zudem, die Biotope auch zwischen den Bundesländern zu vernetzen. Gemeinsam mit Niedersachsen und Schleswig-Holstein arbeitet Hamburg im „Leitprojekt Biotopverbund“ daran, Lebensräume für Tiere und Pflanzen auch über die Landesgrenzen hinaus zu verbinden, z.B. in der Wedeler Au oder entlang von Gewässerstreifen.
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