Die rot-grüne Koalition verabschiedet nach umfassenden Beratungen das novellierte Polizeigesetz in der heutigen Bürgerschaftssitzung. Dieses wird künftig die Grundlage für eine moderne Polizeiarbeit in der Hansestadt sein. Damit folgt Hamburg einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts und setzt europarechtliche Vorgaben für den Datenschutz um.
Dazu Antje Möller, innenpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Keine Online-Durchsuchung wie in Rheinland Pfalz oder Hessen, kein Gefährdergewahrsam wie in NRW, keine Erweiterung des Gefahrenbegriffs wie in Bayern. Mit Blick auf die aktuellen Gesetzesnovellierungen in den anderen Bundesländern beschließt die Bürgerschaft heute ein ausgewogenes Polizeirecht, das die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zum BKA-Gesetz umsetzt und den Datenschutz im Polizeirecht verbessert. In der intensiven Beratungsphase des Gesetzes in Bürgerschaft und Innenausschuss haben wir zudem durch Änderungen am Gesetzentwurf klargestellt, dass im neuen Polizeirecht keine Grundlage für ein ‚Predictive Policing‘ der Polizei geschaffen wird. Das heute beschlossene Gesetz ist sachorientiert und unideologisch, die Zeiten der Scharfmacher sind vorbei.“
Dazu Sören Schumacher, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Für uns war immer klar, dass sich Hamburg nicht an einem Wettbewerb um das schärfste Polizeigesetz beteiligen wird. Das Bundesverfassungsgericht hat eine zeitgemäße und maßvolle Anpassung der polizeilichen Befugnisse vor dem Hintergrund sich verändernder Bedingungen in der Polizeiarbeit angemahnt und dem sind wir als Parlamentarier nachgekommen. Im Innenausschuss der Bürgerschaft haben wir den Gesetzesentwurf auf Herz und Nieren von Experten prüfen lassen und konnten dabei auch zahlreiche Trugschlüsse wie etwa den Vorwurf, die Gesetzesänderung ermögliche „Predictive Policing“, umfassend widerlegen. Im Ergebnis haben wir nun einen Entwurf, der die richtigen Schwerpunkte setzt. Besonders eingriffsintensive Maßnahmen wie die längerfristige Observation, der Einsatz von Vertrauensleuten und die Rasterfahndung stehen zukünftig unter Richtervorbehalt. Auf der anderen Seite haben wir der Polizei beispielsweise mit der sogenannten Fußfessel ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Straftaten an die Hand gegeben: die elektronische Fußfessel soll die Polizei nicht nur zur Terrorbekämpfung einsetzen können, sondern auch als Maßnahme im Bereich der Beziehungsgewalt, mit der beispielsweise Kontakt- und Näherungsverbote gegenüber Gewalttätern wirkungsvoll ergänzt und konsequenter durchgesetzt werden können. Mit dem neuen Polizeirecht wird Hamburg eine sichere Großstadt bleiben.“


Neuste Artikel
Wohnen
Kein Kavaliersdelikt: Rot-Grün fordert höhere Bußgelder für ungenehmigte Luxussanierungen
Soziale Erhaltungsverordnungen sind ein zentrales Instrument, um bezahlbaren Wohnraum in Hamburg zu schützen und Verdrängung in Quartieren entgegenzuwirken. Mit einem gemeinsamen Antrag setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen dafür ein, die Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen gegen diese Schutzregelungen zu verschärfen. Ziel ist es, auf Bundesebene deutlich höhere Bußgelder für ungenehmigte Luxussanierungen zu erwirken. Über…
Kultur
Hamburger Clubkultur sichern: Rot-Grün unterstützt neuen Standort für das Docks
Für das Docks endet im Frühjahr 2027 der Mietvertrag am Spielbudenplatz. Um Hamburgs größten Musikclub mit seinem vielfältigen und beliebten Kulturangebot erhalten zu können, unterstützen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen den Umzug des Docks an einen neuen Standort in Barmbek-Süd. Mit bis zu 250.000 Euro aus dem Sanierungsfonds 2030 sollen am neuen Standort Maßnahmen…
Kultur
Opernloft zukunftsfest machen: Rot-Grün unterstützt Ausbau im Alten Fährterminal Altona
Das Opernloft hat sich mit innovativen Formaten und niedrigschwelligen Zugängen zur Oper weit über Hamburg hinaus einen Namen gemacht. Um die künstlerische Arbeit sowie die Nachwuchs- und die Bildungsarbeit des Opernlofts zu fördern, wollen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen den Bau einer neuen multifunktionalen Studiobühne im Alten Fährterminal Altona ermöglichen. Mit einem gemeinsamen Antrag…
Ähnliche Artikel
Innenpolitik
Mobilitätswende ganzheitlich stärken – Rot-Grün für mehr Sicherheit im ÖPNV
Der Hamburger ÖPNV bringt jedes Jahr mehr als eine Million Menschen sicher an ihr Ziel. Für den dauerhaften Erfolg der Mobilitätswende in unserer Stadt ist neben verlässlichen Abläufen und niedrigen Ticketpreisen auch das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste entscheidend. Insbesondere das Service- und Sicherheitspersonal leistet dazu einen wichtigen Beitrag und verdient besonderen Schutz. Die Regierungsfraktionen von SPD…
Innenpolitik
Neues DLRG-Rettungsboot – Rot-Grün fördert nachhaltige Sicherheit auf der Alster
Um die Alster als Natur- und Erholungsraum zu schützen, ist der Einsatz klimafreundlicher Technologien unverzichtbar. Zugleich muss die Sicherheit auf dem Wasser weiter uneingeschränkt gewährleistet sein. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen daher die DLRG Wandsbek bei der Anschaffung eines emissionsfreien Elektro-Motorrettungsbootes für den Einsatz auf der Alster mit 83.000 Euro aus dem Sanierungsfonds…
Innenpolitik
NSU-Forschungsstudie startet – Imhof: „Gerade jetzt müssen wir an die Wurzeln des Rechtsextremismus gehen“
Heute stellt die Hamburgische Bürgerschaft gemeinsam mit einer interdisziplinären Forschungsgruppe die nächsten Schritte zur Erforschung des NSU-Komplexes in Hamburg vor. Im Zentrum der Studie stehen unter anderem die damaligen Ermittlungsansätze, Handeln und Kommunikation der zuständigen Institutionen, aber auch die Erforschung der gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen sich der rechtsextreme Terror vollzog. Die groß angelegte Studie geht…