Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen den Anteil von Mädchen und Frauen im Sport erhöhen. Dazu soll die Stadt gemeinsam mit dem Hamburger Sportbund gezielt Maßnahmen entwickeln, um mehr weibliche Mitglieder für die Sportvereine zu gewinnen. Das sieht ein gemeinsamer Antrag vor, der am 13. April in der Hamburgischen Bürgerschaft debattiert wird. Das Projekt soll dem überproportionalen Mitgliederschwund von Mädchen und Frauen infolge der Corona-Pandemie entgegenwirken und bis zu 500.000 Euro aus dem Hamburger Haushalt erhalten.
Dazu Maryam Blumenthal, sportpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Unser Ziel ist Gleichberechtigung in allen gesellschaftlichen Bereichen. Das ist auch im Leitbild des organisierten Hamburger Sports festgehalten, dennoch sind dort nur 34,2 Prozent der fast 500.000 Mitglieder weiblich. Mädchen und Frauen sind also stark unterrepräsentiert, es gibt eine Menge Nachholbedarf. Dieses Problem hat sich durch die Corona-Pandemie nun noch einmal verstärkt: Die Mitgliederstatistik des Hamburger Sportbundes e. V. zeigt ganz klar, dass zuletzt vornehmlich weibliche Mitglieder aus Vereinen ausgetreten sind. Grund ist hierfür, dass in der Pandemie vor allem der Indoor-Sport gelitten hat, den viele Mädchen und Frauen ausüben. Zudem leisten Frauen in ihren Familien und in der Gesellschaft mehrheitlich die Care-Arbeit, halten den Laden also mit ihrem Einsatz – insbesondere in der Pandemie – am Laufen. Das dürfte zuletzt aufgrund zu hoher Belastungen auch zu Austritten geführt haben, darf so aber nicht weitergehen. Deshalb wollen wir mit unserem Antrag kurzfristig gegensteuern und wieder dafür sorgen, dass mehr weibliche Mitglieder in die Sportvereine kommen.“
Dazu Juliane Timmermann, sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg: „Der Sport braucht mehr Mädchen und Frauen. Es ist nicht genug, wenn nur rund ein Drittel der Mitglieder in den Strukturen des Hamburger Sportbundes weiblich sind. Klar ist, während der Pandemie war der Mitgliederschwund von Mädchen und Frauen in den Sportvereinen überproportional hoch. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Zum Beispiel bestehen Mehrfachbelastungen in Familie und Beruf oder Sperrungen von Hallen und damit keine Möglichkeit, Indoor-Sportarten zu betreiben. Denn viele Mädchen und Frauen sind auch im Hallensport aktiv. Mit über 15.000 eingelösten Active-City-Gutscheinen gelingt es uns in Hamburg bereits sehr gut, wieder Mitglieder in die Sportvereine zu bekommen. Speziell für Mädchen und Frauen wollen wir jetzt noch einmal eine Schippe drauflegen. Mit bis zu 500.000 Euro können wir helfen, dass der Sport zielgruppenspezifische Maßnahmen schnell entwickeln kann. Damit die Zukunft des Sports weiblicher wird.“


Neuste Artikel
Fraktionsvorstand
Aktuelle Stunde – Imhof: „Während die CDU auf billige Empörung setzt, verbessern wir den Alltag der Menschen in unserer Stadt“
Für gewöhnlich melden die demokratischen Fraktionen für die Aktuelle Stunde der Bürgerschaft eigene Themen mit dem Ziel einer spannenden und vertieften Auseinandersetzung an. Aber statt eigene Ideen vorzubringen und eine konstruktive Debatte anzuregen, hat sich die CDU-Fraktion heute zu einem undifferenzierten Rundumschlag gegen grüne Politik entschieden. Dieser erscheint allein parteipolitisch motiviert und entbehrt jeder sachlichen…
Klima
Erfolg für die Wärmewende – Domm: „Zahl neuer Wärmepumpen mehr als verdoppelt“
Die Zahl der angemeldeten Wärmepumpen in Hamburg ist innerhalb eines Jahres stark angestiegen: Von Januar bis Mai 2026 wurden 1214 neue Wärmepumpen bei den Hamburger Energienetzen angemeldet – im Vorjahr waren es im selben Zeitraum noch 487. Das geht aus einer Schriftlichen Kleinen Anfrage (SKA) der Grünen Bürgerschaftsabgeordneten Rosa Domm und Melanie Nerlich an den…
Sozialversicherungsbeiträge: (Ehemalige) Landesvorstandsmitglieder übernehmen Beschäftigtenbeiträge selbst
Mitgliedermailing der Landesschatzmeisterin Tonja Körner-Uhlmann: Liebe Freund*innen, in der Diskussion rund um die Sozialversicherungsbeiträge der (ehemaligen bzw. aktuellen) Landesvorstandsmitglieder Maryam Blumenthal, Leon Alam, Lisa Kern, Anna Gallina und Martin Bill gibt es Neuigkeiten, die ich zügig mit euch teilen möchte: Die betroffenen Personen werden den vollständigen Beschäftigtenanteil übernehmen und freiwillig an die Partei zahlen….
Ähnliche Artikel
Sport
Trendsport Pickleball – Rot-Grün stärkt sportliche Vielfalt in Hamburg
Trendsportarten gewinnen bundesweit wie auch in Hamburg zunehmend an Bedeutung und sprechen neue Zielgruppen für Sport und Bewegung an. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen die wachsende Trendsportart Pickleball in Hamburg gezielt in den Blick nehmen und die Erprobung neuer Spielmöglichkeiten auf den Weg bringen. An geeigneten Pilotstandorten – etwa in Schulsporthallen, auf Schulhöfen…
Sport
Eis- und Radrennbahn Stellingen – Initiative für Übergangslösung und Neubau
Die Kunsteis- und Radrennbahn in Stellingen musste kürzlich aufgrund massiver Schäden am 30 Jahre alten Membrandach aus Sicherheitsgründen schließen. Die Sanierung ist aus technischer und wirtschaftlicher Perspektive nicht sinnvoll. Um eine Übergangsmöglichkeit für die Sportler*innen zu schaffen und eine neue Sportstätte in Stellingen anzustoßen, bringen die Regierungsfraktionen nun bis zu 125.000 Euro aus dem Sanierungsfonds…
Sport
Neuer Kunstrasenplatz in Jenfeld – HFV-Sportanlage wird fit für die Zukunft
Der Kunstrasenplatz auf dem Gelände des Hamburger Fußballverbands (HFV) in Jenfeld ist einer der letzten in Hamburg, die noch mit dem umweltschädlichen Gummigranulat „Infill“ befüllt sind. Mit einem gemeinsamen Antrag bringen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen jetzt die Sanierung des Platzes auf den Weg. Dafür sollen bis zu 165.000 Euro aus dem Sanierungsfonds Hamburg…