Zusammenhängende Biotope sind entscheidend für die biologische Vielfalt in Hamburg. Sie bieten Tieren Raum für Nahrung, Wanderbewegung und Fortpflanzung. Doch durch dichte Bebauung und Infrastruktur sind viele Biotope in Hamburg voneinander abgeschnitten. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich daher mit einem gemeinsamen Antrag dafür ein, das städtische Biotopnetz zu analysieren und bestehende Lücken zu schließen. Ziel ist es, wichtige Flächen gezielt aufzuwerten und die Verbindungen zwischen den Naturräumen zu verbessern. Über den rot-grünen Antrag entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft am 25. März.
Dazu Lisa Maria Otte, umweltpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Hamburg: „Genauso wie Menschen Straßen und Radwege brauchen, um von A nach B zu kommen, sind Tiere und Pflanzen auf verbundene Grünflächen angewiesen. Über diese gelangen sie von einem Biotop zum nächsten, finden Nahrung und können sich fortpflanzen. In Hamburg ist das jedoch oft nicht möglich, da dichte Bebauung und Verkehrswege die Natur zerschneiden. Das zeigt sich aktuell besonders bei der Amphibienwanderung: Nicht alle Frösche, Kröten und Molche, die auf dem Weg zu ihren Laichgewässern eine Straße überqueren müssen, erreichen ihr Ziel. Isoliert gelegene Parks, Wälder, kleine Gewässer und Naturschutzgebiete werden dann für viele Arten zur Sackgasse. Werden Lebensräume zu klein und voneinander getrennt, treffen sich immer weniger Tiere einer Art. Der Genpool schrumpft, Populationen werden anfälliger für Krankheiten und verschwinden langfristig. Das wollen wir ändern. Mit einer genauen Analyse der städtischen Biotope wollen wir Lücken zwischen Grünflächen identifizieren und schließen. Beim Ankauf neuer Flächen achten wir darauf, dass Verbindungen zwischen Lebensräumen entstehen und Tiere – etwa wandernde Amphibien – sicher von einem Gebiet ins nächste gelangen. So entsteht ein vernetztes System aus Lebensräumen, das die biologische Vielfalt stärkt und den Hamburger*innen gleichzeitig mehr Erholung vor der Haustür bietet.“
Dazu Alexander Mohrenberg, umwelt- und klimapolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Gerade angesichts des weltweiten Artensterbens ist es besonders wichtig, natürliche Lebensräume in Hamburg zu erhalten und zu vernetzen. In den letzten Jahren wurde vor allem auf die Größe der angekauften und gesicherten Gebiete geachtet, künftig soll die Qualität und Vernetzung der Flächen relevanter werden. Es reicht nicht aus, nur einzelne Grünflächen zu sichern – wir müssen sie als zusammenhängendes Netzwerk verstehen. Indem wir kleinteilige Biotopverbünde wie Wälder, Feuchtgebiete oder Kleingewässer stärken, können wir Lebensräume für Tiere ausbauen und die innerstädtische Naturvielfalt fördern. So finden heimische Arten besser Brut- und Futterorte und auch die Hamburger:innen haben dann noch abwechslungsreichere Naturflächen vor der Tür. Wir wollen jetzt auf Basis vorhandener Daten genau analysieren, wo Verbindungen fehlen und wo wir gezielt nachbessern müssen. Den Flächenankauf in Hamburg wollen wir künftig noch gezielter steuern und noch mehr darauf ausrichten, auch kleine Biotopverbünde zu stärken. So können wir Hamburgs Artenvielfalt schützen und unsere Naturräume ökologisch sinnvoll weiterentwickeln.“


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