Am 27. Februar ist „Equal Pay Day“. Der Aktionstag markiert seit 2008 symbolisch die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Sie liegt in Hamburg – unbereinigt – bei 17 Prozent und somit noch einen Prozentpunkt höher als im Bundesdurchschnitt. Bereinigt liegt sie bei sieben Prozent (Bund: sechs Prozent). Damit zählt Deutschland zu den Schlusslichtern in Europa.
Wenig später, am 1. März, macht der „Equal Care Day“ auf die ungerechte Verteilung von Fürsorgearbeit aufmerksam. Nach Zahlen des Bundesfamilienministeriums leisten Frauen täglich 77 Minuten mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer.
Leon Alam, Landesvorsitzender der GRÜNEN Hamburg: „Gleicher Lohn ist ein Grundrecht. Aber noch immer bekommen Frauen für die gleiche oder gleichwertige Arbeit weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen – mit Folgen auch für Gesundheit, Bildungschancen und Altersvorsorge. Klar ist: Hier geht es nicht um individuelle Leistung, sondern um strukturelle Ungleichheit. Die Verantwortung für diese Lohndiskriminierung muss endlich von den betroffenen Frauen hin zu den Arbeitgebern wandern. Die neue EU-Entgelttransparenzrichtlinie soll es Frauen erleichtern, das Gehalt ihrer Kollegen zu erfragen, und ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Aber sie muss jetzt auch zügig umgesetzt werden. Bisher hat sich Deutschland nicht gerade als Vorkämpfer für ‚Equal Pay‘ hervorgetan. Auch die kommende Richtlinie wird teils von der Wirtschaft torpediert. Dabei reden wir hier nicht von einem großzügigen Geschenk an Frauen, sondern über eine Selbstverständlichkeit: gleicher Lohn für gleiche Arbeit.
Selbstverständlich sollte es auch sein, dass sich Männer um ihre Kinder, ihre Angehörigen und ihren Haushalt kümmern. Wir brauchen einen Kulturwandel, um die ungerechte Verteilung von unbezahlter Carearbeit und die mangelnde Wertschätzung gegenüber denjenigen, die sie täglich leisten, zu überwinden. Sorgearbeit ist die Basis für das Funktionieren unserer Gesellschaft, übrigens auch der Wirtschaft. Doch leider findet sie häufig unsichtbar statt und wird ins Private verdrängt – obwohl auch hier strukturelle Ungleichheiten die Ursache sind und aktuell auch eher Rückschritte zu beobachten sind. Wir GRÜNE setzen uns ein für mehr Gleichberechtigung und Sichtbarkeit – am Arbeitsplatz, auf dem Lohnzettel und in der Carearbeit. Mein Appell an die Bundesregierung: weniger über Menschen in Teilzeit lästern und mehr machen für die Menschen, die unser Land am Laufen halten!“


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