Im Rahmen der Haushaltsberatungen hat die Hamburgische Bürgerschaft heute über den Einzelplan 6.1 für Stadtentwicklung und Wohnen debattiert. Schwerpunkt des Etats bildet unvermindert die rot-grüne Wohnungsbauförderung bei einer ausgewogenen Quartiersmischung verschiedenster Wohnformen und sozialer Vielfalt. Weitere Schwerpunkte sind die soziale Stadtteilentwicklung sowie neue inklusive und klimagerechte Stadtentwicklungsprojekte. Der Schutz von Mieter*innen gegen unsoziale Mieterhöhungen und Verdrängung aus ihren Quartieren ist nach wie vor besonders wichtig. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion setzt mit der stärkeren Ausweitung von Wohnraum für Menschen mit erschwertem Zugang zum Wohnungsmarkt sowie einer strukturellen Vitalisierung der besonders durch die Corona-Pandemie gebeutelten Stadtteilzentren eigene Schwerpunkte.
Dazu Olaf Duge, stadtentwicklungspolitscher Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Corona hat unser aller Leben verändert. Die darauf folgende Geschäftsaufgabe vieler Einzelhändler*innen stellt nun die Attraktivität und die Zukunft zahlreicher Stadtteilzentren in Frage. Umso wichtiger ist, dass wir daraus lernen und die Quartiere nach der Corona-Pandemie zukunftsfest machen. Dabei helfen nicht nur kurzfristige Überbrückungshilfen – über kurz oder lang sind strukturelle Anpassungen erforderlich, um größere Leerstände zu vermeiden. Die Stadt der kurzen Wege mit einer breiten Angebotspalette von Einkaufen über Kultur und Bewegung bis zu sozialen Einrichtungen, Gastronomie, Grünanlagen und Erholungsflächen sind dabei unser Leitbild.
Weiterhin wollen wir die Grundstücksvergabe im vorrangigen Erbbaurecht und im Konzeptverfahren stärken. Ein besonderes Anliegen ist es uns, die Versorgung von vordringlich Wohnungssuchenden deutlich zu steigern. Mit unserem neuen Wohnungsbauträger ‚fördern und wohnen‘ sowie anderen gemeinwohlorientierten Wohnungsbauträgern soll der Wohnungsbau in diesem Bereich eine kräftige Schippe drauf legen. Für die Anpassung an den Klimawandel muss im Wohnungsbestand wie im Neubau ein Beitrag geleistet werden. Wir wollen die Sanierungsquote deutlich erhöhen und mehr in emissionsfreie Gebäude und in Holzbau investieren. Die Entwicklung neuer Stadtquartiere erfordert einen breiten und nachhaltigen Ansatz – unter dem Credo der Klimaneutralität, der Mobilitäts- und Energiewende sowie des Grünerhalts, einer höheren Qualität von Hamburgs Stadtnatur, der sozialen Vielfalt und der Inklusion. Im Wohnungsbau und beim Mieter*innenschutz sind wir in Hamburg in den letzten Jahren zwar ein ganzes Stück vorangekommen, die Lage ist aber vielfach immer noch prekär. Dafür trägt der Bund die Hauptverantwortung, er hat die entsprechenden Schritte schlicht versäumt. Unsere Prämisse lautet: Gemeinwohl vor Rendite – Wohnen muss bezahlbar bleiben!“


Neuste Artikel
Queer
Rot-Grüner Pride-Empfang: Liebe mit Recht
Vor 25 Jahren trat das Lebenspartnerschaftsgesetz in Kraft und schuf erstmals einen eigenständigen rechtlichen Rahmen für gleichgeschlechtliche Paare. Seit knapp einem Jahrzehnt sorgt die Ehe für alle für die Gleichstellung im Eherecht. Einen Tag vor dem offiziellen Start der Pride-Week laden die Regierungsfraktionen zum Austausch über den weiteren Einsatz für Vielfalt, Respekt und gleiche Rechte…
Mobilitätswende
Auf zwei Rädern durch die Stadt: Hamburg baut kontinuierlich sichere Radwege aus
Der Ausbau der Radwege schreitet weiter voran: In diesem Jahr wurden in Hamburg bereits 8,1 Kilometer neue Radverkehrsanlagen gebaut. Dies geht aus einer Schriftlichen Kleinen Anfrage (SKA) der Grünen Bürgerschaftsabgeordneten Rosa Domm und der SPD-Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter und Michael Weinreich hervor. Bis Ende des Jahres sind 45,1 weitere Kilometer an Radwegen geplant, darunter die…
Justiz
Sexuelle Selbstbestimmung – Zagst: Bundesrat sendet starkes Signal für besseren Schutz vor sexualisierter und patriarchaler Gewalt
Der Bundesrat hat heute den Bundesratsinitiativen für ein konsensbasiertes Sexualstrafrecht nach dem Grundsatz „Nur Ja heißt Ja“ sowie für die stärkere Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Motive bei Tötungsdelikten zugestimmt. Die Grüne Fraktion Hamburg begrüßt diese Entscheidungen außerordentlich und sieht darin ein wichtiges Signal für einen besseren Schutz vor sexualisierter und patriarchaler Gewalt. Dazu Lena Zagst, rechtspolitische Sprecherin der…
Ähnliche Artikel
Wohnen
Kein Kavaliersdelikt: Rot-Grün fordert höhere Bußgelder für ungenehmigte Luxussanierungen
Soziale Erhaltungsverordnungen sind ein zentrales Instrument, um bezahlbaren Wohnraum in Hamburg zu schützen und Verdrängung in Quartieren entgegenzuwirken. Mit einem gemeinsamen Antrag setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen dafür ein, die Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen gegen diese Schutzregelungen zu verschärfen. Ziel ist es, auf Bundesebene deutlich höhere Bußgelder für ungenehmigte Luxussanierungen zu erwirken. Über…
Haushalt
Haushalt 2027/2028 – Hamburg hält Kurs mit Investitionen und Konsolidierung
Der Senat hat heute den Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 vorgestellt. Mit Rekordinvestitionen, der Sicherung zentraler Leistungsversprechen und einer soliden Finanzpolitik setzt Hamburg dabei auf Zukunftsfähigkeit, wirtschaftliche Stärke und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, rückläufiger Einnahmeerwartungen und steigender gesetzlicher Ausgaben hält die Stadt damit Kurs bei Investitionen und Konsolidierung. Dazu Dennis Paustian-Döscher, haushaltspolitischer Sprecher der…
Wohnen
Wohnungseigentumsgesetz – Rot-Grün bringt Reform für schnellere Sanierungen auf den Weg
In Hamburg gibt es rund 1.600 Wohnungseigentümergemeinschaften, in denen neben der eigenen Wohnung zugleich gemeinsames Eigentum verwaltet wird. Notwendige Sanierungen und Modernisierungen kommen dort oft nur langsam voran, weil Verfahren komplex und rechtliche Hürden hoch sind. Vor diesem Hintergrund wollen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) weiterentwickeln, um Verfahren zu beschleunigen und…