Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen den Verein „Neues Geburtshaus für Hamburg e.V.“ und ersuchen den Senat zu prüfen, welche Anreize es braucht, um ähnliche Projekte im Stadtgebiet zu etablieren. Außerdem soll geprüft werden, ob für die Einrichtung eines zusätzlichen Geburtshauses in den Stadtteilen Hamm, Horn, Hafencity oder Rothenburgsort Kredite der Investitions- und Förderbank für eine Anschubfinanzierung in Frage kommen. Der „Neues Geburtshaus Hamburg e.V.“ geht auf die Initiative von sechs engagierten Hebammen zurück, die die gesundheitliche Versorgung junger sowie werdender Mütter in Hamburg weiter ausbauen wollen. Das neue Geburtshaus soll mit seinen Angeboten eine umfassende, mehrsprachige Betreuung werdender Mütter bis ein Jahr nach der Geburt sicherstellen und Unterstützung bieten. Der rot-grüne Antrag ist zur heutigen Sitzung in die Bürgerschaft eingebracht worden.
Dazu Gudrun Schittek, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Mit unserem Antrag wollen wir die Versorgung schwangerer Frauen und junger Mütter im Einzugsgebiet der Stadtteile Hamm, Horn, HafenCity oder Rothenburgsort fördern. Wir unterstützen deshalb ein neues Geburtshaus für Hamburg als zusätzliches Angebot in der Geburtshilfe sowie die Verbesserung der ambulanten Versorgung schwangerer Frauen und Mütter im Wochenbett. Zudem ist eine intensive Unterstützung im ersten Lebensjahr des Kindes geplant. Gerade in den Stadtteilen Hamm, Horn, HafenCity und Rothenburgsort fehlt insbesondere eine Hebammenbetreuung nach der Geburt und im ersten Lebensjahr. In dieser sensiblen Phase ist es besonders wichtig, Familien, Alleinstehende und auch minderjährige Mütter zu unterstützen. Das Haus für Geburt und Gesundheit will ein umfassendes, mehrsprachiges Beratungs- und Unterstützungsangebot leisten. Dieses soll aus einer Wochenbettambulanz und häuslicher Wochenbetreuung bestehen. Dabei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Frauen- und Kinderärzt*innen, Physiotherapeut*innen und Osteopath*innen geplant. Ergänzend sollen Angebote zur präventiven und therapeutischen Gesundheitsförderung von Frauen und kleinen Kindern geschaffen werden. Darüber hinaus soll geprüft werden, wie die Hebammenversorgung auch in anderen Stadtteilen verbessert werden kann. Gerade Frauen, die in schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen leben oder unzureichende Deutschkenntnisse haben, sind häufig nicht gut genug informiert oder finden oft keine Wochenbettbetreuung nach der Entlassung aus der Geburtsklinik. Das Haus der Geburt und Gesundheit wird einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit von Müttern leisten und Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen.“
Dazu Güngör Yilmaz, Mitglied im Gesundheitsausschuss und Abgeordnete der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Es gilt, die ambulante Betreuung und Schulung von minderjährigen Schwangeren sowie von Müttern und Kindern im Wochenbett hamburgweit auszubauen. Der Einsatz der sechs Hebammen von ‚Neues Geburtshaus Hamburg e.V.‘ in dieser Frage ist außergewöhnlich. Insbesondere in Hamm, Horn, Rothenburgsort und der Hafencity braucht es zusätzliche Angebote. Deshalb machen wir uns mit einem rot-grünen Antrag dafür stark, dass das Projekt weitere Aufmerksamkeit und Förderung erhält. Geburtshäuser sind ein enorm wichtiges Zusatzangebot, bei dem die Hilfestellung nicht mit der Geburt des Kindes endet, sondern sich über die vor-, während- und nachgeburtliche Zeit bis zum ersten Geburtstag erstreckt. Das ist ein bedeutender Zeitraum und ich freue mich sehr, dass mit dem neuen Geburtshaus ein attraktives Angebot auf dem Weg ist, um junge Frauen und Mütter in dieser wichtigen Phase ihres Lebens zu begleiten.“


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