Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich für eine Hamburger Teilfinanzierung des neuen 3D-Röntgenmikroskops PETRA IV ein. Einen entsprechenden Antrag bringen die Fraktionen in die kommende Bürgerschaftssitzung am 27. September ein. Zudem soll der Senat sich für die Finanzierung in Höhe von 90 Prozent der Kosten durch den Bund einsetzen. Mit der neuen Generation der Röntgenlichtquelle soll am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Bahrenfeld die Bildgebung auf atomarer Ebene revolutioniert und damit die Forschung in vielen Bereichen um ein Vielfaches beschleunigt werden.
Dazu Sina Koriath, wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Hamburg: „Hamburg ist ein internationaler Forschungs- und Wissenschaftsstandort, der fortwährend auf die modernste Technik angewiesen ist. Wir sind uns deshalb sehr bewusst, wie wichtig ein Umbau des Teilchenbeschleunigers PETRA III am DESY auf die vierte Generation der Röntgenanalytik ist. Die Wissenschaft in unserer Stadt und auch in ganz Deutschland ist auf ein tiefgehendes und zeitgemäßes Verständnis von kleinsten Strukturen angewiesen – und das geht nur mit modernster Technologie. Klar ist: PETRA IV kann in vielen Bereichen der Forschung spannende Erkenntnisse liefern und dabei helfen, dass Hamburg und Deutschland wieder die Spitze der Röntgenforschung einnehmen. Egal ob bei der Medikamenten- sowie Therapieentwicklung, bei wichtiger Materialforschung ober bei Anpassungen an die Klimakrise – PETRA IV wird uns weiterbringen. Deshalb ist es gut, dass es bereits eine Zusicherung des Hamburger Finanzierungsanteils gibt. Jetzt ist der Bund am Zug, von dem wir eine kurzfristige Entscheidung zu PETRA IV erwarten.“
Dazu Annkathrin Kammeyer, wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg: „PETRA IV kann für den Wissenschaftsstandort Hamburg den Aufbruch in eine neue Ära von Forschung und Innovation bedeuten. Mit PETRA IV erhält Hamburgs und Deutschlands Forschungslandschaft einen erheblichen Standortvorteil im internationalen Wettbewerb. Noch ist Deutschland in diesem Bereich führend, aber Länder wie China, USA und Brasilien treiben den Ausbau ihrer Röntgenanlagen schnell voran. Bei Inbetriebnahme könnte PETRA IV im internationalen Vergleich die höchste Leistungsstärke und damit Innovationswirkung haben. Als 3D-Röntgenmikroskop soll die Anlage die Bildgebung auf der atomaren Ebene revolutionieren und die bisherige Innovationsgeschwindigkeit um einen Faktor von 500 bis 1.000 erhöhen. Analytische Forschungen, die bisher rund ein Jahr dauerten, werden mit PETRA IV in weniger als einem Tag erfolgen können. Die Fortschritte, die sich daraus für Wissenschaft und Forschung ergeben, sind immens und können uns in vielen Bereichen, etwa in der Chipindustrie oder der medizinischen Forschung, ganz neue Chancen eröffnen. Dies wird für die Science City Hamburg-Bahrenfeld eine weltweit einmalige Infrastruktur schaffen und so für industrielle Ansiedlungen sorgen. Die weltweite Führungsrolle Hamburgs entwickelt so auch eine breite Sogwirkung. Renommierte Wissenschaftler:innen aus der ganzen Welt werden in Hamburg mit PETRA IV forschen wollen. Das ist ein großer Schritt für den Wissenschaftsstandort Hamburg. Wir sind uns der großen Bedeutung von PETRA IV für Wissenschaft und Wirtschaft bewusst und sichern deshalb bereits heute den nötigen Hamburger Finanzierungsanteil zu. Um dieses bundesweit bedeutsame Projekt zu realisieren, muss der Bund auch in erheblichem Maße mitfinanzieren. Wir ersuchen daher den Senat, sich für die Sicherstellung der Bundesmittel und eine zeitnahe Realisierung einzusetzen. Wir unterstützen das DESY nach vollen Kräften bei der Umsetzung dieses bahnbrechenden Projektes. Deswegen senden wir heute ein starkes Signal für PETRA IV an den Bund.“
Dazu Prof. Dr. Helmut Dosch, Vorsitzender des DESY-Direktoriums: „Wir sind sehr dankbar, dass die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen das Zukunftsprojekt PETRA IV auf die Tagesordnung setzen. Es ist ein klares Signal, dass die Bedeutung von Wissenschaft und Innovation in Hamburg nicht nur erkannt, sondern auch mit der notwendigen Förderung unterlegt wird. PETRA IV wird die hochmodernste Anlage ihrer Art sein: Hier können Entdeckungen vorangetrieben, Menschen inspiriert, neue Material- und Medikamentenentwicklungen ermöglicht als auch neue Lösungen für die Energiewende forciert werden. Im nächsten Schritt geht es darum, für diese einmaligen Möglichkeiten auch auf Bundesebene den Startschuss zu erwirken. Die Hamburger Entscheidung unterstreicht die Notwendigkeit und Dringlichkeit hierfür.“
Den Antrag zur Pressemitteilung finden Sie hier.


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