Dazu sollen den Abgeordneten alle Verträge, Akten, Vorgänge, E-Mails, Gutachten und sonstige Unterlagen sämtlicher Behörden, Dienststellen und Gremien vorgelegt werden, die im Zusammenhang mit der Teilprivatisierung des Landesbetriebs Krankenhäuser durch den CDU-geführten Senat im Jahr 2005 stehen. Einen entsprechenden Antrag soll die Hamburgische Bürgerschaft auf ihrer heutigen Sitzung beschließen (siehe Anlage). Die antragstellenden Fraktionen verfolgen dabei das Ziel, den bedingt durch die damals von Senatsseite schlecht verhandelten Vertragskonditionen geringen verbliebenen Einfluss im Sinne von Stadt, Patienten und Beschäftigten bei der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH zu nutzen. Auch angesichts jüngster Vorwürfe an den Klinikbetreiber Asklepios und einer breiten Diskussion in der Stadt, ist es im Sinne maximaler Transparenz richtig und notwendig, die komplexen Sachverhalte entlang der Originaldokumente nachzuvollziehen. Ebenso macht der aktuell geplante Verkauf von „Pflegen und Wohnen“, der unmittelbar auf den damals abgeschlossenen CDU-Deal zurückgeht, das Aktenvorlageersuchen notwendiger denn je.
Dazu Christiane Blömeke, stellvertretende Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion:
„Vor zwölf Jahren hat die CDU Hamburgs Krankenhäuser gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger verscherbelt. Der Vertrauensbruch, den der CDU-Senat damals begangen hat, wirkt bis heute. Obwohl in den Asklepios-Häusern dank einer engagierten Mitarbeiterschaft vielen Menschen täglich geholfen wird, gibt es ein anhaltendes Misstrauen in der Öffentlichkeit gegenüber dem Konzern. Die Abgeordneten vergangener Wahlperioden hatten die Möglichkeit, alle Verträge mit Asklepios einzusehen. Diese Möglichkeit wollen wir auch für die jetzigen Abgeordneten schaffen. Es ist für uns allerdings auch klar, dass ein Rückkauf der Krankenhäuser nicht im Interesse der Menschen in dieser Stadt wäre. Denn das hieße, ein schlechtes Geschäft mit einem noch schlechteren rückgängig machen zu wollen. Unser Ziel ist es, die Versorgung in allen Krankenhäusern Hamburgs auf hohem Niveau zu sichern und weiter zu verbessern. Dazu brauchen wir einheitliche Qualitäts- und Personalstandards. Auf diesem Weg arbeiten wir konsequent weiter.“
Dazu Markus Schreiber, Fachsprecher Öffentliche Unternehmen der SPD-Fraktion:
„Mit dem Krankenhaus-Verkauf hat der damalige CDU-Senat den ausdrücklichen Willen der Hamburgerinnen und Hamburger bewusst ignoriert und ein miserables Geschäft abgeschlossen. Unsere Stadt wird darunter noch lange zu leiden haben. Der jetzt diskutierte, geplante Verkauf von ‚Pflegen und Wohnen‘, als direkte Folge des CDU-Deals, unterstreicht auch hier einmal mehr, wie fatal die damalige CDU-Privatisierungspolitik war. Unsere Bemühungen in den letzten Jahren und auch für die Zukunft gelten einer Schadensbegrenzung im Sinne der Stadt und insbesondere der Beschäftigten bei Asklepios. Dabei steht auch künftig die Nutzung der vorhandenen Spielräume im Vordergrund. Damit wir diesen Fragen als Parlamentarier in aller Gründlichkeit nachgehen können und alle auf demselben Stand sind, brauchen wir auch in dieser Wahlperiode Einsicht in die Unterlagen.“


Neuste Artikel
Digitalisierung
Europäische Zahlungsdienstleister stärken – Wero in der Hamburger Verwaltung einführen
Bei Behördengängen können die Hamburger*innen bereits digitale Zahlungsdienste wie PayPal nutzen. Das modernisiert Verwaltungsdienstleistungen, erhöht aber auch die Abhängigkeit von außereuropäischen Plattformen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen daher mit dem Bezahldienst Wero eine europäische Alternative in der Hamburger Verwaltung anbieten. Ein gemeinsamer Antrag sieht vor, Wero als zusätzliche Zahlungsoption für Verwaltungsdienstleistungen einzuführen und…
Integration
Zulassungsstopp für Integrationskurse – SPD, Grüne und Linke fordern die Bundesregierung zur Kehrtwende auf
Sprache ist ein zentraler Schlüssel für eine erfolgreiche Integration in Deutschland. Der von Bundesminister Dobrindt angekündigte Zulassungsstopp zu Integrationskursen schafft das Gegenteil und erschwert vielen Menschen, die in Deutschland ein neues Zuhause gefunden haben, die Integration in den Arbeitsmarkt und das gesellschaftliche Leben. Aus Hamburg formiert sich deutlicher Protest gegen diesen Vorstoß: In einem gemeinsamen…
Carearbeit Equal Pay Day Gleichberechtigung
Equal Pay Day und Equal Care Day – Alam: „Hier geht es nicht um individuelle Leistung, sondern um strukturelle Ungleichheit“
Am 27. Februar ist „Equal Pay Day“. Der Aktionstag markiert seit 2008 symbolisch die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Sie liegt in Hamburg – unbereinigt – bei 17 Prozent und somit noch einen Prozentpunkt höher als im Bundesdurchschnitt. Bereinigt liegt sie bei sieben Prozent (Bund: sechs Prozent). Damit zählt Deutschland zu den Schlusslichtern in Europa….
Ähnliche Artikel
Gesundheit
Wirksame Krebsvorsorge – Rot-Grün will HPV-Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen erhöhen
Die HPV-Impfung schützt wirksam vor Krebs, dennoch erreichen die Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen in Hamburg bislang noch nicht das medizinisch empfohlene Niveau. Um die Prävention zu stärken und den Zugang zur Impfung zu verbessern, setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen mit einem gemeinsamen Antrag dafür ein, bestehende Maßnahmen fortzuführen und gezielt auszubauen….
Gesundheit
Zuckerkonsum senken und Gesundheit schützen – Rot-Grün für Abgabe auf zuckerhaltige Getränke
Übergewicht, Adipositas und ernährungsbedingte Erkrankungen nehmen seit Jahren zu – auch in Hamburg. Um insbesondere Kinder und Jugendliche besser zu schützen und gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern, setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen mit einem gemeinsamen Antrag für die Einführung einer gestaffelten Abgabe auf zuckerhaltige Getränke ein. Diese soll der Gesundheitsvorsorge und der Ernährungsprävention…
Gesundheit
Stadt übernimmt „Pflegen und Wohnen“ – Görg: „In Hamburg können die Menschen auf sichere Pflege vertrauen“
Seit heute ist „Pflegen und Wohnen“ offiziell in städtischer Hand. Durch die Übernahme des größten Trägers für Pflegeeinrichtungen sichert Hamburg rund 2400 vorhandene Pflegeplätze. Für die Grüne Fraktion ist das in Zeiten steigender Zukunftsangst eine Entscheidung mit Signalwirkung: Während im Bund seit Neuestem darüber diskutiert wird, den Pflegegrad 1 und damit wichtige Hilfen im Alltag…