In Deutschland sterben jedes Jahr ungefähr 10.000 Menschen durch Suizid, mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen. Allein in Hamburg sind es über 200 Menschen im Jahr. Dabei nehmen sich doppelt so viele Männer wie Frauen das Leben. Weit mehr als 100.000 Menschen sind jedes Jahr in Deutschland von dem Verlust eines nahestehenden Menschen durch Suizid betroffen. Der Welttag der Suizidprävention am 10. September ist ein Tag des Gedenkens an die durch Suizid Verstorbenen und ein Anlass, die Suizidprävention in den Vordergrund zu stellen. Seit 2003 werden an diesem Tag – unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit – weltweit Gottesdienste und Veranstaltungen zum Thema Suizid durchgeführt. Der Gedenktag setzt ein Zeichen gegen die Tabuisierung von Suizid und informiert durch die Mitwirkung zahlreicher Selbsthilfegruppen auch über Möglichkeiten der Prävention.
Dazu Christiane Blömeke, Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion für Gesundheitspolitik: „Die Anzahl der Menschen, die ihr Leben selbst beenden, ist weiterhin erschreckend hoch. Für die Prävention von Suiziden ist es wichtig, dass viele Ansätze ineinander greifen. Beratung und Unterstützung in einer akuten Lebenskrise sind genauso wichtig wie der Abbau von krisenbefördernden Bedingungen überall da, wo Menschen leben, lernen und arbeiten. Die Umstände im Betrieb oder in der Schule dürfen eine Lebenskrise nicht verstärken oder sogar hervorrufen. Menschen mit suizidalen Gedanken brauchen den Zugang zu professioneller therapeutischer Hilfe, aber auch eine Gesellschaft, die hinschaut und Warnhinweise ernst nimmt. Nur wenn wir nicht tabuisieren, sondern das Thema Suizid in das öffentliche Bewusstsein rücken, schaffen wir ein Klima, in dem Menschen mit suizidalen Gedanken, aber auch Angehörige, Freunde und Hinterbliebene gestärkt werden können. Der Welttag der Suizidprävention leistet dazu einen großen Beitrag.“
Hintergrund:
Um die Öffentlichkeit auf die weitgehend verdrängte Problematik der Suizidalität aufmerksam zu machen wird alljährlich der Welttag der Suizidprävention veranstaltet. Der Welttag der Suizidprävention wurde von der International Association for Suicide Prevention (IASP) und der Weltgesundheitsorganisation WHO das erste Mal für den 10. September 2003 ausgerufen. Anlässlich des Weltsuizidtages findet am Sonntag, den 10. September 2017 um 18 Uhr ein Gottesdienst für alle von Suizid betroffenen Angehörigen und Freunde in der Hauptkirche St. Jacobi Hamburg statt. Im Rahmen des Gottesdienstes und bei anschließenden Gesprächen stehen kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung, um auch mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die Hilfe benötigen und sich mit suizidalen Gedanken tragen. Der Gottesdienst wird von Hamburger Selbsthilfegruppen und der Kirche gemeinsam gestaltet.


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