Das ARD-Magazin „Fakt“ hat gestern neue Betrugsvorwürfe gegen die Firma LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG) veröffentlicht. Erneut gaben ehemalige Mitarbeiter an, dass es Unregelmäßigkeiten bei Studiendokumentationen und Versuchsablaufen gab. Der Verdacht von Fälschung und Betrug wurde durch die Aussagen erneuert. Aus Sorge darüber, dass Wirkstoffe aus möglicherweise gefälschten Studien auf den Markt gekommen sein könnten, reicht die Grüne Bürgerschaftsfraktion, namentlich Anjes Tjarks als Fraktionsvorsitzender und Christiane Blömeke als gesundheitspolitische Sprecherin, eine Risikoanzeige beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein (s.u.).
Dazu Christiane Blömeke, tierschutz- und gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Schon die tierquälerischen Praktiken am LPT-Standort in Mienenbüttel wiegen schwer. Sie haben strafrechtliche Ermittlungen ausgelöst und erste Razzien zur Folge gehabt. Ich habe bereits am 6. November Strafanzeige bei der Hamburger Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Betrug und gefährliche Körperverletzung erstattet. Dieser Verdacht wird durch die erneute Medienberichterstattung jetzt verstärkt. Die neuen Aussagen der ehemaligen Mitarbeiter erschüttern mich zutiefst, denn sie manifestieren die ersten Vorwürfe und machen eine Dimension deutlich, die weit über das grausame Tierleid hinausgeht. Es muss jetzt dringend die Frage gestellt und beantwortet werden, ob Wirkstoffe aus Versuchsreihen mit gefälschten Ergebnissen auf den Markt gekommen sind und welche Auswirkungen das für die Menschen haben kann. Wenn tatsächlich Tumorbildungen im Tierversuch bei der Dokumentation im LPT in Entzündungen umgewandelt oder Affen einer Versuchsreihe bewusst vertauscht wurden, dann haben wir es hier mit einem handfesten Skandal zu tun.
Mir ist bewusst, dass es sich noch um Vorwürfe handelt und die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen erst am Anfang stehen. Aber als Abgeordnete und gesundheitspolitische Sprecherin mache ich mir Sorgen, wenn Wirkstoffe aus gefälschten Studien auf den Markt gekommen sein sollten. Denn das könnte für einzelne Menschen durchaus gefährlich sein. Aus diesem Grund habe ich – gemeinsam mit unserem Fraktionsvorsitzenden, Anjes Tjarks – eine Risikoanzeige beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eingereicht. Wir erwarten, dass die Arzneizulassungsstelle im Bund unverzüglich Untersuchungen aufnimmt.“


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