Anna Gallina ist alte und neue Landesvorsitzende der Hamburger Grünen. Die 35jährige wurde auf der heutigen Landesmitgliederversammlung mit 89,5 Prozent der Stimmen gewählt. Ihr Stellvertreter Martin Bill erhielt 92 Prozent, Schatzmeister Karl-Heinz Karch knapp 97 Prozent. Als Beisitzer*innen wurden gewählt: Emilia Fester (79,8 Prozent), Sina Demirhan (83,1 Prozent), Andrea Nunne (86,8 Prozent) und Harald Hasselmann (84,2 Prozent)
Anna Gallina sagte in ihrer Bewerbungsrede: „Ich möchte, dass Hamburg seine Rolle als weltoffene Stadt ausbaut und alles daran setzt, die Lebensbedingungen für die Menschen so gut wie irgend möglich zu gestalten. In diesem Sinne Weltklasse zu werden, das finde ich erstrebenswert. Wenn die Stadt wächst, muss die Stadtnatur mitwachsen. Durch die Einigung mit der Volksinitiative „Hamburgs Grün erhalten“ werden wir jetzt neben dem Vertrag für das Wohnen auch einen Vertrag für den Grünerhalt haben! Wir haben als Grüne ein Programm vorgelegt, mit dem wir diesen Wachstumskonflikt mit weiteren Maßnahmen für bezahlbare Mieten und mehr Grün in der Stadt gestalten wollen. Und wir sind die einzige Partei, der es ein Anliegen ist und die es sich zutraut beides in Einklang zu bringen.“
Neben der Vorstandswahl standen die Europa- und Bezirksversammlungswahlen im Mittelpunkt des Parteitags in der Medienschule in Wandsbek.
Gastrednerin Terry Reintke, Kandidatin auf Platz 3 der Europaliste der GRÜNEN sagte: „Die Europawahl wird zur Schicksalswahl. Wir brauchen Leute, die sich mit aller Kraft für die liberale Demokratie und den Rechtsstaat einsetzen. Für uns sind Grundrechte nicht verhandelbar. Wir kämpfen für ein Europa, in dem alle Menschen so leben und lieben können wie sie wollen.“
Sergey Lagodinsky, Kandidat auf Platz 12 der Europaliste der GRÜNEN, sagte: „Wir haben etwas anzubieten. Und an all diejenigen, die es nicht ertragen, dass wir mit Akzent sprechen, dass wir gerne Bärte mit Röcken tragen, dass wir in Richtung Jerusalem und Mekka beten oder überhaupt das Beten ablehnen. All denjenigen, die uns dafür belächeln, dass wir uns für Menschenrettung im Mittelmeer einsetzen oder bunt und vielfältig Deutsche Bahn fahren. All diesen Menschen sagen wir: Pech für Euch! Ihr verpasst etwas wunderbares: Den Spaß und die Freude am tollsten Projekt, das dieser Kontinent je hatte – dem Projekt eines geeinten Europas.“
Katharina Fegebank, Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl, sagte: „Wir müssen in Hamburg in den kommenden Monaten die Partei mit den stärksten Nerven sein. Und wir müssen über unsere Ideen für die Zukunft dieser Stadt sprechen: Wir wollen eine Industriewende, so dass Hamburg mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreibt. Wir wollen Hamburg zu einer führenden Wissensmetropole entwickeln. Wir werden bei Wohnungsbau, Boden- und Mietenpolitik dafür sorgen, dass eine Stadt, in der immer mehr Menschen leben, nicht immer weniger Menschen gehört. Wir wollen, dass jede Hamburgerin und jeder Hamburg zu jeder Tageszeit ohne eigenes Auto an jeden Ort der Stadt kommen kann. Und wir wollen Hamburg bis 2050 klimaneutral machen und damit unseren Teil der Verantwortung für die größte Herausforderung der Menschheit übernehmen.“
Darüber hinaus verabschiedete der Parteitag die Beschlüsse „Die Zukunft des Sports ist Grün“, „Mitmischen erwünscht!“, „Antifaschismus ist kein Verbrechen“, „Das Tabu des sexuellen Missbrauchs brechen! Die Opfer nicht im Stich lassen!“


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