In der heutigen Bürgerschaftssitzung wird die neueste Änderung der Hamburgischen Covid-Eindämmungsverordnung debattiert. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion mahnt bei aller Freude über die Öffnungsschritte weiterhin zu Umsicht und Vorsicht.
Dazu Jennifer Jasberg, Vorsitzende der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Nach einer langen Durststrecke können wir heute mit einer positiven Grundstimmung die neue Covid-Eindämmungsverordnung debattieren. Wir haben in Hamburg die dritte Welle gebrochen und sind bei einer Inzidenz von unter 30. Das bedeutet, dass wir gemäß unseres Stufenplans zahlreiche Öffnungen vollziehen konnten. Der Feierabenddrink mit Kolleg*innen und Freund*innen, der Alltag mit Gleichaltrigen für Kinder und Jugendliche, die kulturelle Freizeitgestaltung – all das haben wir in den vergangenen Monaten herbeigesehnt.
Aber bei aller Freude müssen wir vorsichtig bleiben: Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Sollten wir den Wettlauf zwischen Impfungen und Ausbreitungen neuer Virusmutationen gewinnen, kommen wir in eine stabile Lage, in der wir die Pandemie in Ruhe bewältigen können. Wir bereiten uns aber auch auf den hoffentlich nicht eintretenden Fall vor, dass die indische Virusmutante in Europa Fuß fasst. Sie kann nach jetzigem Kenntnisstand aufgrund der Infektiosität dominant werden. Mitgedacht werden muss auch, dass ein Schutz gegen die Mutante offenbar erst nach zweifacher Impfung gegeben ist. So kann die Situation eintreten, dass zum Ende der Sommerferien etwa 60 Millionen Menschen in diesem Land nicht ausreichend geschützt sind. Hinzu kommt, dass durch die anstehenden Urlaubsreisen nicht ausgeschlossen werden kann, dass neue, möglicherweise gefährlichere Varianten eingetragen werden, die das dann stattfindende Infektionsgeschehen als Nährboden vorfinden.
Wir müssen unbedingt verhindern, dass nach all der Zeit der solidarischen Entbehrungen im Herbst eine weitere Welle die Gesellschaft lahmlegt. Daher werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um das Monitoring der Lage zu verbessern. Dazu zählen das Testen, ein Abwassermonitoring, die Sequenzierung der PCR-Tests und die konsequente Kontrolle von Reiserückkehrenden.
Und bei allem Wahlkampfgetöse muss auch der Bund seiner Verantwortung weiter nachkommen. Dazu gehört, zügig die testenden Hausärzte anzuweisen, neben der Altersangabe auch die Prio-Gruppe und die Postleitzahl zu dokumentieren, um eine genaue Datenlage zu erhalten. Somit können auch Impfdurchbrüche besser erfasst werden.
Die anhaltende Pandemie bedroht uns weiterhin, Herdenimmunität durch Durchseuchung ist nicht das, was wir wollen, sondern Sicherheit durch Schutzmaßnahmen und Impfungen. Trotz aller Freude über die Öffnungsschritte müssen wir weiterhin alle umsichtig handeln.“


Neuste Artikel
Öffentliche Unternehmen
Stadtwirtschaft effizienter organisieren – Rot-Grün weitet Shared-Service-Prinzip aus
Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen die Hamburger Stadtwirtschaft effizienter organisieren und Doppelstrukturen reduzieren. Dafür sollen Leistungen wie Einkauf und Vergabe, Personalservices, IT-Services, Rechnungswesen sowie Facility- und Fuhrparkservices künftig stärker nach dem Shared-Service-Prinzip gebündelt, standardisiert und digitalisiert werden. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Stadtwirtschaft insgesamt zu stärken und Kosten zu verringern. Über den…
Wissenschaft
Universität Hamburg bleibt Exzellenzuniversität – Storm „Kluge Wissenschaftspolitik macht sich bezahlt!“
Die Entscheidung ist gefallen: Die Universität Hamburg konnte ihren Titel als Exzellenzuniversität verteidigen und erhält im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder für weitere sieben Jahre Fördergelder. Dies ist das Ergebnis einer intensiven Evaluation, mit der die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat bestätigen, dass die Universität Hamburg ihre Ziele aus der ersten Förderphase…
Fraktionsvorstand
Finanzkonzept für Olympia-Bewerbung – Imhof: „Hamburg ist gut aufgestellt für erfolgreiche olympische und paralympische Spiele“
Am 31. Mai entscheiden die Menschen in Hamburg über eine Olympia-Bewerbung. Das heute vom Senat vorgestellte Finanzkonzept ist eine solide Grundlage für wirtschaftlich tragfähige Spiele, die allen Menschen in Hamburg langfristig zugutekommen. Die Berechnungen zeigen, dass Olympia erhebliche Zukunftsinvestitionen und Fördersummen in die Hansestadt bringt und einen nachhaltigen Entwicklungsschub für die gesamte Stadt bedeutet. Dazu…
Ähnliche Artikel
Fraktionsvorstand
Finanzkonzept für Olympia-Bewerbung – Imhof: „Hamburg ist gut aufgestellt für erfolgreiche olympische und paralympische Spiele“
Am 31. Mai entscheiden die Menschen in Hamburg über eine Olympia-Bewerbung. Das heute vom Senat vorgestellte Finanzkonzept ist eine solide Grundlage für wirtschaftlich tragfähige Spiele, die allen Menschen in Hamburg langfristig zugutekommen. Die Berechnungen zeigen, dass Olympia erhebliche Zukunftsinvestitionen und Fördersummen in die Hansestadt bringt und einen nachhaltigen Entwicklungsschub für die gesamte Stadt bedeutet. Dazu…
Fraktionsvorstand
Bundesregierung plant neues Gebäudeenergiegesetz – Gwosdz: „Kampfansage an die Planungssicherheit“
Die Bundesregierung schafft mit ihren Eckpunkten für ein neues Gebäudeenergiegesetz vor allem große Verunsicherung. Der Entwurf schwächt die Planungssicherheit, sorgt für verdeckte Kosten und torpediert die Wärmewende. Leidtragende sind Menschen, die zur Miete wohnen, ebenso wie Hausbesitzer*innen, Unternehmen und das Handwerk. Dass Dennis Thering sich von diesem energiepolitischen Rollback mehr Klarheit verspricht, offenbart vor allem…
Fraktionsvorstand
Aktuelle Stunde zum russischen Angriffskrieg – Gwosdz: „Wir stehen weiter solidarisch an der Seite der Ukraine“
Gestern hat sich der Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine zum vierten Mal gejährt. Ein Krieg, der unermessliches Leid über die Menschen in der Ukraine gebracht hat. Die Grüne Fraktion steht fest und solidarisch an der Seite der Ukraine und setzt sich weiterhin dafür ein, dass Hamburg sowohl die Menschen, die in der Ukraine…