Fraktionsvorstand

Gedenken an Opfer der Novemberpogrome – Demokratische Fraktionen reinigen Stolpersteine

Am 9. November wird der Opfer der Novemberpogrome im Nationalsozialismus vor 85 Jahren gedacht. Abgeordnete der demokratischen Fraktionen in der Hamburgischen Bürgerschaft reinigen zu diesem Anlass die 21 Stolpersteine, die sich vor dem Hamburger Rathaus befinden. Die überall in Hamburg und anderen deutschen Städten verlegten Stolpersteine mahnen an die Opfer der NS-Diktatur. Die Reinigung findet statt am

Mittwoch, den 8.11. um 11 Uhr,
vor dem Haupteingang des Hamburger Rathauses.

 Mit dabei sind Danial Ilkhanipour (SPD), Dominik Lorenzen (Grüne), Anke Frieling (CDU) und Deniz Celik (Linke).

Dazu Dominik Lorenzen, Vorsitzender der Grünen Fraktion Hamburg: „Der Schrecken des 9. Novembers wiegt stets schwer und ist in diesem Jahr ganz besonders präsent. In den letzten Wochen wurden wir auf brutale Art und Weise mit der Realität konfrontiert, dass jüdisches Leben auch im Jahr 2023 immer noch sehr bedroht ist. Egal ob auf den Straßen Berlins, Londons oder Hamburgs: Wir müssen die Sicherheit von Jüdinnen und Juden überall sicherstellen, Antisemitismus bekämpfen und jede Art von Hass entschieden zurückweisen. Das verdeutlichen auch die Stolpersteine vor unserem Rathaus, die uns tagtäglich beim Weg zur Arbeit an Parlamentarier*innen erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Es ist wichtig, dass wir uns vor diesen Hintergründen immer wieder bewusst machen: Weder unsere Freiheit noch unsere Demokratie sind eine Selbstverständlichkeit, wir müssen wehrhaft und wachsam sein sowie beides schützen. Hierfür wollen wir mit der Reinigung der Stolpersteine ein symbolisches und parteiübergreifendes Signal setzen.“

Dazu Danial Ilkhanipour, Experte der SPD-Fraktion Hamburg für den Kampf gegen Rechtsextremismus: „Die Stolpersteine sind ein sichtbares und wichtiges Mahnmal für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Sie machen das Grauen der Verfolgung und Ermordung ein Stück greifbarer. Zugleich erinnern sie alle Demokrat:innen daran, gemeinsam dafür zu sorgen, dass sich dies in Deutschland nie wiederholen kann. Als gewählte Abgeordnete erinnern wir mit dem Reinigen der Stolpersteine vor dem Rathaus an unsere Vorgänger:innen, die als Parlamentarier:innen von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden. Wir haben das Privileg, in einer Demokratie leben zu dürfen und wir haben die Pflicht, sie zu bewahren und zu verteidigen.“

Dazu Dr. Anke Frieling, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion: „Stolpersteine sind eine bedeutungsvolle Form des Gedenkens, die in Hamburg und vielen deutschen Städten zu finden sind. Sie sind für uns von großer symbolischer Bedeutung. Die Stolpersteine erinnern an die Opfer des Holocaust und anderer Verbrechen des Nationalsozialismus. Mit der Reinigung dieser Steine vor dem Rathaus erinnern wir an die damals von den Nazis verfolgten Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft. Die Steine repräsentieren schreckliche menschliche Schicksale, die nie in Vergessenheit geraten dürfen. Wir möchten den damals verschleppten und getöteten Mitgliedern der Bürgerschaft ein ehrendes Gedenken bewahren und damit dazu beitragen, die Vergangenheit lebendig zu halten.“

Dazu Deniz Celik, Sprecher für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Reichspogromnacht war der Ausgangspunkt für die Verschleppung und Ermordung von sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens durch die Nazis. Der 9. November ist für uns daher ein Tag der Mahnung. Die Rathaus-Stolpersteine erinnern uns an die ermordeten Bürgerschaftsabgeordneten, die wir niemals vergessen dürfen. Der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus ist für uns nicht nur ein historischer Auftrag aus dem Holocaust, sondern auch eine tagtägliche Herausforderung. Gerade in Zeiten des Rechtsrucks in unserer Gesellschaft sind Jüdinnen und Juden auch heute Zielscheibe antisemitischer Angriffe. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass das zur Normalität wird und müssen uns antisemitischer und rassistischer Propaganda und Hetze konsequent entgegenstellen.”

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