Im Kampf gegen Obdachlosigkeit spielen die Fachstellen für Wohnungsnotfälle eine wichtige Rolle: Sie vermitteln Wohnraum an benachteiligte Gruppen sowie an Menschen in öffentlicher Unterbringung und verhindern Wohnraumverlust. Durch den angespannten Wohnungsmarkt ist die Nachfrage und damit die Arbeitsbelastung der Beschäftigten in den Fachstellen gestiegen. Mit einem Zusatzantrag setzt sich Rot-Grün dafür ein, die Fachstellen strukturell zu stärken und zu entlasten. Dazu gehört der Bürokratieabbau ebenso wie die Möglichkeit, zusätzliche Fachkräfte einzusetzen, die nicht aus der Sozialarbeit stammen. Beides soll in engem Austausch mit den Bezirken und Fachstellen geschehen. Über den Antrag von SPD und Grünen wird in der morgigen Bürgerschaftssitzung entschieden.
Dazu Mareike Engels, Sprecherin für Soziales der Grünen Fraktion Hamburg: „Die bezirklichen Fachstellen für Wohnungsnotfälle leisten hervorragende Arbeit bei der Bekämpfung von Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit. Ihren Mitarbeiter*innen ist es zu verdanken, dass viele Menschen ihre Wohnungen behalten konnten, obwohl eine Kündigung drohte. Menschen, die es sonst auf dem Wohnungsmarkt schwer haben, wird durch die Fachstellen bei der Wohnungsfindung geholfen. Zugleich stellen wir aktuell fest, dass die Fachstellen immer stärker belastet sind. Unser Anliegen ist es daher, die Fachstellen langfristig strukturell zu stärken und die Mitarbeiter*innen in ihrer täglichen Arbeit zu entlasten. Bisher arbeiten ausschließlich Fachkräfte aus der Sozialarbeit in den Fachstellen. Gemeinsam mit den Bezirken werden wir prüfen, an welchen Stellen und für welche Tätigkeiten auch andere Berufsgruppen, etwa Verwaltungsfachkräfte eingesetzt werden können. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass sich die Mitarbeiter*innen auf das Wesentliche konzentrieren können: Die Verhinderung von Wohnungsverlust und die Vermittlung von Wohnraum an Menschen in Not. Deswegen wollen wir Wege finden, sie von unnötiger Bürokratie zu entlasten und Verwaltungsverfahren entsprechend vereinfachen.“
Dazu Annkathrin Behr, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg: „Die eigene Wohnung ist ein zentraler Lebensort. Geht er verloren, drohen Menschen den Halt zu verlieren. Darum ist die Arbeit der Fachstellen für Wohnungsnotfälle so wichtig. Sie sichern bei Mietschulden Wohnraum, vermitteln Wohnungen oder finden einen dringend benötigten Platz in der öffentlich-rechtlichen Unterbringung. Die Anspannung auf dem Wohnungsmarkt macht auch vor den Fachstellen nicht Halt. Die Unterstützungsprozesse werden immer arbeitsintensiver und das eingesetzte Personal geht an seine Grenzen. Hier wollen wir Entlastung schaffen und in enger Abstimmung mit den Fachstellen neben Sozialarbeitenden künftig auch Verwaltungsfachkräfte für diese wichtige Arbeit befähigen. Darüber hinaus gilt es, Abläufe zu verschlanken und Bürokratie abzubauen. Mit diesen Maßnahmen bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: Die Suche nach dringend benötigtem Wohnraum. Als Sozialdemokratie setzten wir uns darüber hinaus weiterhin mit Nachdruck für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen des Wohnungsbaus in ganz Deutschland ein.“
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