Mit einem gemeinsamen Antrag wollen die Fraktionen von SPD und Grünen eine umfassende Hamburger Holzbaustrategie auf den Weg bringen. Der Antrag wird im Rahmen der heutigen Bürgerschaftssitzung verabschiedet. Mit der Strategie soll das aktuelle Wissen über Förderung, Bau, Planung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit beim Holzbau gebündelt und anwendbar gemacht werden.
Dazu Olaf Duge, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Holz als Baustoff wurde gegenüber Beton und Backstein lange vernachlässigt. Dabei ist es im Gegensatz zu Beton und Backstein, deren Herstellung jede Menge Kohlenstoffdioxid freisetzt, ein nachwachsender CO2-Speicher. Es sorgt außerdem für ein angenehmes Raumklima, kühlt im Sommer und wärmt im Winter. Holz ist das Material für unsere Gebäude der Zukunft, für CO2-neutrale Bauten und damit für gelingenden Klimaschutz.
An vielen Stellen in Hamburg entstehen bereits Holzbauprojekte, wie beispielsweise das Holzhochhaus in der Hafencity, das Studentenwohnheim in Wilhelmsburg oder ein Wohngebäude der SAGA in Hybridbauweise in Barmbek-Nord. Während die südlichen Bundesländer schon rund 30 Prozent aller Wohngebäude mit Holz als Grundbaustoff umsetzen, sind es in Hamburg gerade einmal fünf Prozent. Da ist deutlich Luft nach oben!
Wir müssen Bauverantwortliche überzeugen, Planerinnen und Planer sensibilisieren sowie die Beschäftigten im Bausektor stärker befähigen, den Baustoff Holz regelhaft und fachlich fundiert einzusetzen. Erst wenn das umfassend gelingt, sinken auch die Preise. Mit der Modulbauweise, mehr Digitalisierung und der Vorfertigung von Bauteilen können wir beim Bauen mit Holz erhebliche Kosten einsparen. Wir wollen mit einer Gesamtstrategie Hamburgs Profil beim Holzbau insgesamt stärken und zukunftsfähig machen.“
Dazu Martina Koeppen, Fachsprecherin für Stadtentwicklung und Wohnungsbau der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Wir wollen das Thema Holzbau in Hamburg umfassend voranbringen und das Interesse für alle am Bau Beteiligten wecken. Bereits seit einigen Jahren hat Hamburg die rechtliche Grundlage für den Holzbau bis zur Hochhausgrenze geschaffen. Nun wollen wir mit einer klugen Hamburger Holzbaustrategie neue Ideen und den aktuellen Wissensstand bündeln. Damit bekommen alle Beteiligten eine aktuelle faktenbasierte und anwendungsorientierte Grundlage sowie eine Übersicht zu gelungenen Hamburger Projekten. Ein nachhaltiger und sorgfältiger Umgang mit vorhandenen und nachwachsenden Ressourcen ist zudem wirtschaftlich. Das freiwillige Zertifizierungssystem in der Holzwirtschaft bietet bereits heute ein marktkonformes und erprobtes Instrument für nachhaltiges Bauen. Mit dem Wissen, wie Holzbau unter den klimatischen Bedingungen im Norden gelingt, kann Holz als Baumaterial zukünftig Hamburgs Baukultur bereichern. Bereits heute fördert Hamburg den Holzbau im sozialen Mietwohnungsbau. Wir sorgen dafür, dass in Hamburg Nachhaltigkeit, Innovation und soziale Gerechtigkeit auch beim Bauen mit Holz Hand in Hand gehen.“


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