Mit einem aktuellen Antrag ersuchen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen den Senat, sich auf Bundesebene für eine verbindliche Investitionsverpflichtung von Streamingdiensten und TV-Sendern einzusetzen. Eine gesetzliche Vorgabe soll die Wettbewerbsfähigkeit des Filmstandorts Deutschland sichern und die Rahmenbedingungen für die Branche nachhaltig verbessern. Über die rot-grüne Initiative entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 10. Dezember.
Dazu René Gögge, kulturpolitischer Sprecher der Grünen Fraktion Hamburg: „Streaming-Anbieter wie Netflix und Prime sowie Fernsehsender tragen viel dazu bei, dass qualitativ hochwertige Serien- und Filmproduktionen den Weg in die Wohnzimmer und auf das Smartphone finden. Gleichzeitig profitieren sie erheblich von der öffentlichen Filmförderung in Deutschland. Es ist daher nur fair, wenn sie dem deutschen Filmstandort einen Teil davon zurückgeben. Damit würden Netflix und Co auch hierzulande dazu beitragen, dass die Qualität von Filmen und Serien hoch bleibt und auch kleinere Produktionen von weniger bekannten Filmschaffenden ermöglicht werden. Länder wie Frankreich und Kanada haben bereits gezeigt, dass eine Investitionsverpflichtung für Streamingdienste und Fernsehsender funktioniert und gerecht ist. Hamburg soll sich deshalb mit Nachdruck im Bund für eine solche Investitionsverpflichtung einsetzen, damit der Filmstandort Deutschland wirtschaftlich gestärkt und international noch wettbewerbsfähiger wird.“
Dazu Hansjörg Schmidt, medienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Hamburgs Film- und Kreativszene steht für Qualität und Innovationskraft. Mit zusätzlich rund 10 Millionen Euro haben wir die MOIN Filmförderung für 2025/26 weiter gestärkt – insgesamt stehen damit jährlich rund 20 Millionen Euro zur Verfügung, um die Filmproduktion in unserer Stadt und der Region auszubauen, Talente zu fördern und die Präsenz der Branche zu festigen. Im internationalen Vergleich stehen wir jedoch vor großen Herausforderungen. Ein zentrales Problem ist der massive Abfluss von Kapital: Internationale Streaming-Giganten wie Netflix, Disney oder Amazon erzielen in Deutschland hohe Umsätze, investieren diese Gewinne aber kaum in lokale Produktionen. Länder wie Frankreich oder Italien zeigen, dass verbindliche Investitionsquoten lokale Produktionen stärken und echte Planungssicherheit schaffen. Genau das brauchen wir auch in Deutschland. Wer hier Umsätze erzielt, muss sich fair an der Filmproduktion beteiligen. Freiwillige Selbstverpflichtungen reichen dafür nicht aus. Eine gesetzliche Investitionsverpflichtung ist ein wichtiger Schritt, um unsere Studios, Talente und Produktionsfirmen zu stärken und Wertschöpfung im Land zu halten.“
Den Antrag zur Pressemitteilung finden Sie hier.


Neuste Artikel
Fraktionsvorstand
Zukunft von Naturkundemuseum und Elbtower – Gwosdz: Es ist an der Zeit, umzusteuern
Laut Medienberichten soll ein neues Angebot vorliegen, wonach ein mögliches Naturkundemuseum statt in den Elbtower an den Standort am Besenbinderhof einziehen könnte. Für die Grüne Fraktion ist das keine Option. Mit 495 Millionen würde in diesen Neubau immer noch viel zu viel Steuergeld fließen, das man anderweitig deutlich besser nutzen könnte. Statt ein teures neues…
Mobilität
Neubaustrecke Hamburg-Hannover kommt – Domm: „Der Bund muss jetzt zügig die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen“
Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover ist seit Jahren überlastet und störungsanfällig. Die Entscheidung über den Neubau wurde in den letzten Jahren immer wieder vertagt. Gestern gab der Verkehrsausschuss des Bundestags grünes Licht für das Bauprojekt, heute geht es in den Bundestag selbst, wo eine breite Mehrheit erwartet wird. Die Grüne Fraktion hat sich seit…
Wohnen
Indexmieten wirksam begrenzen: Rot-Grün will neue Bundesregelung in Hamburg unverzüglich umsetzen
In Phasen hoher Inflation können Indexmieten viele Menschen finanziell stark belasten. Aktuell arbeitet der Bund daher an einer stärkeren gesetzlichen Begrenzung von Indexmieten. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen die geplante Neuregelung unmittelbar nach ihrem Inkrafttreten auch in Hamburg anwenden. Mit einem gemeinsamen Antrag will Rot-Grün sicherstellen, dass die dafür notwendige Hamburger Rechtsverordnung frühzeitig…
Ähnliche Artikel
Kultur
200.000 Euro für barrierefreien Ausbau – Rot-Grün fördert Weiterentwicklung des TONALi-Campus
Der TONALi Campus im Hamburger Grindelviertel ist ein wichtiger kultureller Begegnungsort, der vor allem junge Menschen aus der ganzen Stadt zusammenbringt und den sozialen Zusammenhalt fördert. Um die Weiterentwicklung des Campus zu stärken, unterstützen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen den notwendigen barrierefreien Ausbau mit bis zu 200.000 Euro aus dem Hamburger Sanierungsfonds. Über den…
Kultur
Sanierungsfonds – Hamburg unterstützt Modernisierung des KL!CK Kindermuseums in Osdorf
Seit mehr als 20 Jahren leistet das KL!CK Kindermuseum in Osdorf einen Beitrag für die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen. Um diese wichtige Arbeit zu erhalten und auszubauen, wollen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen die Modernisierung der Ausstellungsflächen und die Neukonzeption der museumspädagogischen Vermittlungsangebote mit bis zu 83.000 Euro aus dem Sanierungsfonds Hamburg…
Kultur
Hamburger Clubkultur sichern: Rot-Grün unterstützt neuen Standort für das Docks
Für das Docks endet im Frühjahr 2027 der Mietvertrag am Spielbudenplatz. Um Hamburgs größten Musikclub mit seinem vielfältigen und beliebten Kulturangebot erhalten zu können, unterstützen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen den Umzug des Docks an einen neuen Standort in Barmbek-Süd. Mit bis zu 250.000 Euro aus dem Sanierungsfonds 2030 sollen am neuen Standort Maßnahmen…