Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie sollen in Stadtteilen mit auffallend hohen Inzidenzwerten weiter verstärkt werden. Grundlage für gezielte Interventionen soll eine Datenbasis sein, die alle vier Wochen aktualisiert wird. Einen entsprechenden Antrag haben die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen in die heutige Bürgerschaftssitzung eingebracht.
Dazu Gudrun Schittek, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Der Zusammenhang von Einkommen und Gesundheit zeigt sich auch in der Pandemie. In Stadtteilen, wo häufiger beengte Wohnverhältnisse herrschen und die Erwerbsarbeit seltener im Homeoffice ausgeübt werden kann, sind die Ansteckungsraten inzwischen stark erhöht. Die großen Unterschiede auf Stadtteilebene machen es notwendig, dass gezielt lokal reagiert wird. Deshalb verstärken wir im ersten Schritt die bereits erfolgreich arbeitenden mehrsprachigen und aufsuchenden Teams, Initiativen und Projekte vor Ort. Für die weitere Betrachtung und Maßnahmenplanung werden zukünftig die Infektionszahlen auf Stadtteilebene in einem vierwöchigen Abstand zur Verfügung gestellt und ausgewertet. Dabei kommt den Bezirken eine Schlüsselrolle zu. Wir schaffen mit unserem Antrag einen guten Instrumentenkasten, um in eine punktgenauere Pandemiebekämpfung zu gehen.“
Dazu Claudia Loss, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „In der Pandemie gewinnen lokale Unterstützungsangebote zunehmend an Bedeutung. Dabei ist ein niedrigschwelliger Zugang entscheidend: Mit unserem Antrag wollen wir die Gesundheitsberatung in den Stadtteilen weiter ausbauen und beispielsweise durch interkulturelle Vermittlerinnen und Vermittler vor Ort gezielt verstärken. Die Corona-Pandemie hat ohne Frage eine große soziale Dimension: Wer in engen Wohnverhältnissen lebt, hat es schwerer durch die Pandemie zu kommen. Gleiches gilt für Leute, die aufgrund ihrer Tätigkeit nicht im Homeoffice arbeiten können und einen längeren Arbeitsweg zurücklegen müssen. Und wer weniger Geld zur Verfügung hat, den treffen Auflagen, wie die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken, ungleich härter. Wir wollen alle Schnittstellen in den Stadtteilen einbeziehen, um dort, wo es möglicherweise noch Aufklärungsdefizite gibt, bestmöglich zu unterstützen. Dabei gilt es, die Situation gründlich zu analysieren: Starke aber begrenzte Ausbruchsgeschehen können die Datenlage verzerren. Zudem ist in einer mobilen Stadt wie Hamburg der Infektionsort nicht immer mit dem Wohnort gleichzusetzen.“


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