In den vergangenen zwei Jahren stand der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) insbesondere aufgrund seiner Zuständigkeiten beim Infektionsschutz im Fokus. Mit Bundesmitteln aus dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (PÖGD) wollen SPD und Grüne im Personalbereich nun insgesamt 110 nachhaltige Stellen schaffen, 92 davon in den bezirklichen Gesundheitsämtern. Der Stellenaufbau soll vor allem dem Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit zugutekommen. So soll insbesondere auch der Schulärztliche Dienst personell gestärkt werden, um flächendeckende Schuleingangsuntersuchungen und weitere Unterstützung in allen Bezirken der Stadt sicherzustellen. Der Antrag wird am 27. April in der Hamburgischen Bürgerschaft beraten.
Dazu Gudrun Schittek, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Seit Ausbruch der Pandemie haben die Gesundheitsämter immens viel zu tun, um ihre Aufgaben im Infektionsschutz zu bewältigen. Andere Aufgabenbereiche waren deshalb teilweise unterbesetzt. Der Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst kommt daher genau zur richtigen Zeit: Mit den Bundesmitteln können wir die Ämter so ausstatten, dass sie auch langfristig all ihre Aufgaben erfüllen. Hier fokussieren wir uns mit dem Antrag voll auf die Kinder- und Jugendgesundheit und eine entsprechende Personalaufstockung. Es gibt eine steigende Geburtenrate, zudem gehen längst nicht alle Eltern mit ihren Kindern regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung. Schuleingangsuntersuchungen haben daher eine wichtige Bedeutung, wir müssen sie zweifelsfrei allen Kindern ermöglichen. Nur so können wir Lücken in der Erkennung schließen und feststellen, ob vielleicht eine Brille, ein Hörgerät oder gar eine besondere Förderung gebraucht wird. Es ist äußerst wichtig, die jüngsten Menschen unserer Gesellschaft nach den schweren Pandemiejahren umfassend im Blick zu haben.“
Dazu Uwe Lohmann, familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Der hohe Wert eines gut aufgestellten Öffentlichen Gesundheitsdienstes ist in der Corona-Pandemie einmal mehr deutlich geworden. Der ÖGD ist für die Förderung der Kinder- und Jugendgesundheit aber auch für Erwachsene und ältere Menschen in Hamburg unverzichtbar. Daher ist es richtig und wichtig, die Bundesmittel zu nutzen, um den ÖGD aufzustocken und auszubauen. Indem wir einen Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendgesundheit legen, tragen wir der steigenden Geburtenrate Rechnung und stellen damit sicher, dass der schulärztliche Dienst seine wichtigen Aufgaben flächendeckend erfüllen kann. Hier braucht es besonderes Augenmerk, denn was in Kindheit und Jugend einmal übersehen wird, kann später negative Folgen haben.“


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