In den kommenden Monaten werden die Verträge über die Nutzung der Außenwerberechte auf öffentlichem Grund neu ausgeschrieben, die Ende 2026 auslaufen – das betrifft ungefähr 5000 öffentliche Werbeflächen, etwa an Bushaltestellen oder Litfaßsäulen. Die rot-grünen Regierungsfraktionen setzen sich mit einem gemeinsamen Antrag dafür ein, dass die Außenwerbung in Hamburg künftig noch stadtverträglicher und ökologischer ausgestaltet wird: etwa durch die Nutzung von Solarenergie, weniger Lichtverschmutzung sowie mehr Fahrgastunterständen an Bushaltestellen, die zudem häufiger begrünt werden sollen. Zugleich sollen der Stadt durch die Bereitstellung der Werbeflächen wichtige Einnahmen gesichert bleiben. Über das Vorhaben von SPD und Grünen entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 14. Januar.
Dazu Rosa Domm, Sprecherin für Klimapolitik und Mobilität der Grünen Fraktion Hamburg: „Ob auf Displays an Haltestellen oder klassischen Plakaten an Litfaßsäulen: Werbung ist ein Bestandteil des öffentlichen Raums und ermöglicht der Stadt wichtige Einnahmen. Die neue Ausschreibung der Werberechtsverträge ist ein guter Anlass, die Außenwerbung stadtverträglicher und ökologischer zu machen. Werbung sollte weder Verkehrsteilnehmer*innen ablenken noch durch heftiges Licht störend wirken – hierbei können neue, innovative Displaytechniken einen Beitrag leisten. Insgesamt wollen wir die Zahl der Werbeflächen auf ein angemessenes Maß reduzieren und nehmen den Kinder- und Jugendschutz in den Blick: Im direkten Umfeld von Schulen und Jugendeinrichtungen soll nicht für Alkohol geworben werden. An Bushaltestellen sollen entsprechende Markierungen an den Glasscheiben Vögel besser schützen. Zudem sollen Haltestellen mit Werbedisplays ihren Strom künftig teilweise durch Solarmodule auf dem Dach selbst herstellen und häufiger begrünt werden – damit leisten auch sie einen Beitrag zum Klimaschutz in unserer Stadt.“
Dazu Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Werbung gehört zum Stadtbild einer Metropole wie Hamburg einfach dazu. Mit der neuen Ausschreibung des Werberechts nutzen wir die Chance, Hamburgs öffentlichen Raum zukunftsgerecht und ökologischer weiterzuentwickeln. Wenn in den kommenden Jahren mit dem Hamburg-Takt mehr Bushaltestellen im Stadtgebiet entstehen, braucht es auch mehr Fahrgastunterstände. Sie werden daher ein wesentlicher Bestandteil der Werberechtsverträge sein. Moderne Fahrgastunterstände sind dabei mehr als bloßer Wetterschutz: Sie sind ein zentraler Baustein für einen attraktiven ÖPNV. Die Digitalisierung von Werbeanlagen eröffnet zudem die Möglichkeit, diese in Not- und Katastrophenfällen für Warnmeldungen zu nutzen und die Hamburgerinnen und Hamburger schneller zu erreichen. Und nicht zuletzt sollen die Verträge verlässliche Einnahmen für die Stadt sichern. Unser Anspruch ist klar: ein fairer Ausgleich zwischen Werbung, Stadtbild, Komfort und Sicherheit. So gestalten wir Mobilitätsinfrastruktur, die den Bedürfnissen der Menschen in Hamburg gerecht wird und zugleich ökologisch sinnvoll ist.“


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