Familie

Rot-Grün will neues Fachgremium – Gebündelte Kompetenz für neue Jugendhilfeeinrichtung  

Am Standort Klotzenmoorstieg entsteht in den kommenden Jahren eine neue Jugendhilfeeinrichtung für psychisch belastete Kinder zwischen neun und 13 Jahren. Im Fokus steht die verbesserte Kooperation und Vernetzung von Kinder- und Jugendhilfe sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie. In einem gemeinsamen Antrag fordern die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen die Einsetzung eines Gremiums, bestehend aus Obleuten des Familien- Kinder- und Jugendausschusses, das die Entwicklung des pädagogischen Fachkonzepts begleitet. Zu den Sitzungen sollen externe Fachleute eingeladen werden. Der Antrag wird in der kommenden Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft am 30. März 2022 diskutiert (siehe Anlage).

Dazu Britta Herrmann, Sprecherin für Kinder-, Jugend- und Familienpolitik der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Kinder, die zum Teil schwere Traumatisierungen erlitten und mit erheblichen Entwicklungsproblematiken zurechtkommen müssen, pendeln häufig zwischen Kinder- und Jugendhilfe sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie hin und her. Die geplante Jugendhilfeeinrichtung am Klotzenmoorstieg verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, indem sie Angebote beider Hilfesysteme kombiniert und den Kindern ein stabiles Lebensumfeld sowie professionelle Unterstützung aus einer Hand ermöglicht. Die Entwicklung eines pädagogischen Fachkonzepts ist dafür ein wichtiger Schritt. Unser Antrag setzt sich dafür ein, dass die Konzeptentwicklung von einem Fachgremium begleitet wird, bestehend aus Vertreter*innen von Regierung und Opposition. Außerdem sollen zu jeder Sitzung externe Expert*innen eingeladen werden. Auf diese Weise bringen wir unterschiedliche Stimmen an einen Tisch und schaffen die Basis für einen kritischen, produktiven Dialog im Sinne der betroffenen Kinder.“

Dazu Uwe Lohmann, Fachsprecher Familie, Kinder und Jugend der SPD-Fraktion Hamburg: „Im Klotzenmoorstieg in Hamburg Groß Borstel wird eine Einrichtung an der Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Psychiatrie entstehen. Mit einem ganzheitlichen Ansatz schließt das Projekt eine Lücke in der Hamburger Hilfelandschaft. Der Hamburger Psychiatriebericht stellt fest, dass die Zahl der Jugendlichen mit so genannten komplexen Hilfebedarfen steigt. Das bedeutet, dass mehr als ein Hilfe- oder Bildungssystem in die Betreuung der Kinder eingebunden ist, etwa die Jugendhilfe und die Psychiatrie. Hilfe kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie abgestimmt passiert. Daher ist eine Kooperation der unterschiedlichen Stellen sehr wichtig. Wir sind davon überzeugt, dass die Versorgung der Kinder und Jugendlichen gut gelingen kann, wenn die Verfahren für alle Seiten klar geregelt sind, beispielsweise bei Übergängen von einem System in das andere, und wir das Hilfesystem mit einer multiprofessionell aufgestellten Einrichtung weiter ausbauen. Diese soll am Klotzenmoorstieg entstehen. Die konzeptionelle Ausgestaltung der Einrichtung wollen wir eng begleiten und uns von der Behörde engmaschig berichten lassen. Dies soll in einem eigens eingerichteten Gremium erfolgen, dem die Obleute aller Bürgerschaftsfraktionen im Familienausschuss angehören werden. So stellen wir Transparenz her und führen das Projekt gemeinsam zum Erfolg.“

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