Ein sechstes Frauenhaus in Hamburg soll mit 656.000 Euro aus Mitteln des Sanierungsfonds Hamburg 2020 unterstützt werden. Dies sieht ein entsprechender Antrag der Regierungsfraktionen von SPD und Grünen vor, der zum 25. September in die Bürgerschaft eingebracht wird. Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration hatte im Juli bekannt gegeben, ein passendes Gebäude mit Platz für bis zu 32 von Gewalt betroffene Frauen und Kinder gefunden zu haben. Die jetzt durch die Regierungsfraktionen bereitzustellenden Mittel sollen neben dem Ausbau des Hauses auch für die Umsetzung eines Sicherheitskonzeptes auf dem Gelände genutzt werden, das in Zusammenarbeit mit der Polizei Hamburg entwickelt wird.
Dazu Mareike Engels, sozial- und frauenpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Wir wollen, dass Frauen selbstbestimmt und frei von Gewalt leben können. Es ist uns wichtig, dass gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder die Möglichkeit haben, Zuflucht in einem Frauenhaus zu finden, wenn dieses nötig ist. Die Regierungsparteien haben daher in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, weitere Frauenhausplätze zu schaffen. Hierfür haben wir nun eine geeignete Immobilie gefunden, die allerdings noch hergerichtet werden muss. Für den erforderlichen Umbau sowie alle nötigen Modernisierungs- und Sicherungsmaßnahmen stellen wir gerne Mittel aus dem Sanierungsfonds zur Verfügung.
Das ist sinnvoll investiertes Geld in die Sicherheit und den Schutz von Frauen und ihren Kindern, die ihr Leben frei von Gewalt neu gestalten wollen. Mit diesem sechsten Frauenhaus stehen zukünftig in Hamburg 32 weitere Plätze zur Verfügung, die Frauen und ihren Kinder Schutz bieten.“
Dazu Annkathrin Kammeyer, Expertin für Opferschutz der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Beziehungsgewalt begegnet den Betroffenen in ihrer intimsten Umgebung – den eigenen vier Wänden. Damit verhindern Täter, dass sich Opfer – in der Regel Frauen und Kinder – an einen sicheren Ort zurückziehen können. Gerade deshalb sind Frauenhäuser auch in Hamburg ein notwendiger und wichtiger Bestandteil der Infrastruktur für einen wirksamen Opferschutz. Mit dem Angebot eines sechsten Frauenhauses mit 32 Plätzen stellen wir langfristig sicher, dass es in Hamburg sichere Zufluchtsorte gibt, an denen die Betroffenen schnell Beratung, Hilfe und Unterkunft finden. Es ist gut, dass ein passendes Objekt gefunden werden konnte. Bereits im Frühjahr 2020 wird das neue Frauenhaus aufnahmebereit sein und damit eine wichtige Botschaft senden: Hamburg bietet Opfern von Beziehungsgewalt effektive Schutzräume. Wichtig ist jetzt, dass Behörde und Träger gemeinsam ein tragfähiges Konzept entwickeln, das sich gut in die eingespielte Trägerlandschaft und die Kooperation mit Schleswig-Holstein einfügt.“


Neuste Artikel
Fraktionsvorstand
Aktuelle Stunde nach dem Olympia-Referendum – Imhof: „Wir verfolgen weiterhin mit voller Kraft unseren Plan für Hamburg“
In ihrer heutigen Aktuellen Stunde widmet sich die Hamburgische Bürgerschaft dem Ausgang des Referendums zu Olympischen und Paralympischen Spielen. Für die Grüne Fraktion steht fest: Auch ohne Olympia-Rückenwind wird Rot-Grün die richtigen Weichen stellen und weiterhin mit voller Kraft für eine gute Zukunft Hamburgs arbeiten. Dazu Sina Imhof, Vorsitzende der Grünen Fraktion Hamburg: „Die Menschen in…
Billstedt
Mümmelmannsberg stärken – Rot-Grün ermöglicht Sanierung des MSV-Vereinshauses
Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen die Sanierung des Vereinshauses des MSV Hamburg in Mümmelmannsberg mit Mitteln aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2030. Das Vereinshaus an der Kandinskyallee ist seit Jahrzehnten ein zentraler Anlaufpunkt für Sport, Integration und soziale Begegnung im Stadtteil und soll baulich modernisiert sowie langfristig für den Vereins- und Quartiersbetrieb gesichert werden….
Fraktionsvorstand
Zum Ausgang des Olympia-Referendums – Imhof: „Wir bedanken uns bei allen, die sich für Olympia und unsere Stadt ins Zeug gelegt haben“
Hamburg hat entschieden: Eine Mehrheit der Bürger*innen hat sich im Referendum gegen eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele ausgesprochen. Dazu Sina Imhof, Vorsitzende der Grünen Fraktion Hamburg: „Das Ergebnis des Referendums steht fest: Die Menschen in Hamburg haben sich gegen eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele entschieden. Dieser Entscheidung gilt unser aller Respekt, wenngleich…
Ähnliche Artikel
Frauen
Aktuelle Stunde zu sexualisierter Gewalt – Engels: „Digitale Gewalt ist reale Gewalt: Wir müssen Betroffene schützen und Täter in die Verantwortung nehmen!“
Der Fall von Collien Fernandes zeigt: Digitale sexualisierte Gewalt findet oft im nahen Umfeld statt und ist weit verbreitet. Die Grüne Fraktion solidarisiert sich mit allen Betroffenen und ist entschlossen, digitale Gewalt effektiv zu bekämpfen. Bestehende Schutzlücken müssen geschlossen werden, Plattformen stärker reguliert und Täter in die Verantwortung genommen werden. Dazu Mareike Engels, frauenpolitische Sprecherin der…
Frauen
Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen – Rot-Grün fordert Abschaffung von Paragraf 218 StGB
Am 19. September 2024 hat der Gleichstellungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft in einer Anhörung die Ergebnisse des Kommissionsberichts der Bundesregierung zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin diskutiert. Der Bericht zeigt klar auf, dass die derzeitigen Regelungen im Strafgesetzbuch in Paragraf 218 nicht nur im internationalen Vergleich überholt sind, sondern zudem auch Frauen diskriminieren und erhebliche Versorgungslücken provozieren….
Frauen
Aktuelle Stunde – Engels: „Paragraf 218 gehört abgeschafft – und zwar jetzt!“
In der heutigen Aktuellen Stunde debattiert die Hamburgische Bürgerschaft über die Abschaffung des Paragrafen 218 des Strafgesetzbuches. Dieser kriminalisiert Schwangerschaftsabbrüche und sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Die Debatte kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Frauenrechte weltweit unter Druck stehen und alarmierende Zahlen in Deutschland eine wachsende Gewalt gegen…