Schulstraßen, also Straßensperrungen vor Schulen während der Stoßzeiten, können künftig unkompliziert und rechtssicher eingerichtet werden. Das geht aus der Antwort des Senats auf ein Ersuchen der rot-grünen Regierungsfraktionen aus dem vergangenen Sommer hervor (Drs. 22/16066). Die Einrichtung erfolgt demnach über eine Teileinziehung von Verkehrsflächen. Die Auswahl geeigneter Straßen wird in Zusammenarbeit mit den Schulgemeinschaften, der Behörde für Schule und Berufsbildung sowie den Bezirksämtern erfolgen. Erste mögliche Standorte werden im Zuge der Beantwortung bereits genannt. Die Grüne Fraktion begrüßt das schnelle Handeln des Senats und plädiert für die Einrichtung von Schulstraßen für die Schulwegsicherheit.
Dazu Rosa Domm, Sprecherin für die Mobilitätswende der Grünen Fraktion Hamburg: „Elterntaxis vor Schulen sorgen immer wieder für gefährliche und unübersichtliche Situationen, besonders für kleine Kinder, die leicht übersehen werden. Schulstraßen sind ein zentraler Baustein, um solche Risiken zu minimieren und allen Schüler*innen einen sicheren und selbstständigen Schulweg zu ermöglichen. In jüngster Zeit haben einige Hamburger Schulen großes Interesse an der Einrichtung von Schulstraßen signalisiert. Dies zeigt, wie groß der Bedarf an sicheren Schulwegen ist. Mit der Antwort des Senats geben wir den Bezirken die nötige Rechtssicherheit, um gemeinsam mit den Schulgemeinschaften gezielt Maßnahmen umzusetzen. Unser Ziel ist es, dass jedes Kind sicher und eigenständig zur Schule kommt und Elterntaxis – wenn möglich – der Vergangenheit angehören. Deshalb setzen wir uns als Grüne auch dafür ein, dass die Bezirksämter künftig mit ausreichend Personal ausgestattet werden, um das neue Konzept der Schulstraßen in Hamburg schnell und effizient umzusetzen. Die Sicherheit der kleinsten Verkehrsteilnehmer*innen muss schließlich für uns alle höchste Priorität haben.“
Hintergrund
Als mögliche Standorte für die Einrichtung von Schulstraßen werden vom Senat unter anderem die folgenden Schulen genannt:
– Schule Wesperloh (Altona)
– Adolph-Schönfelder-Schule, Katholische Schule St. Antonius, Grundschule Ballerstaedtweg (Hamburg-Nord)
– Grundschule Ahrensburger Weg, Stadtteilschule Walddörfer, Walddörfer-Gymnasium (Wandsbek)


Neuste Artikel
Rechtspolitik
Jeder Femizid ist einer zu viel – Geschlechtsspezifische Gewalt bekämpfen, Selbstbestimmung von Frauen stärken
In ihrer heutigen Aktuellen Stunde debattiert die Hamburgische Bürgerschaft über Gewalt gegen Frauen. Das am 21. November vom Bundeskriminalamt veröffentlichte Lagebild verdeutlicht, dass auch im vergangenen Jahr die polizeilich erfasste Gewalt gegen Frauen weiter zugenommen hat. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen hatten das Thema unter dem Titel „Jeder Femizid ist einer zu viel: Geschlechtsspezifische…
Beteiligung
Abschaffung der Stabsstelle Bürgerräte – Kern: „Ein fatales Signal von Julia Klöckner“
Medienberichten zufolge plant Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die Stabsstelle für Bürgerräte im Bundestag aufzulösen, die 2022 von der damaligen Ampelregierung eingerichtet wurde. Die Grüne Fraktion Hamburg kritisiert dies als Rückschritt für die Beteiligung der Bürger*innen: Formate wie Bürgerräte sind eine sinnvolle Ergänzung zur parlamentarischen Arbeit und bieten die Chance, Akzeptanz zu schaffen und die Perspektiven der…
Rechtspolitik
Einfacherer Ausstieg aus Mietverträgen – Zagst: „Ein wichtiger Hamburger Vorstoß für gewaltbetroffene Frauen“
Hamburg geht beim Gewaltschutz von Frauen voran und setzt sich auf Bundesebene für eine schnellere, unkomplizierte Auflösung gemeinsamer Mietverträge bei Partnerschaftsgewalt ein. Bislang ist dafür ein langwieriges Gerichtsverfahren notwendig, das für gewaltbetroffene Frauen verlängertes Leid bedeutet. Die Grüne Fraktion zeigt sich hocherfreut darüber, dass der Senat diese wichtige Initiative, die auf einem Bürgerschaftsantrag der Regierungsfraktionen…
Ähnliche Artikel
Mobilitätswende
Mehr Parkraum für Anwohnende – Rot-Grün will Nachbarschaftsparken ausweiten
In Hamburg verfügen manche Park+Ride-Anlagen über freie Kapazitäten, während in den umliegenden Wohnvierteln der Parkraum knapp ist. Um die Parkmöglichkeiten in den Quartieren besser zu nutzen, setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, mit einem gemeinsamen Antrag dafür ein, das Pilotprojekt „Nachbarschaftsparken“ auszuweiten. Dadurch können vorhandene Kapazitäten effizienter genutzt und…
Mobilitätswende
Mehr Sicherheit auf dem Schulweg – Neue Verkehrskonzepte vor Schulen
Der Weg zur Schule soll künftig in Hamburg noch sicherer werden. Ein gemeinsamer Bürgerschaftsantrag von SPD und Grünen sieht vor, dass alle Hamburger Schulstandorte auf ihre Verkehrssicherheit überprüft werden. Wenn notwendig, sollen für einzelne Schulen neue Verkehrskonzepte entwickelt werden, die die Sicherheit von Schulkindern verbessern (siehe Anlage). Zudem soll an geeigneten Stellen die Einrichtung von…
Mobilitätswende
Neues Straßenverkehrsgesetz – Domm: „Leisere Straßen und sicherere Mobilität“
Heute haben Bundestag und Bundesrat in ihren Sitzungen nach einer Einigung im Vermittlungsausschuss der Novellierung des Straßenverkehrsgesetzes zugestimmt. Diese Reform gibt den Ländern und Kommunen erweiterte Befugnisse, den Straßenverkehr vor Ort flexibler sowie klima- und umweltfreundlicher zu gestalten. Die Grüne Fraktion begrüßt diesen dringend notwendigen Wandel in der Verkehrspolitik und sieht in den Änderungen, die…