Immer mehr Menschen wünschen sich, auch im Alter und bei Pflegebedürftigkeit in ihrem vertrauten Umfeld leben zu können. Gleichzeitig stoßen bestehende Versorgungsstrukturen dabei zunehmend an ihre Grenzen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen deshalb dafür sorgen, dass die Menschen in Hamburg möglichst lange in ihrem Quartier bleiben können. Dazu sollen sogenannte „sorgende Gemeinschaften“ gestärkt und bestehende Angebote im Quartier besser vernetzt werden. Ziel ist es, Pflege, Unterstützung im Alltag und nachbarschaftliches Engagement enger zusammenzubringen und so den Verbleib in der eigenen Wohnung oder im Stadtteil zu erleichtern. Über den rot-grünen Antrag stimmt die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer heutigen Sitzung ab.
Dazu Mechthild Weber, senior*innenpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Hamburg: „Im vertrauten Zuhause alt werden – das wünschen sich wohl die allermeisten Menschen. Das gilt auch für Pflegebedürftige, die sich häufig wünschen, in ihrem gewohnten Umfeld wohnen zu bleiben. Der Stadtteil und die direkte Nachbarschaft spielen dabei eine zentrale Rolle. Mit unserem Antrag wollen wir deshalb Nachbarschaften sowie bestehende Pflegeangebote stärken. Ein vielversprechender Ansatz sind sogenannte ‚caring communities‘, die von professionellen Pflegeangeboten und nachbarschaftlicher Hilfe gleichermaßen geprägt sind. Kurze Wege im Stadtteil sind ebenso wichtig wie eine bessere Vernetzung vorhandener Pflegeangebote. Im Aktionsplan ‚Age friendly City‘ hat sich Hamburg auf den Weg zur altersfreundlichen Stadt gemacht. Diese ist für alle ein Gewinn, denn wir alle werden älter und möglicherweise einmal pflegebedürftig. Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt die richtigen Bedingungen schaffen für ein gutes Leben im gewohnten Zuhause, auch im Pflegefall.“
Dazu Tim Stoberock, senior:innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Pflege muss dort ankommen, wo Menschen leben. Dazu muss die Unterstützung im Quartier verlässlich, erreichbar und alltagsnah organisiert sein. Viele Menschen sind auf Hilfe angewiesen, wollen aber trotzdem selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben. Eine solche Pflege vor Ort ist im Regelfall auch deutlich günstiger als die Heimkosten und entlastet so die Pflegebedürftigen erheblich. Genau dafür schaffen wir bessere Rahmenbedingungen. Wir bringen bestehende Angebote enger zusammen und sorgen dafür, dass sie für die Menschen leichter zugänglich werden. Ein zentraler Baustein sind ‚sorgende Gemeinschaften‘, in denen professionelle Dienste und bürgerliches Engagement Hand in Hand arbeiten. So entsteht ein starkes Netz im Quartier, das im Alltag trägt und Sicherheit gibt. Auf diese Weise ermöglichen wir, dass Pflegebedürftige möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können und stärken gleichzeitig den Zusammenhalt in unseren Stadtteilen.“
Den Antrag zur Pressemitteilung finden Sie hier.


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