Mit dem „Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung“ (RISE) hat Hamburg in den Jahren 2010 bis 2019 circa eine halbe Milliarde Euro in die Quartiersentwicklung investiert. Das ergab eine Große Anfrage von SPD und Grünen, die zehn Jahre nach der Einführung des Programms eine detaillierte Bilanz ermöglicht. RISE ging aus mehreren nebeneinander herlaufenden Programmen hervor, die 2009 zusammengefasst und erstmals mit einer systematischen Evaluation, einem Sozialmonitoring aller Stadtteile und einem umfassenden Controlling-Verfahren verbunden wurden.
Dazu Olaf Duge, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die Gegenwart lehrt uns, wie sehr wir besonders in schwierigen Situationen auf gemeinschaftliche Lösungen angewiesen sind. Wenn wir zusammen wirken, können wir auch große Probleme bewältigen. Das gilt auch im Kleinen, vor Ort in den Hamburger Quartieren. Als Stadt haben wir uns bereits 2009 den vielfach herausfordernden sozialen Gegebenheiten unserer Stadtteile gestellt. Der Grundgedanke dabei war, gemeinwohlorientierte Lösungen zu finden. Wir hatten klare Ziele vor Augen: das Sammelsurium an Programmen für die Quartiersentwicklung beenden, das gesamte Verfahren auf neue Füße stellen, es wissenschaftlich begleiten – und so die Quartiersentwicklung insgesamt stärken. Jetzt ziehen wir Bilanz und sehen – es ist uns gelungen!
Die Erfolge des Programms zeigen sich besonders in der Vielfalt der initiierten Projekte, die die Lebensbedingungen in den Quartieren verbessert haben. So sind zahlreiche Community-Zentren wie das LURUM in Lurup entstanden. Sie dienen als Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger, die sich engagieren wollen, aber auch als Anlaufstelle für Menschen, die Beratung suchen oder ihre Freizeit gemeinsam gestalten möchten. Das begleitende Sozialmonitoring belegt zudem, dass es in den letzten Jahren zu keiner weiteren sozialräumlichen Polarisierung in Hamburg gekommen ist. RISE wurde und wird stetig weiterentwickelt und an veränderte Bedingungen angepasst – wie aktuell die Quartiersinitiativen ‚Urbanes Leben‘ oder ‚Cockpit städtische Infrastruktur‘ zeigen. Auch Klimaschutz ist künftig eine feste Größe bei allen Projekten in den aktuell 37 Stadtgebieten. RISE umfasst zudem verschiedene städtebauliche Aktivitäten, mit denen einerseits private Investitionen in den Quartieren angeschoben, und andererseits Bodenspekulationen wirkungsvoll verhindert werden können.
Der eigentliche Erfolgsfaktor jedoch ist, dass alle – Bezirke, verschiedene Fachbehörden, die Bevölkerung und vielfältige Stakeholder und Organisationen – an einem Strang ziehen. Auf diese Weise setzt Hamburg nicht nur in der Wohnungspolitik, sondern auch in der Quartiersentwicklung bundesweit Maßstäbe.“
Dazu Martina Koeppen, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung trägt maßgeblich zum sozialen Zusammenhalt in stabilen Quartieren bei. Der interdisziplinäre Ansatz bündelt Kräfte und verschiedene Kompetenzen, etwa aus Bezirken, Fachbehörden und öffentlichen Unternehmen wie der SAGA, und birgt daher einen großen Schatz für zukunftsfähige Stadtteile und gerechte Lebensverhältnisse. Im Zuge von RISE übernehmen die Menschen vor Ort gemeinsam mit lokalen Akteurinnen und Akteuren Verantwortung für die Entwicklung lebendiger Nachbarschaften. Die Einbindung privater Investorinnen und Investoren eröffnet bei städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen auch für die Zukunft wichtige Potenziale in der Quartiersentwicklung. Unsere Neuausrichtung in der Bodenpolitik und die soziale Stadtteilentwicklung gehen hierbei Hand in Hand. Denn durch die rechtlichen Instrumente hat Hamburg den Daumen auf den grundstücksbezogenen Vorgängen und kann bei Fehlentwicklungen wirksam eingreifen. Anhand der wachsenden Erfahrungen der letzten zehn Jahre und der stetigen Weiterentwicklung der Programme werden wir zusätzliche Fördergebiete ausweisen und Hamburg noch lebenswerter machen.
Denn klar ist: In den RISE-Fördergebieten werden kontinuierlich Innenentwicklungspotenziale aktiviert, Wohnungsbaupotenziale erschlossen sowie soziale Infrastrukturbestände saniert und modernisiert. Damit trägt RISE auch zu einer angemessenen Wohnraumversorgung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen bei und ermöglicht Zugang zu bezahlbarem Wohnraum in der ganzen Stadt. Zudem leisten Quartierszentren einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen und erhöhen die Identifikationskraft mit dem eigenen Quartier.
Seit Beginn des Programms wurde nahezu eine halbe Milliarde Euro in die soziale Stadtteilentwicklung von bis heute 62 Fördergebieten investiert. Damit ist Hamburgs RISE-Programm bei der Umsetzung der Städtebauförderung und sozialen Stadteilentwicklung bundesweit Impulsgeber.“


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