Zur nächsten Bürgerschaftssitzung beantragen Sozialdemokraten und Grüne die personelle Stärkung des Sozialgerichts, des Verwaltungsgerichts sowie des Hamburgischen Oberverwaltungsgerichts um insgesamt 16 Stellen. An diesen Gerichten hat sich die hohe Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren auf einem hohen Niveau verstetigt. Mit diesem Antrag wird der kontinuierliche Personalaufbau an den Hamburgischen Gerichten fortgesetzt. Seit 2015 haben SPD und Grüne mehr als 200 zusätzliche Stellen im Justizbereich geschaffen und damit die Gerichte deutlich verstärkt.
Dazu Carola Timm, justizpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Eine gut funktionierende Justiz braucht ausreichend Personal. Deswegen schaffen wir, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, konsequent und zielgerichtet neue Stellen. Seit 2015 haben wir in der Justiz mehr als 200 Stellen geschaffen, was den größten Personalzuwachs der letzten Jahrzehnte darstellt. Das stärkt den Rechtsstaat und gewährleistet Sicherheit. Die Arbeitsbelastung der Hamburger Justiz beobachten wir genau, vor allem mit Blick auf die Zahl, Dauer und Komplexität der Verfahren. Auf veränderte Situationen können wir so zielgerichtet und zügig reagieren – wie beim Sozialgericht aufgrund einer unvorhergesehenen Klagewelle oder bei den durch die Zunahme der Klagen gegen Asylbescheide sowie komplexe Großverfahren dauerhaft belasteten Verwaltungsgerichten.“
Dazu Urs Tabbert, justizpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Wir haben seitens der Bürgerschaft in den letzten Jahren gezielt sichergestellt, dass Arbeitsaufwand und Personaldecke an Hamburgs Gerichten in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, denn der Rechtsstaat muss stark und handlungsfähig sein. Dazu gehört, dass Gerichte in der Lage sind, in einem angemessenen Zeitrahmen effektiven Rechtsschutz zu gewährleisten. Das Fallaufkommen am Sozialgericht sowie am Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht ist in den letzten Monaten stetig aufgrund von konkret nachvollziehbaren Entwicklungen erheblich angewachsen. Eine Klagewelle im Krankenversicherungsrecht, mehr Asyl- und Großverfahren – etwa das zum neuen Fernbahnhof in Altona – brachten die jeweiligen Gerichte an die Belastungsgrenze. Für uns als SPD sind Investitionen in den Rechtsstaat immer auch wichtige Investition in den sozialen Frieden und in die wirtschaftliche Prosperität unserer Stadt. Dafür stehen wir nachhaltig ein. Ein Stellenzuwachs wie seit 2015 ist jedenfalls in den vergangenen 20 Jahren in Hamburg einzigartig.“
Hintergrund
Die zusätzlichen Stellen umfassen drei Richterinnen/Richter am Sozialgericht sowie drei Justizobersekretärinnen/-sekretäre, zwei Richterinnen/Richter am Oberverwaltungsgericht und vier Richterinnen/Richter sowie vier Justizobersekretärinnen/-sekretäre am Verwaltungsgericht.


Neuste Artikel
Haushalt
Haushalt 2027/2028 – Hamburg hält Kurs mit Investitionen und Konsolidierung
Der Senat hat heute den Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 vorgestellt. Mit Rekordinvestitionen, der Sicherung zentraler Leistungsversprechen und einer soliden Finanzpolitik setzt Hamburg dabei auf Zukunftsfähigkeit, wirtschaftliche Stärke und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, rückläufiger Einnahmeerwartungen und steigender gesetzlicher Ausgaben hält die Stadt damit Kurs bei Investitionen und Konsolidierung. Dazu Dennis Paustian-Döscher, haushaltspolitischer Sprecher der…
Migration
Starke Stimmen für Integration – Rot-Grün will Landesintegrationsbeirat gesetzlich verankern
Menschen mit Migrationsgeschichte sollen auch künftig eine starke und verlässliche Stimme in Hamburgs Politik haben. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen die Arbeit des Landesintegrationsbeirats daher erstmals auf eine gesetzliche Grundlage stellen. Ziel des rot-grünen Antrags ist es, die Beteiligung von Menschen mit Migrationsgeschichte dauerhaft zu stärken und die bewährte Arbeit des Beirats langfristig…
Bergedorf
Neuer Standort am Holzhafenufer – Rot-Grün unterstützt Neubau der Mundhalle in Bergedorf
Da der bisherige Standort Ende 2026 aufgegeben werden muss, ist ein Neubau der Bergedorfer Mundhalle am Holzhafenufer in Moorfleet nötig. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen dessen Finanzierung mit 270.000 Euro aus dem Sanierungsfonds 2030, dazu kommen 400.000 Euro aus dem Investiven Quartiersfonds. In Kombination mit Eigenmitteln der Genossenschaft Mundhalle eG ist die Finanzierung…
Ähnliche Artikel
Justiz
Bei häuslicher Gewalt – Einfacherer Ausstieg aus dem gemeinsamen Mietvertrag
Der gemeinsame Mietvertrag bedeutet für Betroffene von häuslicher Gewalt zusätzliches Leid: Sie bleiben häufig auch nach dem Auszug abhängig von ihren gewalttätigen Partnern und müssen langwierige Gerichtsverfahren durchstehen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich deshalb für einen einfacheren Ausstieg aus gemeinsamen Mietverträgen in Fällen häuslicher Gewalt ein. Betroffenen wird so ein klarer Neuanfang…
Justiz
Investieren in ein starkes Hamburg von morgen – Rot-Grün stärkt Justiz, Verbraucher- und Tierschutz
Im Rahmen des Doppelhaushalts 2025/26 setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen für die nachhaltige Stärkung des Hamburger Rechtsstaats, des Verbraucherschutzes und des Tierschutzes ein. Der kostenlose Examens-Crashkurs für angehende Jurist*innen wird fortgeführt und die Digitalisierung der Verbraucherzentrale Hamburg weiter ausgebaut. Darüber hinaus werden zusätzliche Mittel in Höhe von jährlich 2,5 Millionen Euro für…
Justiz
28 neue Stellen für die Staatsanwaltschaften – Zagst: „Eine starke Justiz ist elementar für das Vertrauen in unseren Rechtsstaat“
In den kommenden beiden Jahren werden bei den Hamburger Staatsanwaltschaften 28 neue unbefristete Stellen geschaffen. Dieser Personalausbau sorgt vor allem dort für Entlastung, wo es zuletzt zu deutlich mehr Verfahren kam, etwa bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Wirtschaftskriminalität, Drogendelikten und Kinderpornografie. Durch eine gut aufgestellte Justiz und effektive Strafverfolgung wird das Vertrauen in den…