Hier stellen wir unsere Maßnahmen zur politischen Partizipation von Frauen bei uns Hamburger GRÜNEN vor. Wir gehen das auf den folgenden fünf Ebenen an und überprüfen regelmäßig die Wirksamkeit.

Zum Mentoring-Programm für Frauen

Informieren

Bild von einem Infostand-Tisch mit (grünen) Flyern zu Feminismus. Ein Flyer, der zum 8.März-Streik aufruft, wird gerade gegriffen.

Frauenempowerment bei den GRÜNEN! Wie das geht, darüber informieren wir (regelmäßig) bei Neuen- und Interessiertentreffen, (auf Nachfrage) in Landesarbeitsgemeinschaften, (in Zusammenarbeit alle zwei Jahre) im Kreisverband, auf Infoständen sowie hier auf dieser Website.

 

Einmischen

Wir mischen uns sichtbar ein – im (Hamburger) Diskurs und als Frauen. Das heißt wir:

  • machen feministische Aktionen und Pressearbeit (u.a. zum Weltfrauentag, Equal Pay Day sowie zum International Transgender Day of Visibility),
  • vernetzen uns zum Beispiel im Landesfrauenrat, im Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung und bei der Netzwerkmeile in der Handelskammer,
  • beteiligen uns an Veranstaltungen (zum Beispiel am Lauf gegen Gewalt) und Demonstrationen (wenn eine klare Haltung gegen Rassismus sowie Antisemitismus eingenommen wird und eine Beteiligung von uns erwünscht ist),
  • verpflichten uns Veranstaltungen – organisiert durch den Landesvorstand – ausschließlich mindestquotiert durchzuführen, empfehlen dies allen anderen grünen Strukturen und drängen bei externen Veranstaltungen darauf, dass Frauen sichtbar sind sowie grüne Männer Veranstaltungen ggf. absagen, wenn gar keine Frau eingeladen wurde,
  • bringen (grüne) Frauenpolitik in Bürgerschaft und Senat voran und setzen uns an allen politischen Stellen kompromisslos für Frauenrechte ein.

Sichtbar

Wir sehen ein über sehr viele Jahre entstandenes Machtungleichgewicht zwischen den Geschlechtern, das unter anderem dazu führen, dass Frauen unterrepräsentiert sind. Gegen diese (strukturellen) Mechanismen schaffen wir soweit möglich einen Ausgleich, um den gleichen Einfluss von Frauen zu ermöglichen. Das tun wir, in dem wir

  • unser Bundes-Frauenstatut konsequent anwenden, unsere Satzung entsprechend bei Bedarf verbessern und Sitzungsleitungen eine erklärende Handreichung für quotierte Redelisten zur Verfügung stellen,
  • durch gendersensible Sprache gemäß Bundesbeschluss Frauen und sich inter* und divers definierende Menschen auch sprachlich berücksichtigen,
  • den Pilotversuch von 2016 eines Frauenmentoring-Programms verstetigen (Durchführung ist geplant für jedes Jahr vor einer Bezirkswahl, wenn in dem Jahr keine anderen Wahlen laufen),
  • Landesarbeitsgemeinschaften mit Bildungsangeboten und Erstattungsregelungen unterstützen die Hälfte der Macht den Frauen zu geben,
  • Vernetzung von Frauen untereinander (in der LAG Frauenpolitik sowie beim Frauenstammtisch) unterstützen.

Zeit schaffen

Wir wollen zeitpolitisch einen Ausgleich für geschlechtsspezifisch unterschiedliche Lebenslagen schaffen. Wir wissen, dass diese Maßnahmen nicht nur Frauen unterstützen und unterschiedliche Lebenslagen darüberhinaus andere Maßnahmen bedürfen können. Wir ermöglichen Kinderbetreuung (bei größeren Veranstaltungen und durch finanzielle Unterstützung auf Antrag), unterstützen die Initiative Eltern in der Politik] und initiieren ein lockeres Treffen für Frauen vor Landesmitgliederversammlungen.

Grenzen

Wir treten Grenzverletzungen sowie Diskriminierung entgegen und nehmen entsprechende Erfahrungen ernst. Deshalb

...und wie wirksam ist das?

Damit wir wissen wie wirksam diese Maßnahmen sind und bei Bedarf Verbesserungen vornehmen können, erstellen wir jedes Jahr eine Übersicht und Bewertung der finanziellen Ausgaben der Partei je Geschlecht (Gender-Budgeting-Bericht). Diese Berichte sind auf der Beschluss-Seite zu finden. Außerdem organisieren wir unregelmäßig gendersensibles Feedback für Sitzungsleitungen.

...und warum machen wir das?

  • Erfahrungen und Berichte zeigen, dass Frauen sich bisher häufig eher in konkreten, weniger prestigeträchtigen Projekten engagieren und sich in Diskussionen später und weniger zu Wort melden. Frauen kandidieren seltener, unter anderem aufgrund familiärer Einbindung, ihrer Selbsteinschätzung und einer anderen Vorstellung von Politikstil und Selbstdarstellung. Erklärungen dafür liegen sowohl in der erlebten Sozialisation als auch in daraus resultierenden geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Lebenslagen und erfahrener Unterdrückung.
  • Für uns GRÜNE gilt: Wir sind eine feministische Partei, wir wollen die Hälfte der Macht für Frauen, wir wollen gleiche Rechte für alle. Uns geht es darum, dass alle Menschen selbstbestimmt sowie diskriminierungsfrei leben können. Dafür gibt es noch viel zu tun und das begreifen wir als politischen Auftrag.
  • Erfreulicherweise gehören zur Gleichstellungsfrage der Geschlechter nicht mehr nur die Kategorien Mann und Frau. Wenn wir von Frauen sprechen, meinen wir jede Person, die sich als solche selbst definiert. Gleichstellung heißt für uns, dass allen die gleichen Chancen und Möglichkeiten zur Entfaltung eingeräumt werden. Feministische Politik ist Teil einer weltweiten emanzipatorischen Bewegung und geht alle an: auch Männer.
  • Unterdrückung und Diskriminierung erleben nach wie vor viele Menschen – strukturell und im Alltag, unter anderem durch Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Antiziganismus, Phobie gegenüber LSBTI* (Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans* und inter* Personen) und andere Abwertungen. Gegen diese unterschiedlichen Formen der Unterdrückung und Diskriminierung braucht es aus unserer Sicht unterschiedliche Maßnahmen. Hier, auf dieser Seite, konzentrieren wir uns auf die politische Partizipation von Frauen bei uns, den Hamburger GRÜNEN.