Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen sorgen für eine Entlastung von Rechtsreferendarinnen und -referendaren, die durch Kinderbetreuungspflichten in der Pandemie besonders belastet sind. Künftig können sie ihr Referendariat verlängern, wenn Betreuungseinrichtungen pandemiebedingt geschlossen sind oder ein bestehendes Betreuungsangebot aufgrund von Krankheit des Kindes nicht genutzt werden kann. Ein entsprechender Bürgerschaftsantrag wird am 24. März ins Parlament eingebracht. Demnach soll das Hamburgische Juristenausbildungsgesetz entsprechend geändert werden.
Dazu Lena Zagst, justizpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die Betreuung von Kindern bei geschlossenen Schulen und Kindertagesstätten stellt eine der größten Herausforderungen für berufstätige Eltern in dieser Pandemiezeit dar. Vielfach sind es Frauen, die noch immer einen Großteil der unbezahlten Sorgearbeit in unserer Gesellschaft übernehmen. Die juristische Ausbildung im Rechtsreferendariat ist dabei keine Ausnahme. Sich parallel zur Kinderbetreuung auf das zweite juristische Staatsexamen vorzubereiten, ist eine Mammutaufgabe, die schon unter normalen Umständen ein hohes Maß an Disziplin und Durchhaltevermögen erfordert. Mit unserem Antrag wollen wir Eltern in dieser Situation entlasten und es ihnen ermöglichen, durch die Verlängerung des Referendariats wertvolle Zeit für die Vorbereitung zu gewinnen. Dies soll sowohl bei pandemiebedingt geschlossenen Betreuungseinrichtungen gelten, als auch in Krankheitsfällen, wenn ein Kind zu Hause betreut werden muss. Damit tragen wir nicht nur den erschwerten Umständen in der Pandemie Rechnung, sondern können einen entscheidenden Schritt machen, um die juristische Ausbildung langfristig familienfreundlicher zu gestalten.“
Dazu Urs Tabbert, justizpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Das Referendariat ist der letzte wichtige Schritt, um die lange und anspruchsvolle juristische Ausbildung abzuschließen. Ausreichend Zeit zum Lernen ist ein entscheidender Faktor, um gut durch die Prüfungen zu kommen. Auch ohne Pandemie ist es eine Herausforderung, in dieser Ausbildungsphase zugleich Kinder großzuziehen. Diese Situation hat sich im letzten Jahr noch einmal verschärft, weil Kinder über lange Zeiträume zu Hause betreut werden mussten. Um hier für Entlastung zu sorgen, bringen wir eine Änderung des Juristenausbildungsgesetzes auf den Weg, mit der betroffene Eltern die Verlängerung ihres Referendariats im Krankheitsfall eines Kindes oder pandemiebedingt wegen geschlossener Betreuungseinrichtungen beantragen können. Es darf nicht sein, dass Eltern vor die Wahl gestellt sind, sich zwischen Ausbildungsende oder Kindererziehung entscheiden zu müssen.“


Neuste Artikel
Haushalt
Haushalt 2027/2028 – Hamburg hält Kurs mit Investitionen und Konsolidierung
Der Senat hat heute den Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 vorgestellt. Mit Rekordinvestitionen, der Sicherung zentraler Leistungsversprechen und einer soliden Finanzpolitik setzt Hamburg dabei auf Zukunftsfähigkeit, wirtschaftliche Stärke und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, rückläufiger Einnahmeerwartungen und steigender gesetzlicher Ausgaben hält die Stadt damit Kurs bei Investitionen und Konsolidierung. Dazu Dennis Paustian-Döscher, haushaltspolitischer Sprecher der…
Migration
Starke Stimmen für Integration – Rot-Grün will Landesintegrationsbeirat gesetzlich verankern
Menschen mit Migrationsgeschichte sollen auch künftig eine starke und verlässliche Stimme in Hamburgs Politik haben. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen die Arbeit des Landesintegrationsbeirats daher erstmals auf eine gesetzliche Grundlage stellen. Ziel des rot-grünen Antrags ist es, die Beteiligung von Menschen mit Migrationsgeschichte dauerhaft zu stärken und die bewährte Arbeit des Beirats langfristig…
Bergedorf
Neuer Standort am Holzhafenufer – Rot-Grün unterstützt Neubau der Mundhalle in Bergedorf
Da der bisherige Standort Ende 2026 aufgegeben werden muss, ist ein Neubau der Bergedorfer Mundhalle am Holzhafenufer in Moorfleet nötig. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen dessen Finanzierung mit 270.000 Euro aus dem Sanierungsfonds 2030, dazu kommen 400.000 Euro aus dem Investiven Quartiersfonds. In Kombination mit Eigenmitteln der Genossenschaft Mundhalle eG ist die Finanzierung…
Ähnliche Artikel
Justiz
Bei häuslicher Gewalt – Einfacherer Ausstieg aus dem gemeinsamen Mietvertrag
Der gemeinsame Mietvertrag bedeutet für Betroffene von häuslicher Gewalt zusätzliches Leid: Sie bleiben häufig auch nach dem Auszug abhängig von ihren gewalttätigen Partnern und müssen langwierige Gerichtsverfahren durchstehen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich deshalb für einen einfacheren Ausstieg aus gemeinsamen Mietverträgen in Fällen häuslicher Gewalt ein. Betroffenen wird so ein klarer Neuanfang…
Justiz
Investieren in ein starkes Hamburg von morgen – Rot-Grün stärkt Justiz, Verbraucher- und Tierschutz
Im Rahmen des Doppelhaushalts 2025/26 setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen für die nachhaltige Stärkung des Hamburger Rechtsstaats, des Verbraucherschutzes und des Tierschutzes ein. Der kostenlose Examens-Crashkurs für angehende Jurist*innen wird fortgeführt und die Digitalisierung der Verbraucherzentrale Hamburg weiter ausgebaut. Darüber hinaus werden zusätzliche Mittel in Höhe von jährlich 2,5 Millionen Euro für…
Justiz
28 neue Stellen für die Staatsanwaltschaften – Zagst: „Eine starke Justiz ist elementar für das Vertrauen in unseren Rechtsstaat“
In den kommenden beiden Jahren werden bei den Hamburger Staatsanwaltschaften 28 neue unbefristete Stellen geschaffen. Dieser Personalausbau sorgt vor allem dort für Entlastung, wo es zuletzt zu deutlich mehr Verfahren kam, etwa bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Wirtschaftskriminalität, Drogendelikten und Kinderpornografie. Durch eine gut aufgestellte Justiz und effektive Strafverfolgung wird das Vertrauen in den…