Am vergangenen Montagabend haben Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft sowie Schulsenator Ties Rabe in einer Sondersitzung des Schulausschusses ausgehend von einer Selbstbefassung der Koalition ausführlich die neuen Bildungsplanentwürfe diskutiert. Diese wurden in den vergangenen Monaten von Verbänden, Gewerkschaften und Kammern mit einer Vielzahl von veröffentlichten Stellungnahmen begleitet, in der Folge ist eine Debatte über mögliche Änderungen und Nachbesserungen an den Bildungsplanentwürfen entbrannt.
Dazu Ivy May Müller, schulpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Hamburg: „Die Bildungsplanentwürfe der Behörde weisen mit den drei übergeordneten Leitperspektiven eine positive Neuerung auf. Den vorgesehenen Schwerpunkt auf Lernen in der digitalisierten Welt, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Wertebildung begrüßen wir daher ausdrücklich, wenngleich wir auf eine erfolgreiche Umsetzung der Leitperspektiven mit Skepsis blicken. Denn an einigen Stellen sehen wir als Fraktion ähnlich wie verschiedene bildungspolitische Akteure Nachbesserungsbedarf. Vor allem die Höhergewichtung von Klausuren und das Verbot von Ersatzleistungen bewerten wir als nicht zeitgemäß. Mit diesen Entwürfen und der vorgesehenen Intensität der Curricula würde Hamburg an vielen Stellen eine veraltete Lernkultur manifestieren, die aktuellen Herausforderungen nicht gerecht wird. Hier braucht es eine grundlegende Änderung der Entwürfe, um ausreichend Raum für eine individuelle und inklusive Pädagogik in einer digitalisierten Welt zu schaffen. Dass nun bereits erste Teiländerungen von der Behörde geplant sind, nehmen wir einerseits positiv zur Kenntnis. Andererseits muss es darüber hinaus in der anstehenden Überarbeitungsphase der Entwürfe aber darum gehen, strukturell und zeitgemäß nachzubessern und die Kritik der Bildungsakteure ernsthaft einzubeziehen.“


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