Am 22. September 2013 haben sich die Hamburgerinnen und Hamburger mit dem Volksentscheid „Unser Hamburg – unser Netz“ mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Strom-, Fernwärme- und Gasleitungsnetze wieder vollständig in die Öffentliche Hand zu übernehmen. In den vergangenen Jahren wurde dieses Vorhaben Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt. Mit einer rot-grünen Initiative zur heutigen Bürgerschaftssitzung soll jetzt ein Bericht über den aktuellen Umsetzungsstand sowie die Zukunftsperspektiven der neuen städtischen Gesellschaften auf den Weg gebracht werden.
Dazu Ulrike Sparr, energiepolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Der Besitz der Energienetze ist entscheidend für die Umsetzung der Hamburger Energiewende. Der Rückkauf des Stromnetzes ist bereits erfolgt und Stromnetz Hamburg unternimmt bedeutende Investitionen in die Netzinfrastruktur. Als Partner im Projekt NEW 4.0 widmet sich Stromnetz Hamburg zudem wichtigen Fragen der Energiewende, wie dem Einsatz von Windstrom für E-Mobilität oder der Kopplung der Sektoren Strom und Wärme. Der Rückkauf des Gasnetzes ist ebenfalls beschlossen und 2019 erfolgt der Rückkauf des Wärmenetzes – so gestalten wir mit großen Schritten die Wärmewende für Hamburg. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, mehr nicht-fossile Energieträger für die Wärmeproduktion einzusetzen, beispielsweise aus biogenem Abfall oder durch industrielle Abwärme. Das macht deutlich: Städtischer Besitz schafft Einfluss- und Gestaltungsspielräume, die wir nutzen, um den Klimaschutz in Hamburg maßgeblich voranzubringen.“
Dazu Monika Schaal, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Wir halten Wort und setzen den Volksentscheid zum Rückkauf der Energienetze Punkt für Punkt in die Tat um. Inzwischen ist die Stromnetzgesellschaft auf die Stadt übergegangen und firmiert als einhundertprozentiges öffentliches Unternehmen unter dem Namen Stromnetz Hamburg GmbH. Nach der Übernahme des Stromnetzes sind auch die Weichen für eine vollständige Übernahme des Gasnetzes gestellt, die zum 1. Januar 2018 erfolgen soll. Parallel arbeitet der Senat daran, den Rückkauf des Fernwärmenetzes und den damit verbundenen Erzeugungsanlagen in die Wege zu leiten. Wir haben nach dem Volksentscheid ebenfalls versprochen, dass die Übernahme der Energienetze nicht zulasten der Beschäftigten gehen darf. Auch hier halten wir Wort: Stromnetz Hamburg hat alle rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das neue Unternehmen integriert. Auch beim anstehenden Erwerb des Gasnetzes werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den technischen und kaufmännischen Bereichen sowie alle Azubis übernommen. Außerdem plant Stromnetz Hamburg auf seinen Gelände in Bramfeld ein betriebseigenes Ausbildungszentrum für elektrotechnische Berufe. Ab 2019 werden jährlich 60 Azubis ausgebildet, davon die Hälfte für das Unternehmen selbst. Das ist eine vorbildliche Strategie gegen den Fachkräftemangel. Mit der Übernahme des Fernwärmenetzes ist auch die Übernahme des dazugehörigen Kohlekraftwerkes Wedel verbunden. Es muss ersetzt werden. Die Fernwärme steht vor einer vollständigen Neukonzeption. Sie soll künftig sicher und klimafreundlich – also weitgehend CO2-arm – produziert werden, gleichzeitig aber auch wirtschaftlich sein und bezahlbar bleiben. Für eine solche Produktionsumstellung in dieser Dimension gibt es bisher noch keine Vorbilder. Begleitet wird der Prozess vom Energienetzbeirat, den wir ins Leben gerufen haben. In diesem Gremium sind alle zusammengeführt worden, die beim Volksentscheid miteinander und gegeneinander gerungen hatten: Umweltverbände und Initiativen, Kammern, Wirtschaft und Gewerkschaften, Wissenschaft und Bürgerschaftsfraktionen. Gemeinsam wird über eine nachhaltige Lösung für die Neuaufstellung der Fernwärme diskutiert und die Verwaltung beraten. Ich bin sicher, dass es am Ende auch in dieser Frage eine gute Lösung geben wird.“


Neuste Artikel
Familie
Offene Kinder- und Jugendarbeit – Rot-Grün bringt Sanierung der Einrichtungen systematisch voran
Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen die kommunalen Gebäude der Offenen Kinder– und Jugendarbeit langfristig und bedarfsgerecht weiterentwickeln. Mit einem gemeinsamen Antrag setzen sie sich für eine systematische Sanierung und Modernisierung der Gebäude ein. Vorgesehen sind unter anderem eine umfassende Bestandsaufnahme aller Einrichtungen, ein Sanierungsfahrplan sowie die Entwicklung standardisierter Modulbauten für Neubauten. Über den…
Kultur
200.000 Euro für barrierefreien Ausbau – Rot-Grün fördert Weiterentwicklung des TONALi-Campus
Der TONALi Campus im Hamburger Grindelviertel ist ein wichtiger kultureller Begegnungsort, der vor allem junge Menschen aus der ganzen Stadt zusammenbringt und den sozialen Zusammenhalt fördert. Um die Weiterentwicklung des Campus zu stärken, unterstützen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen den notwendigen barrierefreien Ausbau mit bis zu 200.000 Euro aus dem Hamburger Sanierungsfonds. Über den…
Inklusion
Werkstätten für Menschen mit Behinderung – Rot-Grün für bessere Anerkennung der Arbeitsleistung und mehr Transparenz beim Einkommen
Menschen mit Behinderung leisten in Werkstätten jeden Tag wertvolle Arbeit. Gleichzeitig ist das Entgelt für viele Beschäftigte oft nur schwer nachvollziehbar. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich deshalb dafür ein, im Rahmen der geplanten Werkstattreform des Bundes auch das Entgeltsystem für Beschäftigte in Werkstätten für Menschen mit Behinderung transparenter und verständlicher zu gestalten….
Ähnliche Artikel
Energie
Klimafreundliche Energie für Hamburg – Rot-Grün bringt Ausbau der Solaranlagen auf öffentlichen Dächern voran
Bis 2030 sollen 80 Prozent der geeigneten öffentlichen Dächer in Hamburg mit Solaranlagen ausgestattet sein. Um dieses Ziel zügig zu erreichen, setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen für eine zentrale Planung und Priorisierung der Solarbebauung ein. Gebäude mit ähnlichen Gegebenheiten sollen zu Clustern zusammengefasst und der Ausbau durch stärkere Standardisierung beschleunigt werden. Neben…
Energie
Potenziale für die Wärmewende erschließen – Rot-Grün setzt auf Geothermie im Wärmemix
Der Wärmebereich spielt eine zentrale Rolle für das Erreichen der Hamburger Klimaziele. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich daher für eine systematische Erschließung der Potenziale der Tiefengeothermie und die Entwicklung einer landesweiten Geothermie-Strategie für Hamburg ein. Als grundlastfähige, nahezu emissionsfreie Energiequelle soll Geothermie frühzeitig im künftigen Wärmemix berücksichtigt werden. Über den gemeinsamen Antrag…
Energie
Solarstrategie für Hamburg – Nerlich: „Das wird unsere Stadt nach vorne bringen“
Der Senat hat heute die neue Solarstrategie für Hamburg vorgestellt. Sie geht auf einen Antrag der rot-grünen Regierungsfraktionen (Drs. 22/13618) zurück und legt die Grundlage dafür, den Ausbau der Solarenergie in der Stadt weiter zu beschleunigen. Vorgesehen sind unter anderem die konsequente Nutzung öffentlicher Dachflächen, die Förderung von Mieterstrommodellen und Quartierslösungen sowie Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung…