Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen bringen in Hamburg neue bezirkliche Pilotprojekte für kostenreduziertes Bauen auf den Weg. Ziel ist es, durch eine Senkung nicht zwingender Baustandards und eine Optimierung der Planungs- und Genehmigungsprozesse bezahlbare Mieten im freifinanzierten Wohnungsbau zu ermöglichen. Als erstes großes Testgebiet wurde bereits das Wilhelmsburger Rathausviertel mit 1.600 Wohneinheiten festgelegt. Zudem sollen in allen Hamburger Bezirken weitere Pilotprojekte entstehen. Über den rot-grünen Antrag stimmt die Hamburgische Bürgerschaft am 26. Februar ab.
Dazu Olaf Duge, Sprecher für Bauen und Wohnen der Grünen Fraktion Hamburg: „Der ‚Hamburg-Standard‘ ist eine bundesweit beachtete Agenda für kostengünstiges Bauen. Rot-Grün hat gezeigt, wie bezahlbarer, ökologischer und sozialer Wohnungsbau funktioniert – wir reden nicht, wir handeln. Mit unserem Antrag wollen wir die nächste Phase einläuten und sicherstellen, dass die erarbeiteten Maßnahmen nun konsequent in die Praxis umgesetzt werden. Die Pilotprojekte sind ein wichtiger Schritt, doch auch die Wohnungsbauunternehmen sind gefordert, ihre Projekte konsequent auf Einsparpotenziale zu prüfen. Klar ist: Die Kostenreduktionen müssen bei den Mieter*innen ankommen – und nicht als zusätzliche Gewinne in andere Kassen fließen. Mieten von zwölf Euro pro Quadratmeter sind machbar. Jetzt gilt es, diesen Weg ohne Verzögerung zu gehen.“
Dazu Martina Koeppen, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg: „Wohnen muss bezahlbar bleiben – auch in Zeiten steigender Baukosten. Hamburgs Initiative für kostenreduziertes Bauen hat dafür jetzt viele wichtige Erkenntnisse gebracht. Sie liefert wertvolle Impulse, um unnötige Normen zu hinterfragen und Planungsprozesse effizienter zu gestalten. So wollen wir ein Einsparpotential von bis zu 2.000 Euro pro Quadratmeter heben. Dafür braucht es nun Erkenntnisse aus der Praxis. Mit unserem Antrag bringen wir in allen Bezirken Modellprojekte für kostenreduziertes Bauen auf den Weg. Sie sollen zeigen, wie durch Kostenersparnis bezahlbare Anfangsmieten erzielt werden können. Damit eine neue Planungs- und Baukultur schnell in allen Bezirken Früchte tragen kann, geben wir jetzt dafür den Anstoß. Das Wilhelmsburger Rathausviertel wird mit 1.600 Wohneinheiten Hamburgs erstes Testgebiet für kostenreduziertes Bauen sein. Weitere Gebiete in allen Bezirken werden folgen. Für uns ist klar: Innovatives Bauen und soziale Verantwortung für bezahlbares Wohnen müssen Hand in Hand gehen. Dazu sind die von uns angestoßenen Pilotprojekte ein großer Schritt nach vorn.“
Den Antrag zur Pressemitteilung finden Sie hier.


Neuste Artikel
Wahlen
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – Alam: „Die Demokratie muss sich jetzt wehrhaft zeigen!“
Die heutige Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stellt eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik dar: Sollte die AfD dort künftig eine Regierung anführen können, hätte dies weitreichende Folgen, auch bundesweit. Mit einem vorläufigen Endergebnis wird am frühen Montagmorgen gerechnet. Nach aktuellem Stand der Stimmenauszählung haben es BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erneut in den Magdeburger Landtag geschafft. Dazu…
Erinnerungskultur
80 Jahre nach der Gedenkwoche von 1946 – Bürgerschaftsfraktionen erinnern an ermordete Menschen aus dem Hamburger Widerstand
Die Bürgerschaftsfraktionen von SPD, Grünen und Linken erinnern heute gemeinsam an Menschen aus dem Hamburger Widerstand, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft hingerichtet wurden. Anlass ist der 80. Jahrestag einer besonderen Hamburger Gedenkwoche: Am 4. September 1946 ließ der Hamburger Senat die Urnen der Ermordeten für drei Tage feierlich im Rathaus aufbahren. Mit einer Gedenkfeier im…
Digitalisierung
Privatsphäre schützen – Rot-Grün will Smartglasses in Schwimmbädern und im ÖPNV untersagen
Smartglasses mit integrierten Kameras ermöglichen Foto- und Videoaufnahmen, die für andere Menschen kaum wahrnehmbar sind. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen deshalb den Schutz der Privatsphäre stärken und den Einsatz solcher Brillen klarer regulieren. In den Schwimmbädern und Saunen von Bäderland sowie in Bussen, Bahnen und zugangsbeschränkten Stationsbereichen des HVV soll die Nutzung von…
Ähnliche Artikel
Bauen
Temporäres Wohnen erproben – Rot-Grün will Zwischennutzungen leerstehender Büroflächen weiterentwickeln
Leerstand von Büroflächen eröffnet neue Möglichkeiten für eine flexible Nutzung des vorhandenen Gebäudebestands. Mit einem gemeinsamen Antrag setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen dafür ein, experimentelle Zwischennutzungen von leerstehenden Gewerbegebäuden zu Wohnzwecken weiter zu erproben und rechtlich zu prüfen. Ziel ist es, zusätzliche Erkenntnisse darüber zu gewinnen, unter welchen Voraussetzungen temporäres Wohnen sinnvoll,…
Bauen
Soziale Bodenpolitik wirkt – Rot-Grün stärkt das Erbbaurecht
Auch im Jahr 2024 konnte die Freie und Hansestadt Hamburg durch gezielte Ankäufe und Vorkaufsrechte erneut mehr Fläche sichern, als verkauft wurde. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich mit einem aktuellen Antrag für eine konsequente Fortführung der sozialen Bodenpolitik ein. Das erfolgreiche Modell der positiven Flächenbilanz soll in den kommenden Jahren fortgeführt und…
Bauen
Rot-Grün fördert kostenreduziertes Bauen – Maßnahmenpaket und Wettbewerb für Gebäudetyp E
Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich dafür ein, dass Bauvorhaben künftig kostenreduzierter realisiert werden können. Dazu soll die bundesweite Entwicklung eines neuen Gebäudetyps E auch in Hamburg mithilfe eines umfassenden Maßnahmenpakets begleitet werden. Dies sehen zwei rot-grüne Anträge zur nächsten Bürgerschaftssitzung am 29. Mai vor. Unter anderem bei Baustoffen, DIN-Normen und Standards sollen…