Übergewicht, Adipositas und ernährungsbedingte Erkrankungen nehmen seit Jahren zu – auch in Hamburg. Um insbesondere Kinder und Jugendliche besser zu schützen und gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern, setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen mit einem gemeinsamen Antrag für die Einführung einer gestaffelten Abgabe auf zuckerhaltige Getränke ein. Diese soll der Gesundheitsvorsorge und der Ernährungsprävention zugutekommen. Ergänzend sollen Maßnahmen der Ernährungsprävention weiter gestärkt werden. Über den rot-grünen Antrag entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer morgigen Sitzung.
Dazu Linus Görg, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen Fraktion Hamburg: „Zu viel Zucker macht krank. Menschen, die regelmäßig hohe Mengen Zucker konsumieren, sind häufiger übergewichtig, dazu steigt das Risiko etwa für Diabetes und Herz-Kreislauf-Leiden. Bei Kindern und Jugendlichen ist das besonders gravierend – wir müssen sie unbedingt schützen vor den Folgen übermäßigen Zuckerkonsums. Dazu kommen hohe Belastungen für das Gesundheitssystem. Wir setzen uns deshalb für eine Abgabe für Zucker ein, die als positiver Anreiz wirkt: Wenn der Preis ihrer Produkte potenziell steigt, sind die Hersteller eher bereit, insgesamt weniger Zucker einzusetzen. Das Beispiel Großbritannien zeigt, dass Softdrinks tatsächlich weniger Zucker enthalten, seitdem eine entsprechende Steuer eingeführt wurde. Die Folge: Der Preis bleibt stabil, der Genuss bleibt gleich, aber die Menschen leben gesünder. Dieser präventive Ansatz entlastet das Gesundheitssystem und erhöht die Lebensqualität vieler Menschen.“
Dazu Claudia Loss, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg: „Die Zahlen zeigen, wie groß das Problem auch in Hamburg ist: Rund ein Drittel der Hamburger:innen ist übergewichtig, etwa 150.000 Menschen werden wegen Typ-2-Diabetes behandelt. Besonders Kinder und Jugendliche tragen bei hohem Zuckerkonsum ein erhöhtes Risiko für spätere Diabetes-, Übergewichts- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gesundheit darf dabei keine Frage des Geldbeutels sein. Die wachsenden Kosten unseres Gesundheits- und Pflegesystems lassen sich nicht allein durch Effizienz bewältigen – entscheidend ist, Krankheiten möglichst zu verhindern, bevor sie entstehen. Mit einer gestaffelten Abgabe auf zuckerhaltige Getränke wollen wir Anreize schaffen, den Zuckergehalt zu senken und den Konsum zu reduzieren. Hamburg hat sich bereits gemeinsam mit weiteren Bundesländern für eine solche Abgabe ausgesprochen. Wenn Schleswig-Holstein eine Bundesratsinitiative ankündigt, ist es folgerichtig, dass Hamburg diesen Prozess aktiv mitgestaltet.“
Hintergrund:
In Hamburg ist rund jede dritte Person übergewichtig, etwa jede zehnte adipös. Rund 150.000 Menschen befinden sich wegen Typ-2-Diabetes in Behandlung. Zuckerhaltige Getränke und Süßwaren stellen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen einen wesentlichen Anteil der Zuckerzufuhr dar.
Den Antrag zur Pressemitteilung finden Sie hier.


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