Häufigere und längere Hitzewellen machen einen wirksamen Schutz vor Überhitzung in Gebäuden immer wichtiger. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen deshalb ergebnisoffen überprüfen lassen, ob die geltenden Regeln für die Gebäudekühlung noch angemessen sind oder angepasst werden müssen. Hierbei soll insbesondere die Rolle von Klimaanlagen analysiert werden. Über den rot-grünen Antrag entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer heutigen Sitzung.
Dazu Melanie Nerlich, Sprecherin für Energiepolitik der Grünen Fraktion Hamburg: „Die Klimakrise ist längst Realität – das hat nicht zuletzt die Hitze in diesem Sommer gezeigt. Wenn es draußen immer heißer wird, müssen wir auch dafür sorgen, dass Menschen in ihrem Zuhause und an ihren Arbeitsplätzen gut durch den Sommer kommen. Dabei ist guter baulicher Wärmeschutz, wie zum Beispiel gute Dämmung, genauso wichtig wie die Frage, wo moderne Klimaanlagen sinnvoll eingesetzt werden können. Deshalb wollen wir die bestehenden Regeln ergebnisoffen überprüfen und schauen, wie Hitzeschutz in Hamburg künftig noch besser funktionieren kann. Gleichzeitig müssen wir Klimaschutz und Energieverbrauch im Blick behalten. Unser Ziel ist eine Regelung, die den Menschen einen guten Schutz vor Hitze bietet und dabei praktikabel und zukunftsfest ist.“
Dazu Alexander Mohrenberg, Sprecher für Klima und Energie der SPD-Fraktion Hamburg: „Häufigere und längere Hitzeperioden machen einen wirksamen Hitzeschutz in Gebäuden immer wichtiger. Das gilt besonders für ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen, für Kleinkinder und spielt aktuell auch eine große Rolle beim Thema Homeoffice und erträgliche Arbeitsbedingungen. Baulicher Wärmeschutz ist dabei die beste Vorsorge, doch passt eben nicht in jedem Einzelfall und kann für die Eigentümer bei Bestandsgebäuden deutlich teuer werden. Wer ein kühles Zuhause braucht, sollte vorher nicht aufwendige und teure Gutachterverfahren durchlaufen – hier müssen Prozesse bürgerfreundlicher werden. Daher lassen wir die aktuellen Regeln nun überprüfen, um ein einfacheres Verfahren zu schaffen. Unser Ziel ist eine praktikable und möglichst unbürokratische Regelung, die Hitzeschutz, Energieeffizienz und Klimaschutz sinnvoll miteinander verbindet. Entscheidend ist, dass Menschen auch an sehr heißen Tagen in einem guten Raumklima leben und arbeiten können.“
Hintergrund
Nach § 13 des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes haben in bestehenden Gebäuden grundsätzlich bauliche Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz Vorrang vor aktiver Kühlung. Mit dem gemeinsamen Antrag wollen SPD und Grüne überprüfen, ob diese Regelung angesichts zunehmender Hitzebelastung noch zielgenau ist und dabei Klimaschutz, Gesundheitsschutz, Energieeffizienz, Stromnetze und mögliche Entbürokratisierung berücksichtigen.


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