Erinnerungskultur

Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome: SPD, CDU, Grüne und Linke reinigen Stolpersteine

Die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen und Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft gedenken am 9. November gemeinsam der Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. Abgeordnete der vier Fraktionen reinigen die 21 Stolpersteine vor dem Hamburger Rathaus, die an verfolgte und ermordete Mitglieder der Hamburgischen Bürgerschaft erinnern.

Das gemeinsame Gedenken findet im Rahmen eines Medientermins am
Montag, 9. November 2026, um 11 Uhr,
vor dem Haupteingang des Hamburger Rathauses statt.

Mit dabei sind Isabella Vértes-Schütter (SPD), Anna von Treuenfels-Frowein (CDU), Lena Zagst (Grüne) und Marco Hosemann (Linke).

Dazu Lena Zagst, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen Fraktion Hamburg: „Die Stolpersteine erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten entrechtet, verfolgt und ermordet wurden. Indem wir als demokratische Fraktionen die Stolpersteine vor dem Hamburger Rathaus reinigen, gedenken wir ihrer und machen deutlich, dass die Geschichte uns zu einer klaren Haltung verpflichtet. In Sachsen-Anhalt steht erstmals seit Ende des Nationalsozialismus der Vertreter einer rechtsextremen Partei an der Spitze eines Landesparlaments. Das dürfen wir niemals als normal hinnehmen. Die Reichspogromnacht, die sich in wenigen Tagen jährt, ist eine eindringliche Mahnung für die Zukunft: Wir müssen die Demokratie mit allen Mitteln verteidigen, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegentreten und die Würde jedes Menschen schützen.“

Dazu Isabella Vértes-Schütter, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Hamburg: „In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden überall in Deutschland Synagogen zerstört, jüdische Geschäfte und Wohnungen verwüstet und Jüdinnen und Juden verfolgt, misshandelt und ermordet. Die Novemberpogrome waren eine weitere dramatische Eskalation der systematischen Verfolgung jüdischen Lebens durch die Nationalsozialisten. Mit der Reinigung der Stolpersteine vor dem Hamburger Rathaus erinnern wir zugleich an die Parlamentarier, die verfolgt und ermordet wurden. Ihre Namen und ihre Geschichten dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Ihr Andenken verpflichtet uns, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit auch heute entschieden entgegenzutreten und die Erinnerung für kommende Generationen wachzuhalten.“

Dazu Anna von Treuenfels-Frowein, wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Hinter jedem Stolperstein steht ein Mensch, ein Name, ein Schicksal. Gerade am 9. November ist es unsere Aufgabe, innezuhalten und an die Menschen zu erinnern, die verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Mit dem Reinigen der Stolpersteine setzen wir ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen. Ihre Namen und ihre Geschichten sollen auch für kommende Generationen im Gedächtnis unserer Stadt bleiben, auch als Mahnung für die Gegenwart und Zukunft.“

Dazu Marco Hosemann, erinnerungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Novemberpogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 markieren einen der dunkelsten Wendepunkte in der Geschichte unseres Landes und den Übergang zur Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland und Europa. Synagogen und Geschäfte von Jüdinnen und Juden wurden zerstört, sie wurden entrechtet, verfolgt, verschleppt und ermordet – unter den Augen einer Gesellschaft, die viel zu oft schwieg, wegsah oder mitmachte. Die Erinnerung an diese Verbrechen ist nicht nur eine historische Verpflichtung, sondern auch ein Auftrag für die Gegenwart. Antisemitismus muss entschieden bekämpft werden, überall dort, wo er auftritt – auf der Straße, in Institutionen und im Alltag. Wir dürfen nicht zulassen, dass jüdisches Leben erneut ausgegrenzt und bedroht wird. Nie wieder ist jetzt – und bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen.“

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