Hamburg bewirbt sich für das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ mit der städtebaulichen Integration der Viktoria-Kaserne ins umliegende Quartier. Hierzu ist eine Ein-Drittel-Kofinanzierung notwendig. Rot-Grün hat nun für die kommende Bürgerschaft einen Antrag eingereicht, der die Kofinanzierung in Höhe von 612.721 Euro aus dem Sanierungsfonds 2020 absichert. Die Gesamtprojektsumme liegt bei 1,8 Millionen Euro, davon würden 1,2 Millionen Euro vom Bund kommen.
Dazu Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Das Engagement der Viktoria-Kaserne beziehungsweise der gegründeten ‚fux- Genossenschaft‘ kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Nicht nur, dass sie sich gegründet hat, um die Kaserne zu kaufen und komplett zu sanieren, sie bildet mittlerweile auch das Zentrum im Gerichtsviertel, das nach dem Willen der Bürgerinnen und Bürger nun Helenenviertel heißt. Dieses Viertel wird das Scharnier zwischen Altona-Nord und der neuen Mitte Altona. Da die Bewerbungsfrist für dieses Premiumprojektprogramm am 30.November endet, war eine Bewerbung in der Kürze der Zeit zwar sehr sportlich, aber wir wollten, dass dieses Projekt unbedingt angemeldet werden kann. Perlen muss man polieren – und die Viktoria-Kaserne ist eine solche.“
Dazu Olaf Duge, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die Viktoria-Kaserne stellt ein ganz herausragendes Projekt dar. Nach der damaligen Umsiedlung der Künstlerinnen und Künstler aus dem ehemaligen Karstadt-Gebäude in der Großen Bergstraße hat sich die Viktoria-Kaserne zu einem Juwel dieses Quartiers entwickelt. Eine wunderbare Melange aus Kunst und Kultur, aus kleinteiligem Gewerbe, Start-Ups und ganz viel bürgerschaftlichem Engagement. Dieses sucht in Hamburg in der Form seines gleichen. Nach einer Sanierungsförderung dieses auch historisch besonderen Ortes geht es nun darum, die Kaserne weiter städtebaulich mit dem Quartier zu verweben. Eine Werkhalle, ein begehbares Gründach und ein barrierefreier Hof für Veranstaltungen sind ein Teil des Gesamtpakets, mit dem sich Hamburg beim Bund bewirbt. Der gesamte städtische Raum von Mitte Altona, dem Holsten-Gelände und Altona-Nord ist im Umbruch. Da ist solch ein Projekt als quirliger Pol in der Mitte besonders wichtig. “
Dazu Martina Friederichs, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Bei der Sanierung und Umgestaltung der Viktoria-Kaserne gibt es noch Vieles zu tun. Dazu gehört unter anderem die barrierefreie Gestaltung des Vorhofes, die Schaffung neuer Zugänge zum Souterrain und die Öffnung der alten, historischen Kasematten. Mit den Mitteln des Bundes und der Kofinanzierung durch die Bürgerschaft kann die Umwandlung der ehemals hermetisch abgeschlossenen Kaserne hin zum weit geöffneten Raum des Austausches mit den Menschen im Viertel und darüber hinaus noch besser gelingen.“
Dazu Gabi Dobusch, SPD-Bürgerschaftsabgeordnete aus Altona: „Die Entwicklung der Viktoria-Kaserne ist eine Erfolgsgeschichte der ganz eigenen Art: militärisch genutzte Trutzburg, Übergangsquartier für Künstlerinnen und Künstler – und nun denkmalgeschützter Hotspot für Kreative, Kleingewerbe und Initiativen. Die Bürgerschaft hat das genossenschaftlich organisierte Projekt in direkter Nachbarschaft zu neuen Quartieren wie der Mitte Altona bereits 2017 mit Mitteln aus dem Sanierungsfonds unterstützt. Eine positive Entscheidung des Bunds wäre nun das Startsignal für die nächste Entwicklungsstufe des Gesamtkomplexes Viktoria-Kaserne, die wir auch gern weiter unterstützen.“
Hintergrund:
Anfang September wurde vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) ein Projektaufruf für das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ gestartet. Nationale Projekte des Städtebaus sind national und international wahrnehmbare, größere städtebauliche Projekte der Premiumqualität mit deutlichen Impulsen für die jeweilige Gemeinde oder Stadt, die Region und die Stadtentwicklungspolitik in Deutschland insgesamt.


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