Der Equal Pay Day macht auf die hohen Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam und fordert eine gleiche Bezahlung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verdienen Frauen in Deutschland immer noch 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, EU-weit sind es 17 Prozent weniger. Umgerechnet heißt das: In Deutschland arbeiten Frauen durchschnittlich die ersten 77 Tage des Jahres umsonst, während Männer schon ab dem 1. Januar bezahlt werden. In diesem Jahr fällt der Equal Pay Day wie im letzten Jahr auf den 18. März.
Dazu Anna Gallina, Landesvorsitzende der GRÜNEN Hamburg: „Der unhaltbare Zustand beim Lohngefälle zwischen Frauen und Männern setzt sich auch in diesem Jahr fort. Wie man den Daten des statistischen Bundesamtes entnehmen kann, gibt es auch 2019 keine Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr. Frauen arbeiten bis zum 18. März ohne Bezahlung. Warum akzeptiert unser Gesellschaft das? Ich sehe jede*n Arbeitgeber*in in der Pflicht, die eigene Praxis daraufhin zu hinterfragen und für gleiche Bezahlung von gleichwertiger Arbeit zu sorgen. Der Gleichstellungsgrundsatz unserer Verfassung muss endlich auch bei der Bezahlung realisiert werden.“
Dazu Mareike Engels, frauenpolitische Sprecherin der GRÜNEN Bürgerschaftsfraktion: „Ungleiche Bezahlung bedingt ungleiche Machtverhältnisse! Immer noch verdienen Frauen 21 Prozent weniger Gehalt als ihre Kollegen. Diese Zahl hat sich selbst ein Jahr nach dem Entgelttransparenzgesetz nicht verändert und zeigt: Das Gesetz ist ein zahnloser Tiger! Solange es auf Freiwilligkeit basiert und kleine und mittlere Betriebe ausgenommen sind, führt es seinen Zweck zur Herstellung von Lohngleichheit ad absurdum. Wir brauchen endlich wirkungsvolle Instrumente wie das Verbandsklagerecht, damit Frauen, die Lohngleichheit durchsetzen wollen, nicht mehr alleine vor Gericht ziehen müssen.“
Dazu Miriam Block, frauenpolitische Sprecherin des Landesvorstands: „Dass Frauen immer noch auf Grund ihres Geschlechts weniger verdienen, ist fatal. Betrachtet man das Einkommen über die gesamte Lebensspanne, wie im Gender Lifetime Earning Gap, ist Lohnlücke sogar um ein Vielfaches höher. Außerdem sollte auch das Lohnniveau von Menschen, die sich nicht als Mann oder Frau definieren, erfasst werden. Wir wenden uns gegen Diskriminierungen im Arbeitsleben. Um Schluss zu machen mit einer Form dessen – der Lohnlücke – haben wir uns dem Hamburger Aktionsbündnis Equal Pay angeschlossen.“
Terminhinweis: Das Hamburger Aktionsbündnis Equal Pay der WIFT Hamburg (Women in Film and Television) lädt zu seiner Auftaktveranstaltung „Mind the pay Gap“ am 18. März um 18.30 Uhr in der Bucerius Law School ein.


Neuste Artikel
Gesundheit
Aktuelle Stunde zu psychischer Gesundheit – Görg: „Wir dürfen die Menschen mit ihrer Erkrankung nicht allein lassen“
Die Zahl der psychisch erkrankten Menschen in Deutschland nimmt seit Jahren zu. In Hamburg zeigt sich insbesondere bei Depressionen ein deutlicher Anstieg, wie eine neue Studie der Barmer-Krankenkasse zeigt. Anlässlich der laufenden Aktionswoche der seelischen Gesundheit macht die Grüne Fraktion in der Bürgerschaft deutlich, wie die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen verbessert werden kann,…
Fraktionsvorstand
Aktuelle Stunde – Gwosdz: „Wir arbeiten gemeinsam an einer guten Lösung für Hamburg“
Die Hamburgische Bürgerschaft debattiert in ihrer heutigen Sitzung über ein mögliches Naturkundemuseum. Die Grüne Fraktion hat bereits Anfang der Woche klargemacht, dass sie sich für die Umsetzung des Staatsvertrags und eine gute Lösung für Hamburg einsetzt. Dass die CDU-Fraktion keine eigenen Inhalte für ihre eigene Debatte anmeldet, sagt viel über den programmatischen Zustand der Hamburger…
Fraktionsvorstand
Feierstunde zum Jubiläum – Imhof: „80 Jahre Bürgerschaft sind ein Auftrag, die Demokratie zu schützen“
Heute feiert die Hamburgische Bürgerschaft ihr 80-jähriges Bestehen. Für die Grüne Fraktion ist dieses Jubiläum Anlass, die erfolgreiche Geschichte des Parlamentarismus in Hamburg zu würdigen. Zugleich geht von den Feierlichkeiten auch der klare Auftrag aus: Die Demokratie und ihre Institutionen sind keine Selbstverständlichkeit und müssen aktiv geschützt werden. Dazu Sina Imhof, Vorsitzende der Grünen Fraktion…
Ähnliche Artikel