Der Hamburger Senat hat zur heutigen Bürgerschaftssitzung einen Nachbewilligungsantrag für das laufende Haushaltsjahr eingereicht. Mit ihm sollen unter anderem Mittel in Höhe von einer Milliarde Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt werden, um die Herausforderungen der Coronakrise bewältigen zu können. Auch öffentliche Unternehmen sollen so gestützt werden. In ihrer vorherigen Sitzung hatte die Bürgerschaft die Außerkraftsetzung der Hamburger Schuldenbremse beschlossen und so den Senatsantrag ermöglicht. Die Fraktionen von SPD und Grünen ergänzen den Senatsantrag mit einem eigenen Zusatzantrag, der eine regelmäßige Berichtspflicht des Senates zur Verwendung der bereitgestellten Mittel vorsieht.
Dazu Farid Müller, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Wir haben bewiesen, dass wir im Krisenmodus schnell handeln und geschlossen zusammenstehen. Die Coronakrise verlangt allen Hamburgerinnen und Hamburgern viel ab. Unsere Aufgabe ist es, uns gut durch die schweren Fahrwasser zu bringen. Hierfür stellen wir nun in einem ersten Schritt umfassende Nachbewilligungen in Höhe von einer Milliarde Euro zur Verfügung. Mittel, die dringend benötigt werden, um sofort dort zu helfen, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird und die Auswirkungen abzufedern. Allein voraussichtlich 300 Millionen Euro gehen zusätzlich zu den Anstrengungen des Bundes in unsere Soforthilfe. Da in dieser besonderen Situation schnell gehandelt werden muss, verzichten wir darauf, die Maßnahmen einzeln durchs Parlament zu bringen, bestehen aber auf sehr kurz getakteten Berichten, um stets im Bild zu sein.“
Dazu Dr. Mathias Petersen, Haushaltsexperte der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Besondere Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Deshalb erweitern wir den Haushalt in der heutigen Sitzung um eine Milliarde Euro. Allein die Summe der Nachbewilligung verdeutlicht das ganze Ausmaß der Herausforderungen, vor die uns die aktuelle Krise stellt. Mit den zusätzlichen Mitteln bleibt Hamburg auch haushaltspolitisch handlungsfähig und in der Lage, dort zu unterstützen, wo es nötig ist. Aufgrund der schwer zu prognostizierenden und sich dynamisch entwickelnden Lage ist es richtig, das Geld der Finanzbehörde zentral zur Verfügung zu stellen. Mit unserem Zusatzantrag verknüpfen wir die Nachbewilligung mit einer engmaschigen Berichtspflicht des Senats an die Bürgerschaft und tragen damit unserer Verpflichtung als Parlament Rechnung.“


Neuste Artikel
Fraktionsvorstand
Kritik an Bundesregierung – Gwosdz: „Wer einen teuren Tankrabatt einführt, darf beim Wohngeld nicht kürzen“
Mit dem Tankrabatt, der heute beschlossen werden soll, setzt die Bundesregierung erneut auf ein sehr teures Instrument anstatt zielgerichtet genau die Menschen zu entlasten, die am stärksten unter hohen Preisen leiden. Zugleich treffen die vom Bund geplanten Wohngeldkürzungen Haushalte mit geringem Einkommen hart, insbesondere in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt. Vor diesem Hintergrund fordert die Hamburger…
Fraktionsvorstand
Bundeswehr-Übung „Red Storm Charlie“ – Imhof: „Vertrauen und Sicherheit entstehen durch gute Vorbereitung“
Die heutige Landespressekonferenz steht im Zeichen der Vorbereitung auf den Krisenfall: Am Donnerstag startet in der Hansestadt die dreitägige Übung „Red Storm Charlie“ unter Leitung des Landeskommandos Hamburg. Sie knüpft an die Übungen „Red Storm Alpha“ (2024) und „Red Storm Bravo“ (2025) an. Rund 500 Soldat*innen trainieren gemeinsam mit etwa 60 zivilen Organisationen die Zusammenarbeit…
Energie Energiepolitik
Für mehr Wärmepumpen – Rot-Grün stellt sechs Millionen Euro zusätzlich für Heizungsförderung bereit
Die Nachfrage nach Wärmepumpen in Hamburg ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dieser positive Trend wird durch das Hamburger Heizungsförderungsprogramm besonders unterstützt. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen planen nun eine Aufstockung des Hamburger Fördertopfes um sechs Millionen Euro bis Ende des Jahres. Ab 2027 soll das Förderprogramm zudem an die geänderten Rahmenbedingungen im…
Ähnliche Artikel
Haushalt
Tariftreue stärken, Vergaben vereinfachen – Rot-Grün entwickelt Hamburger Vergaberecht weiter
Mit der geplanten Reform des Hamburgischen Vergabegesetzes soll die Tariftreue bei öffentlichen Aufträgen verbindlich gestärkt und das Vergaberecht zugleich einfacher und praxistauglicher werden. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen entwickeln den Senatsentwurf mit einem Änderungsantrag weiter, um Tariftreue breiter anzuwenden, Kontrollen zu stärken und Vergabeverfahren einfacher und digitaler zu gestalten. Über den rot-grünen Änderungsantrag entscheidet…
Haushalt
Zum Doppelhaushalt 2027/2028 – Döscher: „Für eine moderne Infrastruktur und einen starken Sozialstaat“
Der Hamburger Senat hat heute den Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 in die Hamburgische Bürgerschaft eingebracht, der Rekordinvestitionen mit konsequenter Haushaltskonsolidierung verbindet. Eine angespannte Wirtschaftslage, rückläufige Einnahmen und steigende Ausgaben machen es umso wichtiger, die richtigen politischen Schwerpunkte zu setzen. Für die Grüne Fraktion steht dabei die Modernisierung der Hamburger Infrastruktur sowie die Stärkung sozialer…
Haushalt
Haushalt 2027/2028 – Hamburg hält Kurs mit Investitionen und Konsolidierung
Der Senat hat heute den Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 vorgestellt. Mit Rekordinvestitionen, der Sicherung zentraler Leistungsversprechen und einer soliden Finanzpolitik setzt Hamburg dabei auf Zukunftsfähigkeit, wirtschaftliche Stärke und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, rückläufiger Einnahmeerwartungen und steigender gesetzlicher Ausgaben hält die Stadt damit Kurs bei Investitionen und Konsolidierung. Dazu Dennis Paustian-Döscher, haushaltspolitischer Sprecher der…