Am Montag ist Internationaler Frauentag. Wie alles in diesem Jahr, wird auch der Frauentag etwas anders gefeiert als sonst. Durch die Pandemie werden die Demonstrationen kleiner und die Missstände, mit denen besonders Frauen zu kämpfen haben, größer. Umso wichtiger, gerade jetzt darauf aufmerksam zu machen.
Dazu erklärt Anna Gallina, Landesvorsitzende der Hamburger GRÜNEN: „In der Pandemie zeigt sich, wie sehr unser gesellschaftliches Zusammenleben und wirtschaftlicher Wohlstand auf der Arbeit von Frauen beruhen. Ob im Bereich Gesundheit, soziale Arbeit, Pflege, Erziehung oder haushaltsnahe Dienstleistungen: Die Menschen, die gerade jetzt in der Krise die Gesellschaft am Laufen halten, sind bis zu 80 Prozent Frauen. Sie sind das Rückgrat der Gesellschaft, mit großer Verantwortung und geringem Gehalt – von Rentenansprüchen und Mitspracherechten ganz zu schweigen. Wir finden: Applaus und schöne Worte waren ein toller Anfang, jetzt müssen bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen folgen – besonders für die `typischen Frauenberufe´.
In DAX-Vorständen sitzen weniger Frauen als Männer, die Thomas heißen. Es bedeutet einen Steuervorteil, wenn die Frau kein eigenes Einkommen hat. Jeden Tag versucht ein Mann, seine (Ex-) Partnerin umzubringen. Solange sich all dies nicht ändert, ist es notwendig am 8. März auf die Straße zu gehen.“
Mareike Engels, frauenpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion, sagt: „Die Corona-Pandemie bedeutet für die Gleichstellung der Geschlechter eine Rolle rückwärts. Wir können gerade im Alltag beobachten, was uns die Statistiken zeigen. Der Großteil der zusätzlichen Kinderbetreuung und Hausarbeit wird von Frauen übernommen, was oft mit beruflichen Rückschritten einhergeht. Der Weltfrauentag ist ein Tag des Kampfes für Gleichstellung. Es gilt Errungenschaften zu feiern, aber auch deutlich zu machen, dass es noch viel zu tun gibt. Wir GRÜNE werden uns weiterhin für Selbstbestimmung und ökonomische Unabhängigkeit von Frauen einsetzen. Am Frauentag und alle anderen Tage im Jahr.“
Emilia Fester, frauenpolitische Sprecherin des Landesvorstands, sagt: „Auch in diesem Jahr unterstützen wir das Hamburger Bündnis zum Internationalen 8.-Märzstreik. Das ist angesichts der Corona-Lage besonders wichtig, denn durch die Pandemie werden soziale Ungleichheiten und Missstände weiter verschärft: Gerade der weitgehende Wegfall der öffentlichen Kinderbetreuung verschärft die Geschlechter-Ungerechtigkeit. Denn nach wie vor wird ein Großteil der unbezahlten Sorgearbeit wie Kinderbetreuung, Haushaltsführung oder Pflege der Angehörigen von Frauen geleistet. Die Folge: Zwei Drittel aller Frauen haben keine langfristige eigene Existenzsicherung. Wir gehen am 8. März – coronakonform – auf die Straße um sichtbar zu machen, was sonst im Privaten verschwindet. Wir GRÜNE setzen uns für eine gerechte Umverteilung von Care-Arbeit ein und kämpfen für ihre gesellschaftliche Anerkennung. Arbeit ist Arbeit und sollte nicht an ihrer Profitabilität gemessen werden.“
Veranstaltungen zum Frauentag:
An diesem Freitag um 20 Uhr lädt die Landesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik der Hamburger Grünen zum feministischen Online-Pubquiz ein. Anmeldung unter: https://www.gruene-hamburg.de/akkreditierung/
Das Hamburger Bündnis zum Internationalen 8. März Streik ruft für Montag 17 Uhr zu dezentralen Demonstrationen auf: https://fstreikhamburg.org/wohin-am-8-maerz/
Darüber hinaus gibt es diverse Online-Aktionen der Grünen im Rahmen der digitalen feministischen Themenwoche.


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