Auf Antrag der Fraktionen von SPD und Grünen hat der Haushaltsausschuss am Dienstag, den 8. September, eine Selbstbefassung zur Berichterstattung über sogenannte Cum-Ex-Geschäfte der Warburg Bank beschlossen. Dabei war vereinbart worden, dass sich die Obleute der Fraktionen über den genauen Zeitpunkt der Beratung verständigen. Abweichend vom vereinbarten Vorgehen hat die CDU-Fraktion kurz darauf öffentlich eine Sondersitzung gefordert. Diese ist für den 18. September angesetzt.
Dazu Dennis Paustian-Döscher, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die Beantragung der Sondersitzung des Haushaltsausschusses durch die CDU-Fraktion ist eine klassische Nebelkerze. Es war die rot-grüne Koalition, die direkt nach Bekanntwerden des neuen NDR-Berichts im Haushaltsausschuss die Selbstbefassung beantragt hat. Und es war die CDU-Fraktion, die dem kommentarlos zugestimmt hat. Dass die CDU nun statt der gemeinsamen Terminsuche eine Sondersitzung beantragt, ist nichts anderes als ein egozentrisches, nicht an der Sache orientiertes parteipolitisches Spielchen. Das ist schade. Für uns Grüne ist klar: Wir wollen eine schnelle und lückenlose Aufklärung der höchst kriminellen Cum-Ex-Geschäfte. Dies steht für uns im Mittelpunkt und wir stehen einer Sondersitzung des Haushaltsausschusses nicht im Weg.“
Dazu Milan Pein, haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Wir unterstützen den Wunsch nach einer baldigen Beratung und beabsichtigen daher bereits am kommenden Freitag, den 18. September, eine Sondersitzung abzuhalten. Als Regierungsfraktionen sehen wir uns in der Pflicht den aufgekommenen Zweifeln nachzugehen. Gleichzeitig muss aber auch berücksichtigt werden, dass die Berichterstattung zu Cum-Ex-Geschäften bis heute keine Hinweise auf eine unzulässige Einflussnahme der Politik auf die Finanzbehörden enthält. Der Erste Bürgermeister hat bereits mehrfach unmissverständlich deutlich gemacht, in seiner Zeit als Finanzsenator keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Finanzämter genommen zu haben. Dies wurde auch bereits im Februar seitens des Senatsdirektors der Steuerverwaltung klargestellt. Vor diesem Hintergrund ist die von der CDU verlangte Teilnahme des Ersten Bürgermeisters nicht erforderlich.“


Neuste Artikel
Antisemitismus Erinnerungskultur Religion
Gedenken zum 7. Oktober – Gwosdz: „Wir müssen Antisemitismus in jeglicher Form bekämpfen“
Der Terroranschlag der Hamas auf den Staat Israel jährt sich bereits zum dritten Mal. Am 7. Oktober 2023 wurden mehr als 1200 Menschen getötet, viele weitere als Geiseln verschleppt. Es war das größte Massaker an Jüdinnen und Juden seit der Shoa. Das Gedenken ist zugleich eine Mahnung, im Kampf gegen Antisemitismus nicht nachzulassen und für…
Schule
Ukrainisch im Abitur: Rot-Grün will neue Prüfungsmöglichkeit schaffen
Mit einem gemeinsamen Antrag bringen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen die Einführung von Ukrainisch als Abiturprüfungsfach in Hamburg auf den Weg. Dazu soll die Schulbehörde einen Rahmenplan erarbeiten. Zudem soll die Anerkennung auf Bundesebene vorangetrieben und die Verfügbarkeit ausreichend qualifizierter Lehrkräfte sichergestellt werden (siehe Anlage). Bislang kann Ukrainisch in der Oberstufe bereits belegt, aber…
E-Mobilität
Ladeinfrastruktur in Hamburg – Domm: „Hamburg verdoppelt die Zahl öffentlicher Ladepunkte und macht E-Mobilität alltagstauglicher“
Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte in Hamburg mehr als verdoppelt: Von 2.931 im August 2024 auf 5.976 im August 2026. Daneben steigt auch die Nachfrage nach Elektroautos spürbar an: Im August 2026 waren bereits mehr als 20 Prozent aller neu zugelassenen PKW reine Elektroautos. Das geht aus…
Ähnliche Artikel
Haushalt und Finanzen
CDU-Vorschlag ist ohne Substanz – Gwosdz: „Für echte Entlastung braucht es jetzt die Übergewinnsteuer“
Viele Menschen leiden unter enorm gestiegenen Spritpreisen, während die Mineralölkonzerne Rekordgewinne einfahren. Die Forderung des Hamburger CDU-Vorsitzenden Dennis Thering nach einer Mehrwertsteuersenkung auf Benzin und Diesel geht jedoch in die falsche Richtung und würde die Haushaltslage weiter verschärfen. Die Grüne Fraktion fordert stattdessen eine Übergewinnsteuer für Konzerne. Dazu Michael Gwosdz, Vorsitzender der Grünen Fraktion Hamburg:…
Haushalt
Tariftreue stärken, Vergaben vereinfachen – Rot-Grün entwickelt Hamburger Vergaberecht weiter
Mit der geplanten Reform des Hamburgischen Vergabegesetzes soll die Tariftreue bei öffentlichen Aufträgen verbindlich gestärkt und das Vergaberecht zugleich einfacher und praxistauglicher werden. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen entwickeln den Senatsentwurf mit einem Änderungsantrag weiter, um Tariftreue breiter anzuwenden, Kontrollen zu stärken und Vergabeverfahren einfacher und digitaler zu gestalten. Über den rot-grünen Änderungsantrag entscheidet…
Haushalt
Zum Doppelhaushalt 2027/2028 – Döscher: „Für eine moderne Infrastruktur und einen starken Sozialstaat“
Der Hamburger Senat hat heute den Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 in die Hamburgische Bürgerschaft eingebracht, der Rekordinvestitionen mit konsequenter Haushaltskonsolidierung verbindet. Eine angespannte Wirtschaftslage, rückläufige Einnahmen und steigende Ausgaben machen es umso wichtiger, die richtigen politischen Schwerpunkte zu setzen. Für die Grüne Fraktion steht dabei die Modernisierung der Hamburger Infrastruktur sowie die Stärkung sozialer…