Nach dem gescheiterten Brexit-Abkommen im britischen Unterhaus ist ein harter Brexit immer wahrscheinlicher. Neben vielfältigen wirtschaftspolitischen Konsequenzen hätte ein ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union auch Folgen für die britischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Hamburg, die hier ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben – sie würden zum Beispiel ihren Aufenthaltsstatus verlieren. Um solche unbilligen Härten für die 4.000 britischen Staatsangehörigen in Hamburg zu vermeiden, hat der rot-grüne Senat Vorkehrungen getroffen.
Dazu Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Hamburg ist wirtschaftlich, kulturell und emotional eng mit Großbritannien verbunden. Unser größter Wunsch wäre es, dieses wunderbare Land würde Teil der Europäischen Union bleiben. Aber wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen und uns auch auf den nicht unwahrscheinlichen Fall eines harten Brexits vorbereiten. Das bedeutet neben vielen wirtschaftlichen Verwerfungen auch, unsere britischen Mitbürgerinnen und Mitbürger vor unbilligen Härten zu schützen. Es darf nicht sein, dass sie ihren Aufenthaltsstatus verlieren, wenn ein ungeordneter Ausstieg Großbritanniens aus der EU über sie hinwegrollt. Wir müssen uns um diese Menschen kümmern, denn sie gehören zu unserer Stadt. Deshalb haben wir bereits alle britischen Staatsangehörigen in dieser Stadt über Einbürgerungsverfahren informiert. Eine besondere Fürsorgepflicht gilt unseren Beamten mit britischer Staatsangehörigkeit, die an Hamburger Schulen und Hochschulen lehren und forschen. Hier hat der rot-grüne Senat eine Sonderregelung durchgesetzt, damit niemand den Beamtenstatus verliert. Aber auch für alle anderen britischen Staatsangehörigen wurde auf Bundesebene eine dreimonatige Aufenthaltserlaubnis beschlossen, so dass niemand gezwungen wäre, am 29. März unsere Stadt zu verlassen. Egal wie es mit dem Brexit weitergeht, wir werden weiterhin auf das Beste hoffen und sind auf das Schlimmste vorbereitet.“
Hintergrund:
In Hamburg leben 4.000 Bürgerinnen und Bürger mit britischer Staatsbürgerschaft, die im Falle eines harten Brexits, also ohne Übergangsvertrag, ihren Aufenthaltsstatus verlieren und das Land verlassen müssten, sofern sie keine andere europäische Staatsbürgerschaft besitzen. Seit dem britischen Referendum zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union im Jahr 2016 haben sich in Hamburg bereits über 800 britische Staatsangehörige einbürgern lassen. Für alle anderen besteht weiterhin die Möglichkeit, ein Einbürgerungsverfahren vor dem 29. März einzuleiten, um den Aufenthaltsstatus in Deutschland und in Hamburg langfristig zu sichern.


Neuste Artikel
Fraktionsvorstand
Aktuelle Stunde nach dem Olympia-Referendum – Imhof: „Wir verfolgen weiterhin mit voller Kraft unseren Plan für Hamburg“
In ihrer heutigen Aktuellen Stunde widmet sich die Hamburgische Bürgerschaft dem Ausgang des Referendums zu Olympischen und Paralympischen Spielen. Für die Grüne Fraktion steht fest: Auch ohne Olympia-Rückenwind wird Rot-Grün die richtigen Weichen stellen und weiterhin mit voller Kraft für eine gute Zukunft Hamburgs arbeiten. Dazu Sina Imhof, Vorsitzende der Grünen Fraktion Hamburg: „Die Menschen in…
Billstedt
Mümmelmannsberg stärken – Rot-Grün ermöglicht Sanierung des MSV-Vereinshauses
Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen die Sanierung des Vereinshauses des MSV Hamburg in Mümmelmannsberg mit Mitteln aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2030. Das Vereinshaus an der Kandinskyallee ist seit Jahrzehnten ein zentraler Anlaufpunkt für Sport, Integration und soziale Begegnung im Stadtteil und soll baulich modernisiert sowie langfristig für den Vereins- und Quartiersbetrieb gesichert werden….
Fraktionsvorstand
Zum Ausgang des Olympia-Referendums – Imhof: „Wir bedanken uns bei allen, die sich für Olympia und unsere Stadt ins Zeug gelegt haben“
Hamburg hat entschieden: Eine Mehrheit der Bürger*innen hat sich im Referendum gegen eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele ausgesprochen. Dazu Sina Imhof, Vorsitzende der Grünen Fraktion Hamburg: „Das Ergebnis des Referendums steht fest: Die Menschen in Hamburg haben sich gegen eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele entschieden. Dieser Entscheidung gilt unser aller Respekt, wenngleich…
Ähnliche Artikel
Internationales
Gemeinsame Resolution – Hamburg setzt ein klares Zeichen gegen das iranische Regime und für die Menschen in Iran
Mit einer gemeinsamen Resolution setzen SPD, CDU und GRÜNE in der Hamburgischen Bürgerschaft ein starkes Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Iran. Die Initiative geht auf einen Vorstoß der CDU-Fraktion zurück und verurteilt das brutale Vorgehen des Mullah-Regimes sowie die systematische Unterdrückung durch die Revolutionsgarden (IRGC). Zugleich fordert die Bürgerschaft den Senat auf, sich…
Bürgerschaft
Aktuelle Stunde – Blumenthal: „Mit ihren Plänen öffnet die Union Tür und Tor für die, die unserer Demokratie schaden wollen.“
Maryam Blumenthal, Landesvorsitzende der GRÜNEN Hamburg, zur heutigen Aktuellen Stunde in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Mit ihren Plänen öffnet die Union Tür und Tor für die, die unserer Demokratie schaden wollen. Sie sorgen nicht für mehr Sicherheit, ihr Weg schafft nur mehr Unsicherheit. Was unser Land jetzt braucht: bestehende Gesetze müssen konsequent umgesetzt werden, unsere Sicherheitsbehörden…
Internationales
Förderung von Flüchtlingsorganisationen – Freter: „Gelder kommen an, wo sie gebraucht werden“
Im Jahr 2023 haben SPD und Grüne in der Hamburgischen Bürgerschaft im Rahmen einer Förderrichtlinie 200.000 Euro auf den Weg gebracht, um das freiwillige Engagement der Flüchtlingshilfe in Hamburg zu stärken. So sollen ergänzend zu den zahlreichen staatlichen Aktivitäten der Hansestadt auch gemeinnützige Organisationen aus der Hamburger Zivilgesellschaft unterstützt werden, die über die Stadt- und…