Mehr Bushaltestellen barrierefrei auszubauen, ist ein zentrales Ziel des Koalitionsvertrages von SPD und Grünen. Als Grundlage für die Planung wurde der hvv mit einer Vollerhebung aller Bushaltestellen-Teilbereiche im Verkehrsgebiet beauftragt. Aus der Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter (SPD) und Rosa Domm (Grüne) geht nun hervor, wo Handlungsbedarf besteht und wie der Ausbau strategisch umgesetzt werden kann. Dafür sollen besonders dringliche Haltestellen priorisiert und insbesondere dort, wo bereits ein Großteil des Haltestellenbereichs barrierefrei ist, die Verfahren beschleunigt werden. Zudem soll ein Pilotprojekt für serielle Bauweisen den barrierefreien Umbau im Bestand schneller und effizienter machen.
Dazu Rosa Domm, Sprecherin für Mobilität der Grünen Fraktion Hamburg: „Barrierefreie Mobilität ist eine Frage der Gerechtigkeit – sie entscheidet darüber, ob Menschen mit Behinderungen ihren Alltag selbstbestimmt gestalten können. In den letzten Jahren hat sich in Hamburg bereits viel getan: Fast alle Schnellbahnhaltestellen sind inzwischen barrierefrei, und nun rücken die Bushaltestellen in den Fokus. Mit der flächendeckenden Datenerhebung aller Haltestellen schafft der Senat eine wichtige Grundlage für den weiteren Ausbau. Auf dieser Datenbasis können wir als Koalition gezielt weiterarbeiten und genau dort ansetzen, wo der Bedarf am größten ist. Besonders wichtig ist dabei die enge Zusammenarbeit mit Verbänden von Menschen mit Sinnes- und Mobilitätseinschränkungen: Sie wissen selbst am besten, wo Barrieren im Alltag bestehen. Ein innovativer Schritt ist das Pilotprojekt zum seriellen Bauen und zur zentralen Beschaffung beim Haltestellen-Umbau. Denn bislang ist der Umbau vieler Haltestellen noch aufwändig. Wenn sich dieser neue Ansatz bewährt, können künftig deutlich mehr Haltestellen schneller und kosteneffizient barrierefrei umgebaut werden. So kommen wir dem Ziel eines für alle zugänglichen Nahverkehrs in Hamburg konsequent näher.“
Dazu Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Barrierefreiheit ist ein zentraler Pfeiler der Mobilitätswende. Dabei geht es vor allem darum, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können und unabhängig von A nach B zu kommen. Betroffene und Verbände von Menschen mit Sinnes- und Mobilitätseinschränkungen sind daher als Expert:innen eng in die Planungen eingebunden. Mit der Vollerhebung wissen wir jetzt genau, wo wir stehen und wo wir ansetzen müssen. In den letzten Jahren lag der Fokus vor allem auf dem barrierefreien Ausbau des Schnellbahnnetzes, der im nächsten Jahr bis auf 3 Haltestellen abgeschlossen sein wird. Jetzt müssen wir uns auf die Bushaltestellen konzentrieren. Neue Haltestellen werden immer von vornherein barrierefrei gebaut, doch im Bestand sind von den über 4.000 Teilbereichen in Hamburg bisher nur rund elf Prozent in jeder Hinsicht barrierefrei. Das wollen wir ändern: Der Ausbau muss künftig schneller und einfacher gelingen. Die Prüfung serieller Bauweisen an 25 Haltestellen ist dafür ein entscheidender Schritt. Wenn sich der Ansatz bewährt, sollte das serielle Bauen schnellstmöglich zum Standard werden – damit Hamburgs Busnetz für alle zugänglich wird.“


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