Um die Entwicklung beim Konsum bestimmter Drogen wie Kokain, Heroin oder Fentanyl in Hamburg einschätzen zu können, braucht es belastbare Daten. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen bringen daher die Einführung eines regelmäßigen Abwassermonitorings auf den Weg, mit dem sich Drogenrückstände im Abwasser messen lassen. Die Daten erlauben Rückschlüsse darauf, welche Drogen in der Hansestadt konsumiert werden. Über den Antrag stimmt die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer nächsten Sitzung am 13. März ab.
Dazu Peter Zamory, drogen- und suchtpolitischer Sprecher der Grünen Fraktion Hamburg: „Eine kluge und moderne Drogen- und Suchtpolitik setzt auf wissenschaftliche Fakten. Gerade für die effektive Prävention benötigen wir möglichst präzise Erkenntnisse über den Drogenkonsum in unserer Stadt. Ein wichtiger Schlüssel dazu steckt im Abwasser: Die regelmäßige Untersuchung auf Rückstände von Betäubungsmitteln, Drogen und ihre Stoffwechselprodukte bietet einen Einblick in Konsummuster und lässt zugleich Rückschlüsse auf künftige Entwicklungen des Drogenkonsums zu. Diese Echtzeitdaten sind eine wichtige Basis, um gezielte Präventions- und Handlungsmaßnahmen abzuleiten. Auf diese Weise können wir die Menschen in Hamburg noch besser vor den Gefahren des Drogenkonsums schützen und gezielt Bereiche der Beratung und den Umgang mit Sucht- und Rauschmitteln stärken. Weltweit hat sich die Abwasseranalyse als effektives Mittel bewährt. Auch in Hamburg sind wir künftig in der Lage, auf der Basis wissenschaftlicher Fakten die Herausforderungen im Bereich der Drogen- und Suchtpolitik noch effektiver anzugehen.“
Dazu Claudia Loss, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg: „Es ist gut, dass Hamburg in ein Abwassermonitoring einsteigt. Sogenannte Metaboliten, die bei der Verstoffwechslung von Drogen im menschlichen Körper entstehen, finden ihren Weg ins Abwasser und können dort nachgewiesen werden. Der Nachweis liefert so einen guten Hinweis auf den Konsum bestimmter Drogen im Stadtgebiet. Insbesondere mögliche Veränderung im Konsum, etwa durch neue Drogen wie Fentanyl oder durch geänderte rechtliche Rahmenbedingungen bei Cannabis, lassen sich dort über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten. Die Messungen bringen damit ein Stück mehr Empirie in die Diskussion um den Drogenkonsum. Auf dieser Grundlage können wir künftig mit mehr Informationen noch wirksamere Maßnahmen entwickeln. In Europa und weltweit haben bereits viele Städte ein derartiges Abwassermonitoring eingeführt. Es ist gut, dass auch Hamburg diesen Schritt geht. Es ist jedoch wichtig, die Daten aus dem Abwasser dabei nicht zu hoch zu bewerten, denn sie fügen dem Gesamteindruck zum Drogenkonsum lediglich ein zusätzliches Puzzlestück hinzu.“
Den Antrag zur Pressemitteilung finden Sie hier.


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