Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich dafür ein, das erfolgreiche Hamburg Welcome Center (HWC) auszubauen. Die Institution zur Gewinnung von Fach- und Arbeitskräften mit Zuwanderungshintergrund verzeichnet aufgrund der Erleichterungen des im Bund neu aufgelegten Fachkräfteeinwanderungsgesetzes eine verstärkte Nachfrage nach ihren Dienstleistungen. Mit einem gemeinsamen Antrag wollen die Regierungsfraktionen jetzt die Personalbedarfe überprüfen und den veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Außerdem sollen die Verfahren und Prozesse vereinfacht und wenn möglich auch digitalisiert werden. Damit soll die Reaktionszeit des HWC auf eingehende Anfragen trotz gestiegener Nachfrage auf hohem Niveau gehalten werden. Das Welcome Center ist in seiner Form bundesweit einzigartig und eine langfristige Kooperation zwischen der Behörde für Soziales, der Behörde für Inneres und Sport, der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter team.arbeit.hamburg. Der rot-grüne Antrag wird am 13. März in der Hamburgischen Bürgerschaft beraten.
Dazu Filiz Demirel, arbeitsmarkt- und migrationspolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Hamburg: „Das Hamburg Welcome Center ist die erste Anlaufstelle für ausländische Fachkräfte und ihre potenziellen Arbeitgeber in Hamburg. Es ist nicht nur für die Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse zuständig sowie als Vermittler von Anstellungs- und Ausbildungsverhältnissen aktiv, sondern auch generell ein wichtiger Berater für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Sie bekommen dort individuell auf sie zugeschnittene Informationen und werden bei der Integration in den Hamburger Arbeitsmarkt gezielt unterstützt. Auch Unternehmen nutzen die Services des HWC häufig, um aus einer Datenbank passende Bewerber*innen für ihre offenen Stellen zu finden. Möglich ist das nur, weil im HWC die Agentur für Arbeit, das Jobcenter Hamburg, die Zentrale Anlaufstelle für Anerkennung (ZAA) sowie weitere Hamburger Behörden und Beratungsstellen in einem bundesweit einzigartigen Zusammenschluss unter einem Dach zusammenarbeiten. Durch das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist die Nachfrage nach den Services des HWC in den vergangenen Monaten noch einmal deutlich gestiegen. Mit unserem Antrag und mehr Personal wollen wir in Zukunft nicht nur mehr noch im Ausland wohnende Fachkräfte gewinnen, sondern auch sicherstellen, dass bereits Zugewanderte in unserer Stadt gut beraten und individuell begleitet werden. Denn der Zugang zum Arbeitsmarkt ist elementar für soziale Teilhabe und damit ein wichtiges Puzzleteil für die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.“
Dazu Kazim Abaci, Sprecher für Migration, Integration und Geflüchtete der SPD-Fraktion Hamburg: „Die Zahl der Beschäftigten in Hamburg ist auf Rekordniveau und der Hunger nach Arbeitskräften ungebrochen. Das ist gut für unsere Stadt und stärkt unseren Sozialstaat. Schätzungen zufolge braucht es eine Nettomigration von 400.000 Personen pro Jahr, um das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland konstant zu halten. Das erfordert laut Expert:innen 1,5 bis 1,6 Millionen Zuzüge pro Jahr, da viele Zugewanderte nicht dauerhaft in Deutschland bleiben. Wir brauchen also ein gutes Angebot, um die Fachkräfte auch in Hamburg zu halten. Mit dem Hamburg Welcome Center haben wir ein bundesweit vorbildliches Service-Zentrum geschaffen, in dem wichtige Kernaufgaben für die Arbeitsmarktintegration, wie etwa die Kompetenzfeststellung oder die Anerkennung von Qualifikationen, gebündelt werden. Das schafft Synergieeffekte, verschlankt Prozesse und baut Bürokratie ab. Gleichzeitig hat sich das HWC auch als geschätzter Partner der Hamburger Wirtschaft etabliert. In beiden Funktionen ist die Nachfrage hoch. Deshalb wollen wir jetzt die Weichen stellen, eine Bestandsaufnahme machen und das HWC ausbauen. Die verschiedenen Möglichkeiten des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, die jetzt, wie etwa die ab Juni erhältliche Chancenkarte, nach und nach in Kraft treten, wollen wir voll ausschöpfen. Es muss deutlich werden, dass der Weg in ein gutes Leben in Deutschland über die Fachkräftezuwanderung gelingen kann. Wenn das Potenzial der Hamburger:innen durch Aus- und Weiterbildung gehoben und durch Fachkräftezuwanderung ergänzt werden kann, dann werden wir Digitalisierung, Dekarbonisierung und demographischen Wandel meistern können.“
Hintergrund
Informationen zu den neuen Möglichkeiten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes finden sich hier.


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