Zunehmende Klimaextreme wie Dürren und Starkregenereignisse stellen auch die Wasserversorgung vor Herausforderungen. Um die Versorgung mit Trinkwasser auch bei Engpässen langfristig und nachhaltig zu gewährleisten, sind umfangreiche Weichenstellungen nötig. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen bringen deshalb in einem gemeinsamen Antrag eine Hamburger Wasserstrategie auf den Weg, die Maßnahmen zur Instandhaltung und Weiterentwicklung der notwendigen Infrastruktur vorsieht. Außerdem sollen sozial gerechte Wasserpreise, die einem unverhältnismäßigen Verbrauch vorbeugen, sowie die Nutzung bereits bestehender Wassersparpotenziale die Versorgungssicherheit stärken. Über den rot-grünen Antrag entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer kommenden Sitzung am 22. November.
Dazu Andrea Nunne, Sprecherin für Agrarpolitik und Wasserwirtschaft der Grünen Fraktion Hamburg: „Mit einer eigenen Wasserstrategie schafft Hamburg die Voraussetzungen, um die Wasserversorgung nachhaltig zu sichern und um gegen zukünftige Krisen rechtzeitig gewappnet zu sein. Insbesondere das rasante Tempo und Ausmaß der Klimakrise in Verbindung mit den Auswirkungen des städtischen Wachstums stellt die Tragfähigkeit der bestehenden Wassersysteme in Frage. Daher ist es unerlässlich zu prüfen, inwieweit die notwendige Infrastruktur nicht nur instandgehalten, sondern auch für innovative, nachhaltige Nutzungen ausgebaut werden kann. Mit unserer Hamburger Wasserstrategie wollen wir einen Rahmen für konkrete regionale und überregionale Maßnahmen schaffen. Die Herausforderungen sind vielfältig: vom Grundwasserschutz über moderne Brauchwassersysteme bis hin zur Entwicklung zur gewässersensiblen ‚Schwammstadt‘. Zugleich gilt es, überall dort dauerhaft Wasser zu sparen, wo es möglich und sinnvoll ist. Schon heute kann in vielen Sektoren effektiv Wasser gespart werden, um anderswo Versorgungslücken zu schließen. Deshalb wirken wir auf eine Neugestaltung der Wasserpreise hin. Der Preis muss sozial gerecht sein und zugleich einen effektiven Anreiz zum Wassersparen bieten. Im Rahmen der Nationalen Wasserstrategie haben sich Bund und Länder auf gemeinsame Anstrengungen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung geeinigt. Mit unserer eigenen Hamburger Strategie gehen wir nun bei der Erreichung dieser Ziele voran – und erwarten daher, dass die Finanzierung vom Bund mitgetragen wird. Auch in unserem Hamburger Haushalt müssen notwendige Mittel dafür bereitgestellt werden. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass Hamburg auch künftig eine lebenswerte und nachhaltige Stadt bleibt, in der allen Menschen jederzeit ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht.“
Dazu Alexander Mohrenberg, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Damit sich die Hamburger:innen auch in Zukunft auf eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser verlassen können, wollen wir eine Hamburger Wasserstrategie entwickeln. Ziel der Strategie ist es, die Wasserversorgung in Hamburg langfristig und zu jeder Zeit sicherzustellen und uns gleichzeitig auf zukünftige Krisen vorzubereiten. Insbesondere mit Blick auf zunehmende Extremwetterereignisse werden wir deshalb prüfen, an welchen Stellen Trinkwasser eingespart, Brauchwasser genutzt und Gewässer entlastet werden können. Außerdem müssen wir als Stadt der Flüsse, Brücken, Fleete und Bäche unsere Wasserinfrastruktur insgesamt weiterentwickeln. Um die Kosten für die anfallenden Maßnahmen des Trinkwasserschutzes sozialverträglich aufzuteilen, setzen wir neben finanziellen Mitteln aus dem Hamburger Haushalt auch auf die Unterstützung durch Bundesmittel.“
Den Antrag zur Pressemitteilung finden Sie hier.


Neuste Artikel
Internationales
Gemeinsame Resolution – Hamburg setzt ein klares Zeichen gegen das iranische Regime und für die Menschen in Iran
Mit einer gemeinsamen Resolution setzen SPD, CDU und GRÜNE in der Hamburgischen Bürgerschaft ein starkes Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Iran. Die Initiative geht auf einen Vorstoß der CDU-Fraktion zurück und verurteilt das brutale Vorgehen des Mullah-Regimes sowie die systematische Unterdrückung durch die Revolutionsgarden (IRGC). Zugleich fordert die Bürgerschaft den Senat auf, sich…
Fraktionsvorstand
AfD-Verbotsverfahren prüfen – Imhof: „Es ist unsere demokratische Pflicht“
Die heutige Aktuelle Stunde steht im Zeichen des Kampfes für die Demokratie und gegen die Feinde der Verfassung. Die AfD hat sich in den vergangenen Jahren massiv radikalisiert und stellt eine wachsende Bedrohung für die freiheitlich-demokratische Grundordnung dar. Vor diesem Hintergrund stehen alle demokratischen Kräfte in der Verantwortung, alle Instrumente der wehrhaften Demokratie ins Auge…
Rechtspolitik
Entlastung für Beschäftigte – Heilfürsorge für den Justizvollzug kommt
Beschäftigte im Justizvollzug leisten täglich unter hohen körperlichen und psychischen Belastungen einen unverzichtbaren Beitrag für die öffentliche Sicherheit und Resozialisierung von Gefangenen. Anders als Polizei und Feuerwehr hatten sie bislang keinen Zugang zur Heilfürsorge. Mit einem interfraktionellen Antrag wollen die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen und Linken das ändern und die Heilfürsorge auf den Justizvollzugsdienst…
Ähnliche Artikel
Wasserwirtschaft
Weltwassertag 2022 – Nunne: „Grundwasserschutz ist Grundlage für eine nachhaltige und gerechte Welt“
Der heutige UN-Weltwassertag 2022 steht unter dem Motto „Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“. Zu diesem Anlass setzt Hamburg ein Zeichen für das Menschenrecht auf Wasser und erklärt sich offiziell zur Blue Community. Angesichts vielfacher Krisen und Kriege um Ressourcen sowie Extremwetter, Dürren und Fluten steigt die Aktualität von Nutzungskonflikten, einem ressourcenschonenden Umgang, Wasserverbrauch und -belastung täglich. Die…
Umwelt
Wasserschutz in Hamburg: Mehr Beratungsangebote für Landwirtschaft und Gartenbau
Ob Düngemitteleinsatz, effiziente Bewässerungsmethoden oder Biodiversitätsberatung: Auf Initiative der rot-grünen Regierungskoalition gibt es in Hamburg zukünftig ein breiteres und kostenloses Beratungsangebot für den klimaschonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen Wasser, Luft und Boden, auf das alle Gartenbau- und Landwirtschaftsbetriebe zurückgreifen können. Mit ihrem gemeinsamen Antrag wollen SPD und Grüne Umwelt- und Klimaschutz weiter vorantreiben und…
Bürgerschaft
Aktuelle Stunde: Neue Strategien gegen Wasserknappheit finden
In der heutigen Aktuellen Stunde wird auf Anmeldung der Grünen Bürgerschaftsfraktion das Thema „Auswirkungen des Klimawandels mit Starkregen und Trockenperioden: Neue Strategien im Umgang mit der Ressource Wasser finden“ debattiert. Mit progressiven Programmen wie der Regeninfrastrukturanpassung (RISA) und einer im Koalitionsvertrag vereinbarten Trinkwasseragenda positioniert sich Hamburg zum Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels und bereitet…