Die Regierungsfraktionen von SPD und GRÜNEN erhöhen mit einem Haushaltsantrag das Preisgeld für die „Hamburger Forschungspreise Alternativen zum Tierversuch“ von 20.000 auf 50.000 Euro. Die Forschungspreise zeichnen seit 2016 herausragende Arbeiten zur Vermeidung von Tierversuchen aus und werden alle zwei Jahre verliehen.
Dazu Christiane Blömeke, tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Mit der Auszeichnung von tierversuchsfreier Forschung setzen wir in Hamburg ein Zeichen für die Einhaltung der Tierrechte. Im bundesweiten Vergleich stehen wir mit dem Preisgeld von 50.000 Euro an der Spitze aller Länder. Damit erhöhen wir den Anreiz für die Forschenden deutlich, sich um den Hamburger Preis zu bemühen. Unser langfristiges Ziel ist es, Tierversuche für den medizinischen Fortschritt überflüssig zu machen. Dafür brauchen wir eine gezielte Förderung der tierversuchsfreien Wissenschaft. Aber schon heute gilt: Jeder vermiedene Tierversuch ist ein aktiver Beitrag für die Achtung der Tierrechte. Auch um dieses Bewusstsein zu schärfen, haben wir uns für die Erhöhung des Preisgeldes stark gemacht.“
Dazu René Gögge, wissenschaftspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Wir sind stolz darauf, dass Hamburg ein herausragender Standort medizinischer Forschung ist, an dem intensiv danach gestrebt wird, noch nicht ausreichend erforschte Krankheitsbilder zu verstehen, zu lindern und zu heilen. Dabei gilt es auch, am Tier praktizierte Forschungsansätze zu überdenken und neuartige, allein an der menschlichen Physiologie orientierte Testmethoden mithilfe moderner Technologien zu entwickeln. Viele Stoffwechselprozesse unterscheiden sich bei Menschen und Tieren ganz wesentlich. Zudem können in Tierversuchen mögliche Krankheitsursachen wie schädliche Umwelteinflüsse, Ernährung, Lebensgewohnheiten oder psychosoziale Faktoren nicht berücksichtigt werden. Die Erfahrung zeigt, dass am Tier gewonnene Erkenntnisse häufig nicht risikofrei auf den Menschen übertragbar sind. Mit der finanziellen Aufstockung unseres Forschungspreises für tierversuchsfreie Methoden setzen wir genau hier an: Wir fördern innovative, humanbasierte Wissenschaftsinnovationen, um die Sicherheit und Lebensqualität der Menschen weiter zu verbessern.“
Dazu Gert Kekstadt, Experte der SPD-Bürgerschaftsfraktion für Tierschutz:„Mit der erstmaligen Auslobung des Preisgeldes für alternative Forschungsmethoden im Jahr 2016 hat Rot-Grün in Hamburg den ersten Schritt getan. Mit der Erhöhung des Preisgeldes, um mehr als das Doppelte, im Haushalt 2019/2020 setzen die Regierungsfraktionen nun ein weiteres wichtiges Signal, um zu erreichen, dass auf Tierversuche künftig mehr und mehr verzichtet werden kann. Tierversuche sind nach dem Tierschutzgesetz nur genehmigungsfähig, wenn keine Alternativmethoden verfügbar sind. Deshalb wollen wir die Entwicklung solcher Methoden unterstützen und weiter vorantreiben.“


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